Mark Hellmann

Band 54: "Keiner kommt hier lebend raus!"

Mark Hellmann ist mit Hilfe seines Ringes in der alten DDR gelandet, genauer gesagt im Jahr 1971. Dort trifft er die beiden Jugendlichen Axel und Klaus, die ihn nach einer Vision, die er hatte, im Jahr 1999, durch Srp (auch Nummer Eins genannt) gesteuert, töten werden. Dummerweise hat sich Mark beim ersten Kontakt mit den beiden (in einer Gaststätte) als ABI (staatliches Kontrollorgan) ausgegeben, was einem machtbesessenen Hilfspolizisten gar nicht gefällt. Mark kann diesen jedoch abwimmeln und klärt die beiden Jugendlichen darüber auf, daß er aus der Zukunft kommt, ohne jedoch seinen wahren Auftrag zu verraten. Übernachten will er bei Axel, dessen Vater bei einem Unfall im Braunkohletagebau ums Leben gekommen ist. Auch Axels Mutter, Anke Mewes, wird aufgeklärt, denn Mark will dafür sorgen, daß gefährdete Personen in seiner Nähe bleiben. (Merkwürdigerweise geht allerdings Klaus nach Hause und wird fortan im ganzen Roman nicht mehr erwähnt!)
Als Axel noch in der Nacht auf dem Dachboden nach einem Kreuz sucht, wird er dort von dem Mädchen Marina verführt und aufgehetzt, die ihm erklärt, daß Mark Hellmann in Wirklichkeit ein Schwarzmagier wäre, der sie töten will. Dieser und Frau Mewes haben inzwischen den bestialischen Mord an einer Nachbarin und deren Tochter entdeckt. Als Axel (mit zerstörtem Kreuz und gesundem Mißtrauen gegen Hellmann) vom Dachboden zurückkehrt, wird die Polizei gerufen. Um nicht entdeckt zu werden, verkriecht sich Mark Hellmann in einem kleinen Kabuff in der Mewes'schen Wohnung, wo er einer schwarzmagischen Attacke unterliegt.
Nach einem dienstlichen Gespräch mit seinem Vorgesetzten, das allerdings mehr ein Besäufnis ersten Ranges war, ist der Hilfspolizist Albert Reiter wild entschlossen, die Machenschaften von Axel Mewes und Mark Hellmann aufzudecken. Also legt er sich in einem leerstehenden Haus auf die Lauer, um die Mewes'sche Wohnung zu beobachten. Spät in der Nacht entdeckt er Axel und ein ihm unbekanntes Mädchen, die ein riesiges Bündel in Richtung Fluß schleppen. Dort greift allerdings der Lurjahn ein; er kann Marina töten und Mark Hellmann befreien. Axel, der nun nicht mehr unter Marinas Einfluß steht, gibt Mark auch prompt dessen Siegelring zurück. Die beiden brechen sofort auf, und endlich die Unglücksstelle im Tagebau zu untersuchen. Soviel bekommt Albert Reiter noch mit, bevor er in die Erde gesogen wird.
Am nächsten Morgen geht Anke Mewes trotz schwerster Bedenken zu ihrer Arbeit. Von dort muß sie sich allerdings zu einem Verhör bei Reiters Vorgesetztem einfinden, wo ein Angriff durch schwarzmagische Kräfte auf sie erfolgt, denn Marina, inzwischen in Schlangengestalt mit menschlichem Kopf, will ihren Körper (genauer gesagt ihr Fleisch), um sich regenerieren zu können. (Merkwürdigerweise wird Reiters Vorgesetzter, Gerd Hagemann, völlig unbeachtet liegengelassen.)
Mark Hellmann hat mit Axel die Unglücksstelle fast erreicht, da fällt ihm siedendheiß dessen Mutter ein. Also wird auf eine Untersuchung der Stelle verzichtet, und man kehrt ins Städtchen zurück. Doch zu Hause ist Muttern nicht, also ab zur Arbeitstelle. Dort erfahren die beiden von dem Verhör, und in voller Eile geht es los. Doch noch im Supermarkt versucht eine Minigang, sich mit den beiden anzulegen. Mark ist aber nicht auf den Kopf gefallen; er kann die drei Jugendlichen sogar als Hilfstruppen requirieren. Auf geht es zum Büro des ABV Hagemann, wo Mark mit einer Leihgabe des Lurjahn die Zeit anhält und Axels Mutter befreien kann. Diese wird von Axel in Sicherheit gebracht, und Mark tritt mit seiner Hilfstruppe gegen Marina und ihren Gehilfen Albert Reiter an...

Natürlich gewinnt Mark diesen Kampf, aber dummerweise erfährt der Leser noch nicht einmal, wie er das eigentlich schafft. Überhaupt ist der Schluß sehr unbefriedigend, denn man erfährt eigentlich nur, daß Marina besiegt ist und Mark wieder einmal automatisch in seine Zeit zurückkehrt. Netter Nebengag: Mark bekommt sogar den Dialog noch mit, der nach seinem Verschwinden vom Sofa der Mewes geführt wird...
So wird ein eigentlich recht ordentlicher Roman mit einer nicht schlechten Story durch diesen Schnellschuß von Schluß in die tiefsten Niederungen der Trivialliteratur zurückgeworfen. Ein besseres Ende, und mehr von Klaus (der Hellmann ja laut dessen Vision zusammen mit Axel tötet), und dieser Band hätte ohne Probleme die oberen Punktränge erreicht.

Immerhin, auf der Leserbriefseite werden wir diesmal von den Bach'schen Ergüssen verschont, denn auf vollen drei Seiten (deshalb auch der abrupte Schluß?) finden wir Zeitungsausschnitte zu Mark Hellmann, alle allerdings aus den neuen Ländern.

Fazit:
Ein sehr unbefriedigender Schluß und nur eine Hauptfigur (Axel), wo es eigentlich zwei sein sollten, sorgen nicht gerade für Begeisterung. Immerhin ist der Roman stilistisch in Ordnung, somit bleibt wenigstens noch ein Punkt...

Ritchie Eberle

home...