Nachdem
der geflügelte Dämon vernichtet ist, sind seine Heere
zerfallen; sie ziehen nun getrennt und unabhängig voneinander
raubend und plündernd durch die Lande. Allein können der
Hüter Elbryan und seine Gefährtin Pony nichts tun. So
suchen sie Hilfe im Tal der Elfen. Hier schließt sich ihnen
aber nur Elbryans alter Lehrer an. Zu dritt versuchen sie, einige
Vertriebene zu organisieren, die die feindlichen Heere in sich
spalten und auf diese Art ihre zahlenmäßige Unterlegenheit
wett machen wollen.
Währenddessen tobt Vorsteher Markward in der Abtei St.
Mere-Abelle. Er will immer noch den abtrünnigen Mönch
Avelyn tot vor sich liegen sehen. In seinem eigenen persönlichen
Wahnsinn behauptet er sogar, daß Avelyn mit dem Dämon im
Bunde gestanden haben soll. Voller Wut schickt er eine Expedition in
den hohen Norden, die hier nach Avelyn forschen soll, der ja
längst unter den Trümmern begraben liegt; doch sie machen
eine andere Entdeckung, die Elbryan und Pony später noch einmal
sehr beschäftigen wird...
Also, eines muß man Salvatore lassen. Er rettet diesmal nicht
einfach die Welt vor irgendwelchen bösen Horden, sondern
beschäftigt sich in einer eigenen Geschichte mit den
Hinterlassenschaften des bösen Dämonen, der in den letzten
beiden Büchern der Oberbösewicht war. Dies ist etwas, was
er vielen anderen voraus hat. Meist ist ja alles vorbei, hat man die
Bösen erst einmal besiegt. Hier jedoch fängt eine neue
Geschichte an. Wieder stehen Elbryan und Pony im Mittelpunkt, die
ihren Kampf gegen Pauris, Goblins und Riesen fortführen, und
wieder fließt Blut in Strömen. Typisch Salvatore halt.
Auf geschickte Art und Weise sorgt Salvatore dafür, daß
die Geschichte nicht zu einfach wird. Auf der einen Seite führt
er die Handlung um den Hüter konsequent weiter. Da dies für
sich allein jedoch ein wenig langweilig wäre, baut er um die
Mönche von St. Mere-Abelle eine neue Handlungsebene ein, die in
Dämonendämmerung 4 dann auf die andere treffen und hier
noch für allerhand Unheil sorgen wird.
Soweit die geschickte Verknüpfung der beiden Geschichten. Leider
aber beschränkt sich Salvatore wieder auf das, was er am besten
kann: Kämpfen, Kämpfen und Bogenschießen. Auf diese
Weise bleibt die Ebene um Elbryan und Pony recht unspektakulär.
Zwar wird beschrieben, wie das Land unter den verschiedenen Armeen zu
leiden hat, aber auf der anderen Seite haben wir mal wieder fast nur
Kämpfe, in denen Pony und der Hüter einen Goblin nach dem
anderen ins Jenseits befördern. Als die Handlung dann endlich
auf die paar armen Widerständler trifft, ist das schon mehr als
durchgekaut, geht aber auch erst richtig los. Wie bereits im
Vorgängerband wird mal wieder aus dem Verborgenen gekämpft.
Elbryan ist der große Anführer, der sich in seiner Haut
eigentlich gar nicht wohlfühlt und eigentlich viel lieber
woanders wäre. Leider steht dem Charakter die Rolle des
Antihelden aber gar nicht, und so wirkt das in meinen Augen dann auch
wenig überzeugend.
Ein wenig mehr Abwechslung bietet die Ebene um die Mönche. Hier
führen die Reisenden ein munteres Intrigenspiel, das zeigt, wie
wenig hier doch Glaubensfragen als vielmehr Machtgelüste im
Vordergrund stehen. (* Aber da brauchte Salvatore überhaupt
nichts dazuzuerfinden, das ist die pure Wirklichkeit. Jetzt
hätte er das ganze bloß noch mit nur leicht
verfälschten Realnamen würzen müssen... >:-)
Heike) Von dieser Seite aus ist sicher noch etwas zu
erwarten.
Fazit:
Kein Zweifel, daß Salvatore ein ganz passabler Schriftsteller
ist; und all jene, die viele viele Kämpfe mögen, werden
hier bestens bedient. Im großen und ganzen jedoch gibt die
Handlung einfach nicht genug her, um sich aus dem Durchschnitt zu
erheben. Gute Fantasy besteht halt aus ein wenig mehr als aus Sword
und Socery; ein paar gute Ideen wären zum Beispiel angesagt.
7 Punkte