In Chearth
bricht Dao-Lin-H'ay auf, um einen Gefangenenaustausch
durchzuführen. Es sollen einige Algioten gegen ein paar
gefangene Maahks ausgetauscht werden. Das Ganze läuft zwar unter
großer Anspannung, aber doch recht friedlich ab. Das Schlimmste
ist dann auch nicht der Austausch, sondern die Gefangenen selbst. Die
ansonsten so gefühlskalten Maahks loben und preisen in
höchsten Tönen die Religion der Algioten. Diese haben ihnen
erzählt, daß sie genau den richtigen Gott für sie
haben. Ghodam ist der Wanderer durch das Universum und den Wesen des
Wasserstoffs zugetan.
Doch es gibt auch noch anderer Ereignisse, die den Galaktikern in
Chearth Kopfschmerzen bereiten. Auf einmal ziehen sich alle
Belagerungseinheiten um Thagarum zurück und verschwinden im
Weltraum.
Die Galaktiker nutzen diese Atempause zu einer großangelegten
Besprechung mit den Chearthern während eines neuen
Flottenaufmarsches, der sich um die halutische SHE'HUAN formiert.
Doch es zeigt sich, daß die Algioten sich nicht lange ausruhen
wollten. Sie greifen mit nahezu 100.000 Schiffen die Flotte der
Verteidiger an. Sie springen in großen Zahlen ins System und
schießen aus allen Rohren. Darauf haben die Haluter nur
gewartet; sie stürzen sich mit ihren 800 Schiffen auf die
Angreifer. Doch 800 macht nicht viel gegen 100.000, und so ziehen
sich die Verteidiger geordnet zurück, was bei der
augenblicklichen Taktik der Algioten nicht schwerfällt.
Dro ga Dremm wertet diese Schlacht als einen großen Sieg, und
nur ein paar, die schon lange unzufrieden sind, ahnen, daß
hinter diesem Rückzug mehr steckt als bloße Flucht.
Zu den Unzufriedenen zählen unter anderem Corr re Venth und
Illus an Sick. Corr re Venth neidet Dro ga Dremm, daß er zum
Anführer der Algiotischen Wanderer gewählt wurde. Er selbst
war einer der glühendsten Verehrer von Nan er Ovan, der die
Algioten nach Chearth führte, und mußte sich schon Vil an
Desch geschlagen geben. Zusammen mit ein paar weiteren ist er davon
überzeugt, daß Dro ga Dremm nicht gut für die
Algioten ist. So schmieden sie Pläne, um ihn zu diskreditieren.
Ihnen ist aber auch bewußt, was für ein gefährlicher
Gegner der oberste Scoctore ist; und als sie zu einem Elcoxol-Bad
eingeladen werden, ist ihnen bewußt, daß sie hier ebenso
gut abserviert werden könnten. Doch Dro ga Dremm ist viel zu
überzeugt von sich selbst. Er verkündet angesichts der
neuen Verstärkung für die Chearther eine neue massive
Offensive. Seine Berater sind größtenteils dagegen. Sie
wollen sich auf die Befreiung Gaintanus aus dem Sonnentresor
konzentrieren, Dro ga Dremm aber will die gesamte Galaxis unter seine
Kontrolle bekommen.
Der erste Teil der neuen Kämpfe vertreibt die neue Flotte der
Verteidiger. Dro ga Dremm jubelt. Corr re Venth aber weiß um
die wahren Fakten der Schlacht, und ihm ist auch das neue
Großraumschiff nicht geheuer, das auf große Distanz ohne
Probleme ganze Kampfschiffe vernichten kann. Bei einem
anschließenden Bad erleben die anwesenden Scoctoren eine
gemeinsame Vision, die Dro ga Dremm als Bestätigung für
sein Handeln auslegt.
Nachtrag:
Nachdem sich die Galaktiker aus der Schlacht zurückgezogen
haben, hat Vincent Garron auf einmal einen Anfall, der anscheinend
eine neue Persönlichkeit hervorbringt, die sich als Sirku
vorstellt...
Nun gerät also auch die Chearth-Ebene in Aufbruchstimmung. Die
Algioten gehen in eine neue Offensive und drohen die Verteidiger
aufgrund ihrer großen Übermacht zu zerdrücken. Da tut
es gut, daß die Haluter, nachdem sie angekommen sind, sich erst
einmal zum großen Teil (immerhin 98000 von 100.000) auf eine
Extremwelt zurückziehen, um hier in aller Ruhe der
Drangwäsche nachzugehen und ein paar Ein-Haluter-Jäger zu
bauen, mit denen sie dann vermutlich den Algioten ganz schön
einheizen werden (ich möchte eigentlich gar nicht wissen, was
fast einhunderttausend Haluter in der Drangwäsche aus einem
Planeten machen können). Ich frage mich bloß, ob man daran
nicht schon auf dem Flug hätte arbeiten können. Ich kann
mich noch an die Bemerkung erinnern, daß viele Haluter den Flug
im Tiefschlaf erlebt haben, weil es nichts mehr zu tun gab,
während die Leutchen in Chearth händeringend auf ihre
Ankunft warteten.
Wenn ich mir also die Haluter in Chearth so ansehe, dann ist die
Sache bisher ziemlich gefloppt. Erst dieser ganz unsägliche
Flugroman, und dann solche Sachen. Einzig verständlich war,
daß die Haluter sich im Angesicht der Schlacht wie wild auf den
Feind stürzen; und daß man eine Waffe wie die SHE'HUAN im
Hintergrund hält, kann ich in dieser Situation auch verstehen.
Denn schließlich will man sich von den Algioten nichts
diktieren lassen, und im Hinblick auf die neue Situation kann man den
Großraumer bestimmt noch besser einsetzen.
Das ganze Volk der Haluter auf den Weg zu schicken, war von
vornherein eine riskante Angelegenheit, in die ich aber sehr
große Hoffnungen gesetzt hatte. Daß das ganze aber solche
Formen annehmen würde, hatte ich mir eigentlich nicht
träumen lassen. Eigentlich hatte ich eher befürchtet,
daß die Haluter kurzerhand die Algioten aus Chearth
prügeln würden. Daß sie so langsam und träge wie
Friedensstifter vorgehen würden, hätte ich nun wirklich
nicht gedacht.
Da sind die Algioten auf der anderen Seite schon ganz anders. Hier
dreht Dro ga Dremm langsam wirklich am Rad seiner
Zurechnungsfähigkeit. Er will nun nicht mehr einfach nur seinen
Gott befreien, sondern so ganz nebenbei auch noch eine ganze Galaxis
beherrschen. Da ist die Perspektive gar nicht schlecht, daß es
auch in den Reihen der Tazolen Widerstände gibt. Die
Widerständler müssen allerdings aufgrund Dremms
diktatorischer Position sehr vorsichtig sein, und am Ende verlieren
sie ja auch ganz nebenbei einen wichtigen Charakter. Auf diese Weise
zeigt Dremm auf die klassische Art, daß er noch nicht gar so
abgedreht ist und doch noch recht gut mitbekommt, was um ihn herum
passiert.
Diese kleine Ebene ist zwar interessant und trägt ein paar gute
Ansätze (z.B. wie man die Position Dro ga Dremms ankratzen
könnte); dennoch kommt auch sie hier nicht über den Ansatz
hinaus und beschäftigt sich mehr mit dem Beschreiben von
Elcoxol-Bädern als mit den Intrigen gegen den Anführer der
Algioten. Allein Dro ga Dremm als größenwahnsinniger
Diktator überzeugt, aber hierzu sind die Grundlagen auch schon
deutlich gelegt, und man braucht keine großartigen
Anstrengungen mehr zu unternehmen, um den Wahnsinn in seinen Augen
aufleuchten zu lassen.
Alles in allem zieht auch diese Ebene sich mehr, als es für die
Lesbarkeit gut ist.
Aber am Ende haben wir dann ja noch den Anfall von Vincent Garron.
Also, langsam kann der einem wirklich leid tun. Ich hoffe ganz stark,
daß er jetzt von einem anderen Wesen übernommen worden
ist. Wenn es sich hier nämlich wieder nur um eine seiner
Persönlichkeiten handelt, dann können seine Ärzte
eigentlich wohl nicht viel mehr tun, als ihn in ein Stasis-Feld zu
legen - denn irgendwann muß der einfach als hoffnungsloser und
gefährlicher Fall gelten. Ansonsten sag ich hier nichts mehr
zu.
Fazit:
Ein Roman, der viele bestätigen wird, die Chearth als
Handlungsebene ablehnen. Mich enttäuscht er vor allem wegen der
Haluter. Aber ich vermisse auch die tiefe und begeisternde
Atmosphäre, die Susan Schwartz im Moment anscheinend verloren
hat. Wenn ich mir die Romane so ansehe, die in letzter Zeit gekommen
sind, dann möchte man fast annehmen, daß sich ihre
anfängliche Freude an Perry Rhodan gelegt hat - und das
fände ich sehr schade
5 Punkte
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Zurück in Chearth - leider. Auch Susan Schwartz
gelingt es nämlich nicht, dieser Handlungsebene einen
wirklich guten Roman abzuringen - auch wenn sie sich
sichtlich bemüht hat. Dies liegt - wie schon so oft -
schlicht und ergreifend daran, daß diese
Handlungsebene einfach kein Interesse wecken kann.
Allerdings kann man dies durchaus in den
Verantwortungsbereich der Expokraten abschieben. |