OT: "The 13th Warrior"
USA 1999, von John McTiernan nach dem Buch "Schwarze Nebel" von Michael Crichton; Musik: Jerry Goldsmith; mit: Antonio Banderas, Diane Venora, Sven Wollter, Omar Sharif u.a.

Der arabische Poet Ahmed Ibn Fadlan wird im Jahre 922 durch eine Intrige aus seiner Heimat verbannt und als Botschafter in den Norden geschickt . Auf der Reise wird die Karawane von Tartaren angegriffen, die nur von ihnen ablassen, weil ein Schiff der Nordmänner ihren Weg kreuzt.
Ibn Fadlan wird Zeuge, wie ein König eine Seebestattung erhält und wie der Nachfolger, Buliwylf, den Thron besteigt.
Am nächsten Tag erreicht ein weiteres Schiff das Dorf; der Sohn eines anderen Königs bittet den Stamm um Hilfe, und eine alte Kräuterhexe bestimmt zwölf Krieger aus den Reihen der Nordmänner. Ahmed Ibn Fadlan soll als der 13. Krieger die Männer begleiten und die menschenfressenden Monster besiegen, die aus dem Nebel auftauchen und die Bevölkerung tyrannisieren.

Es soll Meinungsverschiedenheiten zwischen Michael Crichton und John McTiernan gegeben haben, was mich zunächst davon abgehalten hatte, den Film im Kino anzusehen (ja, ich war im Kino: sonntags um 15 Uhr mit fünf weiteren Personen im Saal und Null Werbung vor dem Film. ;-) )
Ein Film, an dem im Nachhinein geschnitten wurde, kann nichts sein, dachte ich; nachdem ich aber immer nur positive Kritiken las, McTiernan der Regisseur war und mich Banderas in "The Mask Of Zorro" zum ersten Mal überzeugen konnte, siegte dann doch die Neugier.
Es rollen die Köpfe, es fliegen andere Körperteile durch die Luft, und auch Blut fließt literweise. Die FSK scheint chronisch unterbesetzt zu sein. Diesem Film die Freigabe "ab 12 Jahren" zu gewähren halte ich dann doch für unangemessen.
Natürlich sind es nicht nur die kompromißlosen Kampfszenen, die den Film sehenswert machen. Die Story wird schnell und ohne Umwege erzählt. Banderas ist sicher der bekannteste Schauspieler (neben Omar Sharif, der allerdings nur zu Beginn kurz zu sehen ist), aber der Film lebt auch davon, daß Ahmed eben nur einer der 13 Krieger ist.
Die Gegenspieler dagegen bleiben blaß, was sich dadurch erklären läßt, daß die Geschichte aus der Sicht Ahmeds geschildert wird.
Dazu lebt der Film von großartigen Bildern, in die man regelrecht eintaucht und die einem tatsächlich einen Schauer über den Rücken laufen lassen.
Abgerundet wird der Film durch den Soundtrack von Jerry Goldsmith, wie man ihn schon lange nicht mehr erlebt hat (als direkter Vergleich fällt mir wirklich nur "Omen" ein - an den Soundtrack von "Conan The Barbarian" kommt Goldsmith allerdings nicht heran.
13 Punkte.

Guido Latz

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