Die schwarze Serie #1:

"Die Mumie"

Sir Francis C. Shelly: Hermann Lause, Mary Shelly: Christine Pappert, Ahmet Barrak: Franz-Josef Steffens, Elsa Maxwell: Beate Hasenau u.a.
Buch: Alfred Uks, nach einer Idee von Frank Sky (H. G. Francis)
Produktion und Regie: Konrad Halver
Eine Studio-Maritim Produktion
Laufzeit: Minuten
Bestellnummer: 695001-311

Die Nachrichten berichten vom Fund mehrerer Mumien, was den Chef der "Sun" veranlaßt, eine Reporterin des Hauses zu einem (in einem Altenheim lebenden) Archäologen zu schicken, um sich ebenfalls dem Thema zu widmen.
Ahmet Barrak erzählt ihr von einem Abenteuer zu Beginn des Jahrhunderts; in den 20er oder 30er Jahren begleitete er Sir Francis Shelly und dessen Team auf eine Expedition, bei der man eine verfluchte Mumie zum Leben erweckte, die man nur mit Mühe besiegen konnte.

Die 98er Film-Version der "Mumie" bekommt man hier präsentiert.
Fangen wir mit den Pluspunkten an: Die Rollen von Mary Shelly und Ahmet Barrak werden geradezu perfekt gesprochen; es macht vor allem Spaß, Franz-Josef Steffens zuzuhören. Pluspunkte gibt es auch dafür, daß man auf den Erzähler verzichtet hat - so kommt man wenigstens flott voran. Auch die Musikeinspielungen sind passend und wissen zu gefallen.
Womit dieses Kapitel beendet wäre und man sich den Minuspunkten zuwenden kann.
Wie auch der Film vom vergangenen Jahr nur angeblich auf den Spuren des Ursprungsfilms wandelte und mehr eine Komödie daraus wurde, ergeht es dem Hörspiel ganz ähnlich. Spannung oder gruselige Stimmung kommt in keinem Moment auf.
Vor allem die Einleitung - als der Zeitungsboß (!) der "Sun" den Auftrag für das Interview erteilt - trieft vor Albernheiten und dummen Sprüchen; erst bei der Ankunft im Altenheim wurde mir klar, daß der scheinbar schwule Journalist eine Frau ist...
Auch Sir Francis albert in jedem zweiten Satz herum, was einen Spannungsaufbau verhindert.

Nach den "Magier"-Hörspielen und den Ankündigungen einer "Hörbuch"-Reihe habe ich mit allem gerechnet - aber nicht damit. Höhepunkt ist lediglich die Leistung von Franz-Josef Steffens, was aber nicht vor der bislang schlechtesten Bewertung eines Maritim-Hörspiels schützt.
Mangelhaft.

Guido Latz

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