R.A. Salvatore:

"Das verwunschene Tal"

(Dämonendämmerung 3)
OT: The Demon Spirit (Parts I + II)
Ü: Christiane Schott-Hagedorn
USA 1998
(411 Seiten, Taschenbuch, Blanvalet 24905, ISBN 3-442-24905-8, DM 17,90)
- erschienen: Oktober 1999 -

Nachdem der geflügelte Dämon vernichtet ist, sind seine Heere zerfallen; sie ziehen nun getrennt und unabhängig voneinander raubend und plündernd durch die Lande. Allein können der Hüter Elbryan und seine Gefährtin Pony nichts tun. So suchen sie Hilfe im Tal der Elfen. Hier schließt sich ihnen aber nur Elbryans alter Lehrer an. Zu dritt versuchen sie, einige Vertriebene zu organisieren, die die feindlichen Heere in sich spalten und auf diese Art ihre zahlenmäßige Unterlegenheit wett machen wollen.
Währenddessen tobt Vorsteher Markward in der Abtei St. Mere-Abelle. Er will immer noch den abtrünnigen Mönch Avelyn tot vor sich liegen sehen. In seinem eigenen persönlichen Wahnsinn behauptet er sogar, daß Avelyn mit dem Dämon im Bunde gestanden haben soll. Voller Wut schickt er eine Expedition in den hohen Norden, die hier nach Avelyn forschen soll, der ja längst unter den Trümmern begraben liegt; doch sie machen eine andere Entdeckung, die Elbryan und Pony später noch einmal sehr beschäftigen wird...

Also, eines muß man Salvatore lassen. Er rettet diesmal nicht einfach die Welt vor irgendwelchen bösen Horden, sondern beschäftigt sich in einer eigenen Geschichte mit den Hinterlassenschaften des bösen Dämonen, der in den letzten beiden Büchern der Oberbösewicht war. Dies ist etwas, was er vielen anderen voraus hat. Meist ist ja alles vorbei, hat man die Bösen erst einmal besiegt. Hier jedoch fängt eine neue Geschichte an. Wieder stehen Elbryan und Pony im Mittelpunkt, die ihren Kampf gegen Pauris, Goblins und Riesen fortführen, und wieder fließt Blut in Strömen. Typisch Salvatore halt.
Auf geschickte Art und Weise sorgt Salvatore dafür, daß die Geschichte nicht zu einfach wird. Auf der einen Seite führt er die Handlung um den Hüter konsequent weiter. Da dies für sich allein jedoch ein wenig langweilig wäre, baut er um die Mönche von St. Mere-Abelle eine neue Handlungsebene ein, die in Dämonendämmerung 4 dann auf die andere treffen und hier noch für allerhand Unheil sorgen wird.
Soweit die geschickte Verknüpfung der beiden Geschichten. Leider aber beschränkt sich Salvatore wieder auf das, was er am besten kann: Kämpfen, Kämpfen und Bogenschießen. Auf diese Weise bleibt die Ebene um Elbryan und Pony recht unspektakulär. Zwar wird beschrieben, wie das Land unter den verschiedenen Armeen zu leiden hat, aber auf der anderen Seite haben wir mal wieder fast nur Kämpfe, in denen Pony und der Hüter einen Goblin nach dem anderen ins Jenseits befördern. Als die Handlung dann endlich auf die paar armen Widerständler trifft, ist das schon mehr als durchgekaut, geht aber auch erst richtig los. Wie bereits im Vorgängerband wird mal wieder aus dem Verborgenen gekämpft. Elbryan ist der große Anführer, der sich in seiner Haut eigentlich gar nicht wohlfühlt und eigentlich viel lieber woanders wäre. Leider steht dem Charakter die Rolle des Antihelden aber gar nicht, und so wirkt das in meinen Augen dann auch wenig überzeugend.
Ein wenig mehr Abwechslung bietet die Ebene um die Mönche. Hier führen die Reisenden ein munteres Intrigenspiel, das zeigt, wie wenig hier doch Glaubensfragen als vielmehr Machtgelüste im Vordergrund stehen. (* Aber da brauchte Salvatore überhaupt nichts dazuzuerfinden, das ist die pure Wirklichkeit. Jetzt hätte er das ganze bloß noch mit nur leicht verfälschten Realnamen würzen müssen... >:-) Heike) Von dieser Seite aus ist sicher noch etwas zu erwarten.

Fazit:
Kein Zweifel, daß Salvatore ein ganz passabler Schriftsteller ist; und all jene, die viele viele Kämpfe mögen, werden hier bestens bedient. Im großen und ganzen jedoch gibt die Handlung einfach nicht genug her, um sich aus dem Durchschnitt zu erheben. Gute Fantasy besteht halt aus ein wenig mehr als aus Sword und Socery; ein paar gute Ideen wären zum Beispiel angesagt.
7 Punkte

Alexander Haas


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