Das Ende
der Welt scheint nah. Immer weiter rücken die dunklen Truppen
von Yrroth vor, Tod und Verderben mit sich bringend.
Währenddessen zieht D'Anjal mit seinen Gefährten los, um
das Erzschwert der Riesen Vloch zu erlangen; damit wollen sie
versuchen, dem Sieg über das Dunkle einen Schritt
näherzukommen. Auf seiner Reise muß D'Anjal sich mit
vielen alten Legenden und ebenso alten Lebewesen auseinandersetzen,
die irgendwo in diesem Spiel (das über Jahrtausende geht) einen
Platz haben - auch wenn dieser nicht auf den ersten Blick klar
ersichtlich ist.
Das Böse macht die Welt unsicher, und das Gute muß nun
fünf bestimmte Schwerter sammeln, damit der prophezeite
Erlöser damit die Welt retten kann. Klingt nicht neu, ist nicht
neu, und wird auch nicht neu. Werfen wir doch zunächst mal einen
Blick auf den Umschlag. "Ganz im Stil von Tolkien gehalten, mit einer
frischen (unamerikanischen) Note für alle, die Fantasy mit
Zwergen, Trollen, Riesen und Zauberschwertern mögen."
Nun - in der Tat haben wir hier eine ganz eigene Erzählweise der
klassischen Rassen, die durchaus Spaß macht. Maryson ist es
tatsächlich gelungen, den alten, bekannten Rassen ein eigenes
Gewand zu geben, unter dem man allerdings noch erkennt, was hier denn
dargestellt werden soll.
Auf der anderen Seite hat er sich dann doch ein wenig zu stark an
Tolkien orientiert. Maryson hat versucht, seiner Geschichte einen
Atem zu geben, welcher der Stimmung des ausgehenden "Herrn der Ringe"
ähnelt. Diesmal gilt aber: Manchmal klaut man lieber nicht. In
meinen Augen sind die Anleihen sehr deutlich, aber in den wichtigen
Punkten, die dem Roman seine Faszination geben könnten,
übertreibt er. Maryson personifiziert das Böse, gibt ihm
einen Körper und macht es auf diese Weise nicht zu einem
unberechenbaren Faktor, sondern (auch durch die Handlung) zu einem -
allem Anschein nach - recht hilflosen Protagonisten. Auch in anderen
Charakteren zeigt sich, daß der Roman einfach zu überladen
ist. Marysons Charaktere schmeißen mit den Jahrtausenden nur so
um sich. 5000 Jahre hier, 3000 Jahre da. Hinzu kommt dann noch einen
Vielzahl von Charakteren, die ihr Alter noch nicht in Jahrtausenden
zählen; und bald hat man kaum mehr eine Ahnung, wer jetzt wohin
gehört. So ganz nebenbei werden dann auch noch eine Menge
Handlungsschauplätze in die Handlung gebracht, die aber
teilweise noch nicht oder nicht mehr in die Geschichte eingreifen.
Auf der anderen Seite sollen sie aber auch nur zeigen, wie die
Bösen arbeiten, und davon haben wir auf der Hauptebene schon
genug Beweise. Nur dafür hätte man die ganzen Sachen nun
wirklich nicht gebraucht.
Was bleibt, ist eine Geschichte, eine Reise erzählt, die
angefangen hat und irgendwann enden wird. Nebenbei sind eine ganze
Menge Episoden eingestreut, die mehr oder weniger nichts Neues, aber
auch nichts besonders Einfallsreiches erzählen. Und wie
großartig der Held D'Anjal ist, kann ich langsam auch nicht
mehr hören.
Fazit:
Eine harmlose Geschichte mit einigen wenigen positiven Ansätzen,
die aber leider in der Belanglosigkeit versinken. Der Roman
schließt sich da nahtlos an seine Vorgänger an.
7 Punkte