Prinz
Samaho ist der designierte Herrscher der Crozeiren. Mit großem
Gefolge ist er unterwegs in die Berge - er will zum Kloster der Druu.
Hier soll er zum König gekrönt werden. Dann betritt er auf
dem Gipfel den Saal des Orakels. In diesem Raum befindet sich die
Statue des Orakels sowie die der Torr, der Mörder. Was die Torr
genau waren, erfährt er von dem Orakel. Es erzählt ihm von
der Zeit, als die Crozeiren von ihrem Krieg mit den Streitern gegen
das GESETZ schwer angeschlagen waren. Als ihre Zahl unter 10.000
fiel, stieg jedoch ihre Menta-Quote des Einzelnen (die psychische
Kraft der Crozeiren, die relativ konstant ist). Dadurch wurden sie zu
parapsychisch begabten Monstren, die zuerst ihre Feinde und danach
jedes erreichbare Opfer vernichteten. Doch dann erkannten sie die
Ausmaße ihrer Taten und bereuten. Selbstmord konnten sie nicht
begehen, denn das hätte alles noch verschlimmert. Also
mußten sie dafür sorgen, daß die Menta-Quote wieder
sank...
Samaho ist sehr geschockt von dieser Geschichte; sie war bei seinem
Volk in Vergessenheit geraten. Noch geschockter reagiert er aber auf
die Tatsache, daß er derjenige sein soll, der seinem Volk die
Vernichtung bringt, weswegen ihm auch die Krönung verweigert
wird.
Samaho weiß aber auch, daß das Volk von dieser
Prophezeiung nicht unbedingt etwas erfahren muß; und so
befiehlt er dem Orakel zu sterben, bevor er sich auf den Weg nach
draußen macht. Zwar sind seine Untertanen geschockt, denn
plötzliche Veränderungen sind ihnen zuwider, aber dennoch
wird Prinz Samaho Herrscher seines Volkes.
Als neuer Herrscher beginnt er ein genetisches Programm, das die
Bevölkerungszahl in die Höhe treiben soll, um die
Menta-Quote des einzelnen Corzeiren niedrig zu halten.
Als in der Nachbargalaxis ein Krieg ausbricht, der alles Leben
vernichten wird, fliegt Samaho dorthin, um sich davon zu
überzeugen, daß seinem Volk keine Gefahr droht. Am Ziel
erfährt er von einem Überlebenden (einem Ritter der Tiefe),
daß hier ein Krieg zwischen Kosmokraten und Chaotarchen tobt,
die um die Herrschaft im Universum kämpfen. Die Chaotarchen
zerstörten einen Dom der Ritter und hatten lange die Oberhand,
bis die Kosmokraten ihre kosmischen Fabriken aussandten.
Auf dem Planeten 66-Scheimeramant trifft Prinz Samaho Cairol, den
Abgesandten der Kosmokraten. Samaho hat von dem Ritter der Tiefe
erfahren, daß die Fabriken keine Kommandanten mehr haben, und
er will einer der neuen sein. Doch Cairol lehnt ihn als zu schwach
und unterentwickelt ab. Samaho ist zutiefst getroffen, doch er
weiß bereits die Lösung für sein Problem. Leider ist
Cairol auch bereits wieder abgereist, und Samaho muß
warten.
Jahrelang wartet Samaho. Voller Verachtung sieht er auf sein Volk
hinab. Er sieht in ihnen kein Leben - nur das Dahinvegetieren mit der
Angst vor Veränderungen. Das einzige, das ihn selbst am Leben
erhält, ist die Prophezeiung, an die er ständig denken
muß.
Dann, eines Tages, ist es endlich soweit. Cairol ist
zurückgekehrt, und umgehend ruft Samaho sein gesamtes Volk
zusammen. Dann verlangt er Gomberach von ihnen, den rituellen
Selbstmord der Crozeiren. Als letzter der Crozeiren - als Torr Samaho
- kehrt er zu Cairol zurück. Er will nun endlich das Kommando
über eine Fabrik der Kosmokraten, und er verlangt MATERIA.
Cairol akzeptiert ihn, und Torr Samaho sieht sich am Ende seiner
Wünsche. Doch es ist nicht alles Gold, was glänzt, und er
ist absolut geschockt, als er erfährt, daß er seinen
Körper für einen anderen aufgeben muß. Kurzerhand
befindet er sich in einem häßlichen Zyklopenkörper
wieder. Er ist nun einer der acht Diener der Materie.
Auf einer zweiten Ebene trifft man auf den Zyklopen Guantamari
Sailent. Er fischt im terminalen Ozean auf einem Planeten nahe der
Materiequelle Gourdel in Erranternohre. Doch er verliert sein Boot,
und nun sind er und seine Frauen vom Hungertod bedroht. Doch dann
taucht Cairol auf. Er bietet den Frauen die Rettung an, wenn Sailent
mit ihm kommt. Dieser willigt ein und wird von dem Roboter in eine
Glasröhre gesperrt. Hier muß er warten, bis sein
Zeitpunkt gekommen ist. Es stellt sich heraus, daß sein
Körper für einen der neuen Hüter der Materie bestimmt
ist und sein Geist ihn solange am Leben erhalten soll.
Der Mörderprinz ist also der erste Teil über
die Geschichte Torr Samahos, des Mörders seines Volkes. Ein
passender Titel, und ich glaube, daß Samaho - so wie er sein
Volk gecancelt hat - ein guter Vertreter der Kosmokraten werden wird,
bis... ja, bis er am Ende auf Perry Rhodan trifft. Getrieben von
seinem Ehrgeiz, seiner Verachtung für sein Volk und dieser
mysteriösen Prophezeiung, hat er kaum eine andere Wahl, als sein
Volk in den Tod zu treiben. Fast scheint die Begegnung mit Cairol
eine Erlösung für ihn zu sein. Auch wenn die Arroganz, mit
der der Roboter durch die Welt geht, mal wieder erschreckend zeigt,
was die Kosmokraten über diese Seite der Materiequellen denken.
Um so spekulativer wird der PULS bzw. die Veränderung, die
dieser auslösen wird. Kommt die Veränderung vielleicht ganz
anders zum Tragen, als bisher angenommen wurde? Bisher glaubte ich,
daß sich mit Thoregon nun der bzw. irgendein dritter Weg
endgültig etablieren wollte. Könnte es statt dessen sein,
daß die Rebellion der Superintelligenzen gegen die Kosmokraten
viel bedrohlicher ist als befürchtet? Und sind die Rebellen
vielleicht doch bereit, eine ganze Galaxis dafür zu opfern?
Damit wären sie aber mal wieder nicht unbedingt besser als die
Vertreter der alten Ordnung, die hier erneut keine Hemmungen zeigen,
das zu benutzen, was ihnen gerade nötig erscheint. So ist es
z.B. nun mal gar nicht fein, ein Wesen in eine Glasröhre zu
sperren, ihm auch noch mitzuteilen, wann es wahnsinnig wird - und
dann einfach wegzugehen.
Das Ganze ist dann auch noch von Robert Feldhoff recht gut in Szene
gesetzt. Besonders die eiskalte Arroganz von Cairol kommt perfekt
rüber und kann den Leser schon von sich aus in den Wahnsinn
treiben. Cairol ist in den Händen Feldhoffs einfach das perfekte
Werkzeug der Kosmokraten. Eiskalt und bei jedem Schritt absolut
überzeugend. Dagegen hatte ich mit Torr Samaho so meine
Probleme. Im Gegensatz zu Cairol fand ich ihn einfach nicht ganz so
überzeugend und konnte seine Gedanken und Motivationen nicht
immer nachvollziehen. Allerdings gebe ich auch zu, daß ein Torr
Samaho, so wie ich ihn mir denken würde, schnell die Dimensionen
eines Perry-Bandes sprengen würde. Aber irgendwie hat ihm
einfach etwas gefehlt. So konnte ich z.B. dem Sprung vom positiven
Regenten hin zum verachtungsvollen Herrscher nicht unbedingt folgen.
Hier hätte ich mir doch etwas mehr erhofft, um die Motivationen
und Gedanken Samahos darzustellen.
Rein handlungstechnisch haben wir dann mal wieder das Übliche,
was so ein wichtiger Hintergrundroman zu bieten hat. Viele
Informationen, aber keine wirklich spannende Handlung. Zwar
überlegt man am Anfang, wie sich denn die Prophezeiung auswirken
könnte, aber auch das ist spätestens mit dem Auftauchen
Cairols klar.
Ein wenig verwirrend fand ich auch die Ebene um den Zyklopen-Fischer.
Hier hätte ich dann doch noch ganz gerne ein paar weitere
Beschreibungen - sofern wir mal darauf zurückkommen, was ich
aber eigentlich nicht glaube.
Fazit:
Trotz des ganzen Gejammers am Ende haben wir hier endlich mal wieder
eine gute Portion kosmisches Flair - und das macht den Roman zu einem
schönen Erlebnis.
13 Punkte
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Robert Feldhoffs Roman "Der Mörderpinz" macht es dem
Rezensenten sehr schwer, ihn zu beurteilen, was nicht nur
daran liegt, daß dies der erste Teil eines
Doppelbandes um Torr Samahos Lebensgeschichte ist. |