In den
Bergen wohnt auf einer einsamen Burg die Hexe Daria. Viele Tiere aus
ihrer Umgebung zwingt sie unter ihren Willen, verwandelt sie in
Tiermenschen und sorgt so dafür, daß sie einen
ständigen Nachwuchs an Dienern hat.
Eines Tages beschließt sie, ihre einsame Welt zu verlassen und
in die Stadt zu ziehen. Anführer ihrer Diener ist der
Wolfsmensch Weiland. Anführer bei Daria zu sein, ist nicht
gerade ein besonders beliebter Job, denn es heißt erst recht,
ihrer (Un)Gnade und ihren Launen ausgeliefert zu sein. Dennoch
gelingt es Weiland, auch außerhalb des Herrschaftshauses
Bekanntschaften zu schließen. Durch sein Wissen wird ihm bald
klar, was Daria vorhat und wer sie früher war. Dieses Wissen
bringt ihn in einen argen Wissens- und Gewissenskonflikt
gegenüber seiner Herrin, seinen Freunden und den Menschen dieser
Stadt...
Der Wolfsprinz ist mit seinen knapp 240 Seiten kaum der
Größe einer Kurzgeschichte entwachsen und hat auch fast
eher den Charme einer solchen. Im Mittelpunkt steht der Wolfsgeborene
Weiland, der in einer harten Welt lebt und die Launen seiner Herrin
ertragen muß - und diese haben selten angenehme Folgen für
den armen Wolf.
Interessant an dieser Geschichte ist, daß sie fast
ausschließlich aus einer einzigen Perspektive geschrieben ist,
nämlich aus der von Weiland. Auf diese Weise erhält der
Leser einen vielfältigen Eindruck von seiner Gedanken- und
Gefühlswelt. Damit wären wir jedoch aber auch schon bei dem
faszinierendsten Punkt angekommen. Die Handlung selbst bleibt recht
unspektakulär, aber auf keinen Fall schlecht. Die Autorin macht
nicht den Fehler, auf den paar Seiten gleich die ganze Welt retten zu
wollen, sondern beschränkt sich auf ein nettes kleines Komplott
- was dem Leser aber schnell klar wird und daher wenig Spannung und
Überraschung bereithält. Lediglich am Ende haben wir noch
ein, zwei Wendungen, die so ganz und gar nicht zu erwarten waren.
Dies besonders, da die Welt - je weiter der Roman fortschreitet -
starke Ähnlichkeit mit der unsrigen bekommt.
Fazit:
Ein netter kleiner Roman, mit dem man nicht viel falsch machen kann,
an den man aber auch keine zu großen Ansprüche stellen
sollte.
8 Punkte