Zum
Inhalt:
Jahre nachdem sich Dion in die Einsamkeit zurückgezogen hat und
ihr Dasein als Heilerin bestreitet - da sie immer noch von
Schuldgefühlen geplagt wird, weil sie den Dämon, den sie
vernichtete, erst selbst in die Welt geholt hat - wird sie von zweien
ihrer Brüder besucht, die sie eigentlich gar nicht wirklich
kennt. Denn sie wurde im Alter von vier Jahren zu einem Magier
gegeben, der sie in den Künsten der Magie schulen sollte. Doch
nicht nur hierin hat er sie ausgebildet, sondern er hat ihr auch ein
reichlich schwaches Selbstbewußtsein mit auf den Weg gegeben,
unter dem sie immer noch leidet.
Ihre Brüder bitten sie, nach Moria zurückzukommen, obwohl
sie wissen, daß hier immer noch die Kirche der brennenden Hand
herrscht, die jegliche Magie verboten hat - es sei denn, sie
würde von Priestern ausgeübt. Und in Moria werden immer
noch Magier und Heiler verbrannt, wenn sie ihre Begabung einsetzen.
Doch ihre Schwester ist verschwunden, und nicht nur ihre Geschwister
träumen nachts schlecht, sondern auch Dion wird seit einiger
Zeit von Alpträumen heimgesucht. Ihre Brüder bitten sie,
auf magischem Weg nach ihrer Schwester zu suchen. Und
schließlich willigt Dion ein, nach Moria zurückzukehren -
daß sie dabei auch ins Rampenlicht der Ereignisse
zurückkehrt, das sie nun überhaupt nicht mag, ist ihr zu
diesem Zeitpunkt noch nicht bewußt. Und es stellt sich heraus,
daß Moria eine viel größere Gefahr droht, als man
zunächst annehmen konnte...
"Die Engel des Feuers" stellt wieder einmal einen mehr "klassischen"
Fantasy-Roman dar. Wir haben hier die magisch begabte Frau in einer
Welt, in der eigentlich nur Männer die "wirkliche" Magie
ausüben dürfen, Frauen bestenfalls als Heilerinnen taugen
und ansonsten gefälligst zuhause bleiben sollen.
An sich also überhaupt nichts neues, doch Jane Routley versucht,
dieses Konzept mit höfischen Intrigen und einer Liebesgeschichte
zu garnieren, um wenigstens ein bißchen Interesse beim Leser zu
schüren. Leider wäre dieser Roman dann auch besser in der
Ecke der "Frauenromane" aufgehoben denn in der Phantastik - wäre
da nicht der Fantasygehalt der Geschichte. Jane Routley versucht hier
den Spagat zwischen Fantasy-, Liebes- und Königshofroman - und
scheitert größtenteils an der selbst gestellten
Aufgabe.
Dies liegt vor allem an den teilweise stark schwülstig geratenen
Liebesroman-Szenen, ebenso aber auch an den höfischen Intrigen,
die irgendwann einfach nur noch langweilig, weil viel zu breit
ausgewalzt, erscheinen. Und hier liegt dann auch der
Haupt-Schwachpunkt des Romans: Die Autorin erscheint viel zu sehr
verliebt in all ihre Beschreibungen der Intrigen, der höfischen
Zustände, der Liebesszenen, um sich früh genug von ihnen
lösen zu können, bevor sie den Leser zu langweilen
beginnen.
Dabei ist die Story an sich gar nicht so schlecht, und wenn der Roman
im letzten Viertel dann endlich Fahrt aufnimmt, kommt auch eine recht
ansehnliche Geschichte dabei heraus. Doch bis man diesen Punkt
erreicht hat, ist viel harte (Lese-)Arbeit vonnöten, bei der man
sich förmlich durch den Roman hindurchbeißen muß.
Insgesamt ist das dann doch ein bißchen zu wenig, um den Leser
bei der Stange zu halten bzw. ihn zum Kauf des Romans zu
überreden. Der Zyklus abgeschlossener Romane um "Dion von Moria"
mag zwar durchaus seine Käufer finden - doch stellt sich die
Frage, aus welcher Zielgruppe diese denn kommen sollen. Denn die
Phantastik-Leser dürften mit diesen ausufernden, in weiten
Teilen an die sogenannten "Frauenromane" erinnernden Schilderungen
recht wenig anzufangen wissen, da diese zu stark aufgebauscht werden
und die Autorin hier kein Ende zu finden scheint, während die
Zielgruppe der "Frauenroman-Leser(innen)" wohl weniger im
Phantastik-Regal des Buchhändlers herumsuchen wird.
Insgesamt bleibt festzustellen, daß Jane Routley wohl besser
rund ein Drittel an Umfang weniger geschrieben hätte, dann
wäre ein wesentlich besserer Roman dabei herausgekommen. So
wirkt die Handlung jedenfalls zu stark ausgewalzt und verfügt
stellenweise über beträchtliche Längen, was die
Lektüre nicht gerade erleichtert.
Fazit:
Von der Grundhandlung her eigentlich gar nicht mal so schlecht,
verliert sich Jane Routley zusehends in der Schilderung
höfischer Intrigen und Liebesgeschichten, die um einiges zu
breit ausgewalzt werden. Hier gilt dann einmal mehr: Weniger
wäre mehr gewesen.
4 Punkte.