Zum
Inhalt:
In Israel findet eines der Kinder Rahels mit seinen Dienerkreaturen
auf dem Hof einer Großfamilie eine seltsame Truhe -
natürlich nachdem man die Bewohner erst einmal fröhlich
gemeuchelt hat.
Währenddessen kämpft Lilith in Australien mit der Schuld,
die sie aufgrund ihrer Rolle im Entstehungsprozeß der neuen
Vampire auf sich geladen hat, wobei sie zwischenzeitlich
offensichtlich ihr Selbst zu verlieren droht. Doch auf dem Dachboden
des Hauses ist immer noch das seltsame Netz, durch das Esben Storm
verschwunden ist, nachdem er ihren Symbionten gestohlen hat, und das
auch sie irgendwann erwartet, dem sie sich stellen muß. Doch
erst einmal wird sie von Erinnerungen geplagt - Erinnerungen, die die
Geschichte ihrer Eltern betreffen...
Mit reichlich Verspätung (Warum haben Autoren eigentlich solche
Schwierigkeiten, Termine einzuhalten? Naja, eigentlich eine dumme
Frage, ich sehe ja selber, wie es mit den Rezensenten so
läuft... <grins>) ist nun der zweite Band des Volks
der Nacht erschienen - angesichts der Dramatik der Ereignisse
(soviel möchte ich einmal vorwegnehmen) bleibt nur zu hoffen,
daß sich dies in nächster Zeit besser einspielen wird, da
der Leser ansonsten wirklich Probleme bekommen wird, die Wartezeit zu
überstehen, ohne beim Verlag einzubrechen und verzweifelt nach
Manuskripten zu suchen - ähem... Angesichts der unlöblichen
Entscheidung, Die Wölfin als Subserie innerhalb der
Hauptserie zu veröffentlichen, dürfen wir jetzt
nämlich gleich ein halbes Jahr auf den nächsten Band warten
- bei den Geschehnissen dieses Bandes eigentlich ein unhaltbarer
Zustand...
Aber kommen wir nun endlich zum Roman selber, bei dem sich die
Autoren offensichtlich so langsam an die neue Form gewöhnt
haben. Die verwirrende Vielfalt der Einmal-Charaktere ist weitgehend
verschwunden, und auch die eigentliche Geschichte wirkt eher
zusammengehörig und mit einem durchgehenden Spannungsbogen
versehen, nicht so episodenhaft wie das letzte Buch.
Inhaltlich führen die beiden Autoren den begonnenen Weg
konsequent fort, steigern die Dramatik der Ereignisse noch in neue
Höhen, die den Leser das Buch förmlich verschlingen lassen.
Die Reihe hat mit diesem Band sicherlich einen Punkt erreicht, der
weit über dem Spannungsniveau der Heft- und auch der
Taschenheftserie liegt. Doch dies deutete sich ja bereits in den
letzten zehn Taschenheften sowie dem ersten Hardcover an - was jedoch
den Verdienst der Autoren nicht weiter schmälern sollte. Dieser
Roman zählt in Sachen Dramatik und Spannung sicherlich zum
Besten, was in letzter Zeit in Sachen deutschsprachiger Phantastik
auf den Markt gekommen ist.
Allerdings wird dieses Plus vielleicht ein wenig teuer erkauft -
nämlich eventuell auf Kosten des guten Geschmacks und ein wenig
auch der Achtung vor Religionen. Es mag zwar viele Leute geben, die
sich nicht an dieser Handlung stören werden, doch gehen Weinland
und Stahl m.E. ein wenig zu weit. Selbst ich, der ich mit den
christlichen Religionen (ebenso wie auch den anderen) recht wenig
anfangen kann und mich für einen Atheisten halte, habe langsam
ein paar kleine Probleme mit der Handlung. Denn diese wirkt mit ihrem
Fortschreiten dann doch teilweise ein wenig zu abgehoben, wobei ich
vor allem auf den bösen Bruder Jesu anspielen
möchte.
Aber auch die Tatsache, daß die neuen Vampire von Gott
geschaffen wurden, um die verruchte Menschheit mit einer neuen Plage
zu strafen, sowie Liliths Auftrag, Jesu vor dem Tod am Kreuz zu
bewahren und ihn in die Jetztzeit zu bringen, damit er hier den
Erlöser spielen kann, ist doch mehr als abgehoben. Wie gesagt:
Das geht selbst mir ein wenig zu weit. Manfred Weinland und Timothy
Stahl können jedenfalls froh sein, daß sie sich
hierfür nicht den Islam ausgesucht haben. (Salman Rushdie Nr. 2
und 3 wären vorprogrammiert gewesen...) Die katholische Kirche
bestraft im Höchstfall mit Exkommunizierung - hoffen wir also,
daß die beiden nicht katholisch sind... <grins>
Vor diesem Hintergrund bleibt dann also ein ziemlicher Wermutstropfen
im allgemeinen Eindruck des Romans zurück, der die Bewertung
dann doch geringfügig nach unten drückt, da diese
Hintergründe selbst für Religionsverächter doch ein
bißchen schwer zu verdauen sind. Manfred Weinland meint hierzu
dann auch ganz richtig im beiliegenden Zaubermond-Lesermagazin
Mystery Press, daß solches im Heft und Taschenheft
nicht möglich gewesen wäre. Recht hat er! Ob es im
Hardcover aber wirklich sein muß? Ich glaube, dies sollte jeder
für sich selbst entscheiden.
Kommen wir noch kurz auf die Mystery Press zu
sprechen.
Dieses Magazin ist sicherlich eine sehr interessante Einrichtung und
bietet vor allem dem Vampira-Fan wieder eine Leserseite, die von
Monster-Mike Schönenbröcher betreut wird. Was haben wir ihn
vermißt! Aber auch sonst ist dieses Magazin äußerst
gelungen. Ich persönlich würde jedoch dafür
plädieren, nach der vorliegenden 0-Nummer nicht auf
DIN A5 umzusteigen, sondern das hier verwendete Format beizubehalten
- es ist einfach sehr angenehm zu lesen und paßt auch
problemlos in das Buch.
Inhaltlich vermag das Magazin jedenfalls voll zu überzeugen,
nicht zuletzt wegen der Interviews, von denen dasjenige mit Ernst
DerNameistunaussprechlich Vlcek teilweise auch in die
Perry Rhodan-News dieser Flash-Ausgabe Einlaß gefunden hat. Die
Mischung und Aufmachung ist jedenfalls sehr schön und
läßt kaum Verbesserungswünsche aufkommen. Weiter
so!
Fazit:
Für religiöse Menschen eventuell nur schwer verdaulich,
bietet Die achte Plage jedoch einen Spannungsbogen, der
bisher in der Serie noch kaum erreicht wurde. Das halbe Jahr bis zum
nächsten regulären Band der Serie wird jedenfalls sehr,
sehr lang. Ein bißchen weniger Abgehobenheit in der
Handlung hätte dem Buch jedoch besser zu Gesicht gestanden.
Manches wirkt dann doch zu seltsam.
12 Punkte.
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Nach den sich häufig überstürzenden
Ereignissen im Vorband "Kinder des Millennium" dürfte
sich der geneigte Leser die Fortsetzung der Serie
herbeigesehnt haben. Daß man nun im Gegensatz zu den
seligen Taschenheften ein paar Monate warten muß, bis
es endlich weitergeht, ist angesichts der zyklischen
Handlung zwar betrüblich, aber wenn sich das Warten
lohnt, nimmt man die Zeit gerne in Kauf. |
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Nach einer unendlich lang erscheinenden Zeit ist nun also
doch noch der zweite Band mit unserer Lieblingsvampirin
erschienen - und schon gibt es Ärger und Unruhe... |