Professor Zamorra

Band 661: "Der Gegenschlag"

Nicole, Fooly und Ted Ewigk gelingt es, das Chateau durch die Regenbogenblumen zu verlassen, welches durch das Sternenschiff der EWIGEN zerstört wird. Dabei wird auch die Mini-Sonne in der unterirdischen Kammer zerstört, was die Zerstörung des Raumers zur Folge hat - wonach dessen Bruchlandung die Erde vernichtet.
Der ERHABENE transportiert sich nach Luna in Sicherheit. Dort gibt er der Sigma Li Var den Auftrag, trotz der nahenden Zerstörung die Stellung zu halten, während ein Schiff ihn in Sicherheit bringen soll.
Li Var verweigert den Befehl, tötet in einem günstigen Augenblick Magnus Friedensreich Eysenbeiß, gibt den Sauroiden die Freiheit zurück und richtet sich selbst.
Nach einem Zwischenstop in Rom begibt sich Ted Ewigk erneut auf die Reise durch die Regenbogenblumen, während die beiden anderen zurückbleiben.
Sein Ziel: der Heimatplanet der EWIGEN vor zweieinhalb Jahren.
Sein Plan: Fooly, Nicole und sich selbst daran zu hindern, Sid Amos und Zamorra diesmal nicht davon abzuhalten, Magnus Friedensreich Eysenbeiß laufen zu lassen. Er unterrichtet Fooly über die Geschehnisse, der wiederum Ted und Nicole informiert. Die drei kehren zur Erde zurück, Sid Amos und Zamorra enttarnen Eysenbeiß, und Yared Salem, den Alphas mit ihren Dhyarras "wiederbeleben", wird der neue ERHABENE.
Ted Ewigk lebt fortan unter den EWIGEN, dazu verdammt, erst dann eingreifen zu können, wenn die Zeit gekommen ist - der Moment, da die Straße der Götter zerstört und die Erde von dem Sternenkreuzer bedroht wird.
Als Alpha Sta-Mene, immer durch einen undurchsichtigen Helm und einen Stimmenverzerrer geschützt, arbeitet er sich auf der Karriereleiter nach oben und wird zu einem Vertrauten des ERHABENEN, der einen Haß vor allem auf Zamorra und dessen Crew hegt, der in all den Jahren nicht einen Versuch unternahm, ihn aus der Gefangenschaft von Eysenbeiß zu befreien.
Auf der Erde hoffen in der Zwischenzeit alle, daß Teds Plan funktioniert; in den Höllentiefen glaubt Lucifuge Rofocale, Armageddon stünde vor der Tür.
Und Merlin, der Zauberer von Avalon, Diener des Wächters der Schicksalswaage, wartet ab.
Während für die meisten nur Minuten vergehen, sind es für Ted Ewigk - im wahrsten Sinne des Wortes - Jahre. Er ist beim Bau des Kreuzers dabei, erfährt, daß Salem eine List Rikers plant, sieht die Zerstörung der Straße der Götter - und kann erst eingreifen, als sie sich der Erde nähern.
Ted weist den ERHABENEN darauf hin, daß noch Agenten der Dynastie auf der Erde sind. Trotzdem wird der Befehl zum Angriff gegeben, was Ted nutzt.
Er schaltet seinen Vocoder lauter, so daß alle in der Leitzentrale hören, was geschieht. Er spielt die entscheidenden Sätze des ERHABENEN ab und leitet einen Rundruf an alle Schiffe der Flotte weiter.
Woraufhin die Hölle losbricht, als er den ERHABENEN zum Zweikampf um die Macht auffordert. In der allgemeinen Verwirrung tötet Ewigk Yared Salem und taucht unter - und erst wieder auf, als alle anderen im Raum, Cyborgs und EWIGE, tot sind.
Er verriegelt die Türen, aktiviert den Transfunk und gibt - sich als ERHABENEN ausgebend - den Befehl zum Rückzug der Flotte.
Dann geht er zum toten Salem, nimmt dessen Machtkristall und zerstört diesen mit einem Blaster - und somit auch das Schiff und sich selbst.
In diesem Moment greift Lucifuge Rofocale ein, der Mörder von Merlins Tochter "Eva". Er teleportiert Ted Ewigk aus dem explodierendem Sternenkreuzer hinaus.
Erst jetzt wird Merlin aktiv.
Für einen winzigen Moment taucht der Ted Ewigk, der zweieinhalb Jahre unter den EWIGEN lebte, Yared Salem tötete und den Kreuzer zerstörte, in Florida auf - direkt vor dem Ted Ewigk, der vor zweieinhalb Jahren zurückkehrte.
Dann verschmelzen die beiden durch die Einwirkung Merlins miteinander.
Die Erde ist gerettet, doch sie haben die Erinnerungen aus beiden Zeitlinien; wieso, weiß niemand.
Ted Ewigk hat nach der Verschmelzung neben dem Kristall 8. Ordnung, der von Thor stammt, zwei Machtkristalle, nämlich seinen eigenen - und den, den Nicole vor zweieinhalb Jahren mitbrachte, weil er dem anderen Ted auf dem Kristallplaneten nichts nützte.
An einem anderen Ort reden Lucifuge Rofocale und Merlin miteinander. Beide sind geschwächt. Lucifuge Rofocale meint, nach seinem Fehler (!), dem Mord an Eva, habe er einen Ausgleich geschaffen. Merlin entgegnet, dafür könne es nie mehr einen Ausgleich geben.
Lucifuge Rofocale erklärt, daß er nicht länger sein Feind sein möchte. Er reicht Merlin die Hand, und als dieser später seine Hand betrachtet, deren Fingerspitzen sich in den Arm von Satans Ministerpräsidenten geschlagen hatten, sieht er statt schwarzem rotes Blut daran...

Im Vergleich zu den beiden ersten Bänden geht es hier fast (!) schon gemütlich zu, was dem Roman aber nur guttut. Man merkt, daß sich der Autor die nötige Zeit genommen hat, um eine vernünftige, plausible Erklärung zu finden.
Definitiv waren dies die drei besten Romane der Zamorra-Serie.
Und während ein Problem gelöst wurde, taucht bereits das nächste auf - nach Asmodis scheint Lucifuge Rofocale die Seiten zu wechseln, was auf eine gewaltige Kraftverschiebung hindeuten würde; das Gute scheint einen Überhang zu bekommen.
Im nächsten Band wird das Zauberschwert Salonar gefunden. Sah es für einige Zeit so aus, als würde der sich durch die Serie ziehende rote Faden schmäler, kommt jetzt ein Highlight nach dem anderen - die Entdeckung und Wiedererweckung Amun-Re's gleich in einem Fünfteiler läßt darauf schließen, daß nach diesem SF/Horror-Dreiteiler ein Fantasy-Zyklus kommt.
Kleiner Hinweis am Rande: "Zeit macht nur vor dem Teufel halt" stammt von Barry "Eloise" Ryan und nicht von Ricky Shayne ;-).
14 Punkte.

Guido Latz

Oha, was war das denn?
Werner Kurt Giesa gelingt es hier kaum, die Atmosphäre einzufangen, die er mit den ersten beiden Bänden des Zyklus aufgebaut hat. Wirkt die Story insgesamt bis hin zum zweiten Band des Dreiteilers noch größtenteils in sich logisch geschlossen, so wird dem Leser im Abschlußband einiges zugemutet, das man beim besten Willen nicht so einfach durchgehen lassen kann.
Vor allem stehen hier an erster Stelle die seltsamen Zeitreisen, die die Akteure unternehmen. Hier bleibt eigentlich jedwede Logik auf der Strecke, was vor allem damit anfängt, daß Ted Ewigk mal eben Fooly überredet, daß dieser und Nicole die versuchte Vergangenheitsveränderung nicht durchführen. Nun, vielleicht folgen die Gesetze des Zamorra-Universums nicht denen des normalen Universums, aber hier kann eigentlich etwas ganz und gar nicht stimmen. Wenn wir die Entstehung der Zeitlinie verhindern, aufgrund derer wir überhaupt die Verhinderung erst versuchen, dann können wir schließlich nicht verhindern, daß das stattfindet, was wir verhindern wollten.
Allerdings scheint auch Werner Kurt Giesa letztendlich nicht wirklich von dem überzeugt zu sein, was er hier von sich gibt. Immerhin läßt er seine Protagonisten ähnlich ratlos zurück wie den Leser. Eigentlich schade, denn hieraus hätte man sicherlich mehr machen können - vor allem nach den ersten beiden Bänden der Trilogie.
Auch wirken in diesem Heft die Charaktere weniger gut ausgearbeitet, bleiben weit hinter den letzten beiden Bänden zurück.
Interessanterweise gilt dies auch für die gesamte Handlung, die an kaum einer Stelle an die letzten beiden Romane anknüpfen kann. Sicherlich, dieser Roman ist gewiß nicht schlecht, doch reicht er in keinster Weise an seine Vorgänger heran.
Da wäre dann auch das Ende der Sauroiden zu erwähnen, das nur äußerst kurz und knapp geschildert wird. Schade eigentlich, denn diese Handlungsträger hätten mehr Erwähnung verdient. Des weiteren bleibt vieles ziemlich unklar. Wieso zum Bleistift können sich einige Figuren an die fiktiven Zukünfte erinnern, andere jedoch nicht? (Allein die Erinnerung erscheint nicht nur ziemlich unmöglich, sondern auch noch recht willkürlich gewählt, was die jeweiligen Protagonisten angeht.)
Sicherlich, gerade eine solche Zeitreisestory ist schwer zu gestalten und verlangt dem Autoren einiges ab, doch wirkt die hier gebotene Lösung stellenweise sehr stark konstruiert - kein Vergleich mit den ersten beiden Bänden der Trilogie, in denen vor allem die Dramatik der Handlung wesentlich stärker zum Zuge kam, die hier jedoch im Vergleich fast schon nicht mehr vorhanden ist.
Schade eigentlich, aus diesem Roman hätte man mehr machen können - viel mehr. Was allerdings nicht heißen soll, daß dieses Heft etwa schlecht wäre. Beileibe nicht! Es ist halt nur nicht der krönende Abschluß einer genialen Trilogie, sondern einfach nur ein durchschnittliches Heft, bei dem der Autor vielleicht ein wenig unter Zeitdruck gelitten hat, so daß er die Zusammenhänge nicht mehr vollkommen stimmig in die Handlung einbauen konnte.

Fazit:
Obwohl er alles andere als schlecht ist, erfüllt dieser Roman doch keineswegs die Erwartungen, die man nach den ersten beiden Bänden in ihn setzen konnte. Heraus kommt dabei ein Heft, das zwar den Durchschnitt übertrifft, die Trilogie jedoch insgesamt von "unübertreffbar" auf "ziemlich gut" herunterzieht.
Einzelwertung des Heftes: 7 Punkte.
Gesamtwertung der Trilogie: 12 Punkte.

Winfried Brand

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