Vivian und
ihr Mann sind auf Geschäftsreise in New York. Als Vivian von der
Frau eines Geschäftspartners ihres Mannes zu einer Seance
eingeladen wird, macht sie eine grausame Entdeckung. In New York
gehen seltsame Geschehnisse vor. Ein alter Mann tauscht Stück
für Stück wichtige Persönlichkeiten gegen
Spiegelbilder derselben aus, die ihm sklavisch ergeben sind. Sein
Konkurrent züchtet derweil im Untergrund eine Armee von
grausigen Kreaturen. Beide wollen nur eines: Macht und den Tod des
anderen, auch wenn sie sich für den Moment verbündet haben.
Aber beide wollen auch Vivian, die von einem alten Geheimnis an beide
Männer gebunden ist. Da jedoch beide ein anderes, aber jeweils
unfreundliches Schicksal für sie vorgesehen haben, befindet sie
sich auf einer Flucht, ohne wirklich zu wissen, wovor sie flieht. Und
ihm Hintergrund liefern sich die beiden Feinde einen Krieg, der auf
vielen Ebenen ausgefochten wird...
"Schon in diesem frühen Werk...." Nun, 1992 nenne ich nicht
unbedingt ein Frühwerk für einen Autor, der mir schon aus
meinen frühen Kindertagen bekannt ist - auch wenn ich noch nicht
zu den Oldies gehöre. Aber dennoch gibt mir dieser Kommentar zu
denken. Was will uns der Autor damit sagen? Ganz einfach, hier soll
versucht werden, aus dem momentanen Boom an Romanen mit dunklen und
finsteren Elementen ein wenig Profit herauszuschlagen. Und das mit
einem Roman, der ganz bestimmt nicht zum Besten gehört, was
Bastei zu bieten hat. Aber sehen wir uns die Sache mit einem weiteren
Seitenblick auf den Klappentext einmal an. Dort bekommen wir
weiterhin zu lesen: "Fantasy goes Horror". Nun, ein wenig Horror
haben wir tatsächlich relativ bald; dann bekommt aber eher der
Leser beim Lesen einen Horroranfall, und alle weiteren Elemente
müssen fast bis zum Ende warten, an dem der Autor noch mit ein
paar Ekelelementen aufwarten will, die aber allenfalls
lächerlich wirken. Der eigentliche Horror liegt, wie gesagt,
eher beim Leser, der gar nicht glauben kann, was der Autor uns hier
auftischt. Dabei merkt man durchaus, daß der Autor weiß,
wie man einen Roman aufbaut. Hier gibt es Charaktere in einem
Maß, in dem sie ihren Zweck erfüllen, aber trotzdem nicht
die Übersicht nehmen. Das geht recht gut; man weiß
eigentlich immer, wer was, wie und wo etwas zu tun, zu sagen oder zu
machen hat. Aber damit wäre auch schon alles Positive über
den Roman gesagt.
Die Geschichte ist so konstruiert, daß sie gekonnt an jeder
Spannung vorbeigeht. Ein New Yorker Großstadtgefühl kommt
zu keiner Zeit auf. So plätschert denn die Handlung zwischen
einer Intrigengeschichte und einer Monstergeschichte dahin, und ein
wenig Zauberei haben wir dann auch noch dabei. Die in diesem Kreis
enthaltenen Fantasy-Elemente fallen dann auch kaum noch auf.
Für mich ist beim Lesen eines Romans sehr wichtig, daß er
mich mitreißt und fasziniert, aber genau das ist hier nicht
passiert.
Fazit:
Die Wiederauflage eines Klassikers, der keiner ist. Nichts für
Horror-Fans, nichts für Fantasy-Fans - und Hohlbein-Fans werden
das Ding eh schon besitzen.
5 Punkte