Eine
Gruppe des Cameloter Geheimdienstes ist unterwegs, um einen
Überläufer der Galactic Guardians zu übernehmen.
Jerome Pennsylvanier war drei Jahre lang Mitglied bei den Guardians,
bevor er sich nun dazu entschloß, auszusteigen. Der
Überläufer ist nicht nur für diejenigen interessant,
die sich direkt mit ihm beschäftigen. Er erweckt auch Bewegung
auf höchster Cameloter Ebene. Reginald Bull ist nämlich
dabei, mit Gucky für die neuesten Pläne Camelots zu werben.
Einer davon besagt, MATERIA ein faules Ei ins Nest zu legen. Dieses
Ei soll die bis oben mit Sprengstoff gefüllte SOL sein. Rhodan
will aber keineswegs seine SOL opfern, sondern er will
eine neue bauen; zumindest eine, die von außen genauso
aussieht. Dafür benötigt er aber die Hilfe von anderen.
Bully und Gucky sollen nun Cistolo Khan überzeugen. Zum einen
muß ein alter Raumer der Galaxisklasse aufgekauft werden, der
im Moment als Museumsschiff dient, und die Terraner sollen auch das
Mittelstück der SOL bauen. Zudem sollen sie sich nun
endgültig an einer Großflotte gegen MATERIA beteiligen.
Währenddessen ist ein weiteres Kommando unterwegs, um den
Galactic Guardians einen Galaxisklasse-Raumer abzujagen, den diese in
ihren Besitz gebracht haben. Ein Kommando mit Monkey, Bull, Gucky und
anderen landet auf einem Planeten, den die Guardians häufig
anfliegen. Dort wartet man. Als der Raumer gelandet ist, schleicht
sich das Kommando an Bord und macht sich mit einen alten Kommandocode
daran, das Schiff zu übernehmen und mittels vorgetäuschter
Selbstzerstörung die Besatzung von Bord zu scheuchen. Das
gelingt aber nur mit einem Teil, und so muß der Rest mit
handgreiflichen Mitteln vertrieben werden. Das ist insofern ein
Problem, da der Kommandant ein Oxtorner ist und sich mit Monkey ein
wahres Duell liefert; der Ex-LFT-Agent gewinnt jedoch
schließlich, und sein Gegner begeht daraufhin Selbstmord. Dann
bedarf es nur noch ein wenig technischer Unterstützung aus dem
Weltall, und das neue Teilstück der Schein-SOL ist
fertig.
Etwa einen Monat später bekommt Perry Rhodan auf der SOL
seltsamen Besuch. Es handelt sich um den Chef des arkonidischen
Geheimdienstes persönlich, der Perry Rhodan zu einer
persönlichen Unterredung mit Arkons Imperator Bostich bittet.
Unter großem Aufwand wird Rhodan auf das neue Flaggschiff der
Arkoniden gebracht, die ARKIMPERION. Das Treffen selbst findet
in respektvoller Atmosphäre statt. Bostich bietet Rhodan endlich
seine galaktische Flotte - gegen die Entmachtung Camelots. Er
verlangt, daß Camelot keine Großraumschiffe mehr baut -
und daß die GILGAMESCH nach ihrer Rückkehr an die
Arkoniden übergeben wird. Dazu ist Rhodan nicht bereit; er
akzeptiert die GILGAMESCH aber als Wachschiff über Mirkandol.
Kaum ist dieser Handel abgeschlossen, tauchen in der Nähe der
SOL auch schon Großraumschiffe aller wichtigeren galaktischen
Völker auf. Akonen, Springer, Terraner, Blues... alle sind mit
dabei, um sich Rhodan im Kampf gegen MATERIA anzuschließen.
Na, bitte - das nenne ich Versöhnung auf großgalaktischer
Ebene. Camelot versöhnt sich mit dem Erzgegner Arkon, und schon
sind wir in puncto Einheit des Galaktikums einen Schritt weiter. Aber
mein Tonfall täuscht hier. Gerade diesen Punkt der Handlung
finde ich keineswegs schlecht. Er zeigt vielmehr, wie stark und
wichtig Arkon in letzter Zeit geworden ist und daß die Terraner
hier aufpassen müssen, um nicht den Anschluß zu verlieren.
Es mag zwar vielleicht mal wieder ein wenig übertrieben sein,
daß auf einmal wirklich alle da sind, um sich Rhodan
anzuschließen, aber im großen und ganzen ist das schon in
Ordnung.
Genau in diesem Sinne ist das Treffen Rhodans mit Bostich Arndt
Ellmer eigentlich recht gut gelungen. Die Atmosphäre und die
Umgebung passen recht gut zum neuen Selbstverständnis der
Arkoniden und ihres Imperators. Rhodan und Bostich lassen klar
erkennen, daß sie einander als große Staatschefs
anerkennen, und das ist für beide von großer
psychologischer Bedeutung. Zwar läßt sich Camelot
militärische Fesseln anlegen, aber das war noch nie ihre
Stärke, und Rhodan wird der politische Kontakt mit Arkon sowieso
viel wichtiger sein. Und auf der anderen Seite kann Arkon effektiv
einen großen politischen Sieg erringen. Bisher war ja nur viel
Säbelrasseln zu erkennen, aber kein Zeichen davon, daß die
neuen Arkoniden wirklich in der Lage sind, auch politisch eine
Großmacht zu sein - mal von der Errichtung und Etablierung von
Mirkandol abgesehen.
Bei der zweiten Ebene weiß ich dann nicht mehr so genau, was
ich davon halten soll. Auf der einen Seite ist die Idee ja gar nicht
schlecht, den Guardians einfach so ein Raumschiff unter den Fingern
wegzuklauen. Aber irgendwie konnten mich die Einzelkampfszenen an
Bord nicht ganz so umhauen. In meinen Augen wirkte das meiste davon
doch ein bißchen klischeehaft und wenig plastisch. Zum anderen
finde ich es schon etwas seltsam, daß es hier allgemein
akzeptiert wird, daß eine galaxisweit als Verbrecher anerkannte
Organisation einfach mit einem 2,5 km durchmessenden Kugelraumschiff
durch die Gegend fliegen kann, ohne daß hier bisher
eingegriffen worden ist - zumal besonders die Terraner in der
Vergangenheit als erklärte Guardianfeinde aufgetreten sind. Es
will mir einfach nicht so recht in den Kopf, daß diese
Möglichkeit noch nicht genutzt worden ist, hier einzuschreiten.
Zum anderen meine ich, mich daran zu erinnern, daß die
Guardians an sich zur Zeit recht ruhig gewesen sein sollen, und der
Besitz gehört für mich eigentlich nicht dazu.
Fazit:
Eigentlich gar kein so schlechter Roman, der zeigt, daß Ellmer
sich durchaus macht (und es endlich gelernt hat, seine Unterebenen
mit Überschriften zu versehen). Ein akzeptabler
Ebenenwechsel.
9 Punkte
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Wie zu erwarten: Kaum wechselt die Handlungsebene, werden
die Romane auch gleich merklich besser. Wenn Arndt Ellmer
zwar auch kein Highlight der Serie gelingt (dies kann man
nun auch nicht wirklich allen Ernstes jede Woche erwarten),
so legt er mit Ein Köder für MATERIA
jedoch immerhin einen soliden PR-Roman vor, der es vor allem
inhaltlich in sich hat - was besonders für die letzten
Seiten gilt. |