Die
Nachrichten berichten vom Fund mehrerer Mumien, was den Chef der
"Sun" veranlaßt, eine Reporterin des Hauses zu einem (in einem
Altenheim lebenden) Archäologen zu schicken, um sich ebenfalls
dem Thema zu widmen.
Ahmet Barrak erzählt ihr von einem Abenteuer zu Beginn des
Jahrhunderts; in den 20er oder 30er Jahren begleitete er Sir Francis
Shelly und dessen Team auf eine Expedition, bei der man eine
verfluchte Mumie zum Leben erweckte, die man nur mit Mühe
besiegen konnte.
Die 98er Film-Version der "Mumie" bekommt man hier
präsentiert.
Fangen wir mit den Pluspunkten an: Die Rollen von Mary Shelly und
Ahmet Barrak werden geradezu perfekt gesprochen; es macht vor allem
Spaß, Franz-Josef Steffens zuzuhören. Pluspunkte gibt es
auch dafür, daß man auf den Erzähler verzichtet hat -
so kommt man wenigstens flott voran. Auch die Musikeinspielungen sind
passend und wissen zu gefallen.
Womit dieses Kapitel beendet wäre und man sich den Minuspunkten
zuwenden kann.
Wie auch der Film vom vergangenen Jahr nur angeblich auf den Spuren
des Ursprungsfilms wandelte und mehr eine Komödie daraus wurde,
ergeht es dem Hörspiel ganz ähnlich. Spannung oder
gruselige Stimmung kommt in keinem Moment auf.
Vor allem die Einleitung - als der Zeitungsboß (!) der "Sun"
den Auftrag für das Interview erteilt - trieft vor Albernheiten
und dummen Sprüchen; erst bei der Ankunft im Altenheim wurde mir
klar, daß der scheinbar schwule Journalist eine Frau ist...
Auch Sir Francis albert in jedem zweiten Satz herum, was einen
Spannungsaufbau verhindert.
Nach den "Magier"-Hörspielen und den Ankündigungen einer
"Hörbuch"-Reihe habe ich mit allem gerechnet - aber nicht damit.
Höhepunkt ist lediglich die Leistung von Franz-Josef Steffens,
was aber nicht vor der bislang schlechtesten Bewertung eines
Maritim-Hörspiels schützt.
Mangelhaft.