Mark Hellmann

Band 56: "Der Schattenkiller von Bamberg"

Ein absolutes Novum bei MH, wir haben ein DATUM!!! Auf Seite vier wird doch tatsächlich die Nacht vom 27. auf den 28. Juni erwähnt...

Kati und Lars haben ein Liebesnest in der Hölle. So heißt eine kleine Gasse in der Nähe des Bamberger Doms. Als sie in jener bewußten Nacht gerade sehr fleißig sind, werden sie Augenzeugen, wie der Dom von umgedrehten brennenden Kreuzen abgefackelt wird. Da man beim Chatten im Internet eine gewisse Struppy kennengelernt hat, wird sofort eine E-Mail losgeschickt.
Mark Hellmann hat gerade mal wieder eine Vision, diesmal von einem Dom, auf den es gerade brennende Holzkreuze regnet. Dann erscheint ihm ein gewisser Clingh, König aller Zauberer der Gegenwart, Zukunft und Vergangenheit. Dieser fordert ihn zu einem Duell in Bamberg auf. Auch im Frühstücksfernsehen wird über den Zwischenfall berichtet. Und auch Struppy erscheint bei Mark, so daß ihm nichts anderes übrigbleibt, als sich nach Bamberg zu begeben, besonders da auch Struppy schon von schwarzmagischen Schatten angegriffen wurde.
So ganz nebenbei erfahren wir auch, daß sich Marks Vater gerade hypnotisieren läßt, weil ihm drei Tage in seinem Leben fehlen (Hier sollte man dann in Band 56 nachschauen...) Und außerdem erfährt man, daß Clingh plant, nach dem Tod Hellmanns Mephistos Platz einzunehmen.
Inzwischen ist Ulrich Hellmann in der Vergangenheit angekommen, und zwar als Henker. (Zeitreisen, wenn auch nur durch Hypnose, sind etwas Tolles.)
Pit und Tessa werden durch Schatten entführt. Doch auch Mark Hellmann ergeht es nicht besser: Kurz vor Bamberg erfolgt ein filmreifer Überfall auf ihn, allerdings ausgeführt von der Polizei. (Zu viele amerikanische Krimis gesehen, Herr Bach???) Mark wird als Brandstifter, der den Bamberger Dom in Brand steckte, verhaftet. Und alle Beweise sprechen gegen ihn. Natürlich aufgrund der Intrigen von Clingh, der Tessa und Pit für den Notfall als Geiseln genommen hat.
Inzwischen hat Ulrich noch einmal Glück gehabt. Seine erste Aufgabe ist geflüchtet, aber am nächsten Tag muß er seiner Aufgabe als Henker nachkommen... (Nebenbei gefragt: Gab es 1810 eigentlich schon Abreißkalender???) (* Abreißkalender zumindest eher als Digitaluhren mit Datumsanzeige... ;-))) ...aber dennoch möchte ich diese Frage lieber verneinen. Heike)
Nun sitzt Mark also dummerweise in einer Zelle, auch noch ohne seinen Ring. Doch da erscheint Ludwig II. und befreit ihn, auch seinen Ring erhält er zurück. Auch erhält er zusätzliche Informationen. Natürlich erfolgt auch der obligatorische Angriff der Schatten, der ebenso natürlich abgewehrt werden kann. Da Hellmann niemanden in Bamberg kennt, begibt er sich zu Kati, deren Adresse er von Struppy hat. Doch auch dort greifen die Schatten an, Kati stirbt. Dummerweise glaubt Katis Vater, daß Mark ihr Mörder ist, und geht mit einer Flinte auf ihn los. Trotz zweier Schußwunden kann Mark flüchten; in höchster Not fordert er Clingh zum Duell. Dieser jedoch verweist Mark auf das Jahr 1810, wo er auf ihn warten will. Inzwischen umzingelt von der Polizei, bricht Mark auf, um sich in der Vergangenheit Clingh zu stellen.
Auch Ulrich kommt nicht zur Ruhe. Erst rettet er einen Mann vor einem Kobold (übrigens den Schriftsteller E. T. A. Hoffmann), dann wird er von Clingh entführt, der ihn in seine Zeit zurückschicken will, wenn er morgen seiner Aufgabe als Henker nachkommen wird... (Auch hier wieder ein Verweis auf Band 56 (soll ich jetzt zwei Rezensionen schreiben???), außerdem weiß Ulrich ganz genau, daß er nach diesem Abenteuer wieder in der heimischen Küche landen wird. (Hat er auch einen Ring mit Rückkehrautomatik???))
Mark Hellmann ist mal wieder vom Regen in die Traufe geraten. Gerade mal (natürlich nackt) in einer Höhle gelandet, rennt eine nackte Frau (noch 'ne Zeitreisende?) an ihm vorbei, gefolgt von einer Horde Räuber. Natürlich stellt sich Mark heldenhaft zum Kampf, droht aber schließlich zu unterliegen. Doch da greift die Kavallerie (Pardon, die königlichen Soldaten) ein, aber: Dumm gelaufen! Mark Hellmann wird ebenfalls gefangengenommen und die Räuber erklären, er wäre ihr Anführer. Da gerade ein Henker in Bamberg ist, soll er so schnell wie möglich geköpft werden. (Nachtigall, ick hör dir trapsen...)
Als Ulrich am nächsten Morgen seinem Delinquenten gegenübersteht, ist es natürlich Mark. Trotzdem verrichtet Ulrich sein Werk. (Berufsehre, oder was??? DAS habe ich nun wirklich nicht verstanden. Ulrich ist bewaffnet mit einem riesigem Beil, außerdem hat er als Henker die Besitztümer seines Opfers erhalten, und damit auch Marks Ring!) Mark Hellmann ist tot...

Schade, es wäre zu schön gewesen. Auf dem Weg ins Paradies wird Hellmann von Odin aufgegriffen und nach Asgard gebracht, wo er weiter gegen das Böse kämpfen darf. Unterdessen tröstet Nostradamus die Hinterbliebenen mit der Geschichte von Mark Hellmann, der eigentlich Mektor Natmoq heißt, Valusier und Halbruder von Mephisto...

AAAAArrrgggghhhhhh!!!!!! Der Schluß dieses (möglicherweise nur vorerst) letzten Hellmann ist ja nun wirklich ein Schuß in den Ofen. Mal überlegen: Hätte Mark Mephisto vernichtet, wäre wohl dieser als Mensch reinkarniert, oder wie? Und haben die richtigen Eltern Marks diesen erst getötet, damit er als Mensch reinkarnieren konnte???
Dieser Roman ist nun wirklich unter aller Sau. Neben den Verweisen auf den früheren Band 56 (gab es zwei davon?) stört hier vor allem die kaum vorhandene Spannung. Zusätzlich liegen die Sympathien des Lesers eher bei Clingh, der einen meisterhaften Plan verfolgt, um Mark Hellmann endgültig zu vernichten. Leider wird dieser von dem nun toten Mark in einem extremen Kurzkampf vernichtet.
Teilweise entsteht der Eindruck, daß man hier unbedingt einen (zumindest teilweise) vorhandenen Roman genommen hat, der noch nicht einmal schlecht war, und einfach umschrieb, um zu einem Ende zu kommen.

Auch die Leserseite ist unter aller Kanone: War Herr Bach im letzten Band noch todtraurig, daß MH mit dem nächsten Band eingestellt wird, so klingt dies nun völlig anders. Angeblich gäbe es die Bände 57-60 nur noch im Exposé, pro Roman würde er inzwischen drei!!! Wochen brauchen und es gäbe ja schließlich "Schlimmeres, als die nicht ganz so erfolgreiche Serie eines müde gewordenen Autors (Herr Bach, hier müßte es Autoren heißen, Sie alter Deutschverderber) auslaufen zu lassen..."

Fazit:
Hier wurde ein endlich mal gut und intelligent geschriebener Roman total verhunzt, nur um zu einem Ende zu kommen. Besser wäre gewesen, einfach so aufzuhören und den Leser im Dunklen tappen zu lassen. Bei Ren Dhark hat das auch geklappt... 0 Punkte.

Ritchie Eberle

Tja, und das war's nun endlich - Mark Hellmann ist hinfort von der Front der Heftromane.
Auch wenn es für die gesamte Szene im Allgemeinen vielleicht schade ist, daß wieder einmal eine Serie aus dem Phantastik-Bereich das Zeitliche gesegnet hat, so kann der Phantastik-Fan sicherlich nicht umhin, einen Seufzer der Erleichterung loszulassen. (* Und was für einen - einen extra tiefen! Vielleicht auch zwei, drei von der Sorte! Und danach fangen wir an zu jubilieren... >:-) Heike) Denn was diese Serie der allgemeinen Phantastik angetan hat, ist schlicht und einfach nur noch traurig. Mark Hellmann wird, so die Serie von Deutschlehrern entdeckt werden wird, noch für die nächsten Jahrzehnte als abschreckendes Beispiel in den Schulen dienen, mit dem man die Kinder von der Phantastik fernhalten will. (* Du wolltest wohl "Jahrhunderte" sagen... Heike)
Denn auch in diesem abschließenden Band gelingt es dem Autor (welcher es auch sein mag) nicht, auch nur halbwegs vernünftiges Deutsch zu Papier zu bringen. Die Seiten wimmeln nur so von umgangssprachlichen Formulierungen, Unwörtern und einfach nur schlechtem Sprachstil. Es bleibt weiterhin bei dem Eindruck, den schon die ersten Bände der Serie hinterlassen haben: Ein halbwegs begabter Achtkläßler hätte Besseres zustandegebracht.
Handlungsmäßig wird "unser" Held nun also endlich abserviert - allerdings ohne daß der Autor auch nur ansatzweise versucht hätte, hier so etwas wie Spannung aufzubringen. Da plätschert es nur so vor sich hin - und auf einmal ist Marky tot und fährt in den Himmel, ähm, sorry, Walhalla auf, um von dort aus den Kampf weiterzuführen. Und seine erste Handlung führt ihn auf eine Rachemission, bei der er nebenbei denjenigen um die Ecke bringt, der ihn hat töten lassen. Irgendwie paßt dieses lächerliche Ende zu dieser lächerlichen Serie. Wenn es nicht so traurig wäre, würde ich glatt in Versuchung kommen, stundenlang darüber zu lachen.
Immerhin beweist der Betreuer der Leserseite unfreiwilligen Humor. War im letzten Band noch das mangelnde Leserinteresse daran schuld, daß die Serie eingestellt werden muß, so ist es jetzt der ausgelaugte Autor, der leider einfach nicht mehr kann und die "Kraft und den Spaß am Schreiben" verloren hat. Immerhin mußte der Arme ja jede Woche einen Roman abliefern. Also das ist Realsatire der heftigsten Sorte. Ich muß gestehen, an dieser Stelle konnte ich dann doch einmal herzhaft lachen. Vielleicht sollte Bastei sich überlegen, die Leserbriefseite demnächst allein herauszubringen, ohne den störenden Roman drumherum. Der Erfolg jedenfalls dürfte größer sein.
Aber auch der Roman selber deutet an, daß es sich hier nicht um den regulären Band 56 handelt, sondern um einen, der schon mal vorsorglich für das Ende geschrieben wurde, das die Autoren wohl selber schon erwarteten. Beispielsweise lesen wir hier mehrfach Rückverweise auf Geschehnisse des Bandes 56 (immerhin die Nummer des Heftes, das wir gerade in den Händen halten) - das ist dann nur noch ungeschickt zu nennen. Hätte man statt des Bandes 55 nicht vielleicht den ursprünglichen Band 56 an dieser Stelle bringen können, um so wenigstens die Konsistenz der Reihe zu wahren? (Ich gehe hier mal davon aus, daß der ursprüngliche Band 56 nicht erschienen ist...) Das hier jedenfalls riecht doch sehr stark nach einer zusätzlichen Verarschung des Lesers, der hier noch nicht einmal eine in sich geschlossene Reihe bekommt, sondern eine, in der Romane merklich fehlen. Alles in allem also eine Situation, die man bei dieser Serie eigentlich gar nicht anders erwarten konnte, die sich offensichtlich noch nicht einmal um die paar Leser kümmert, die sie sich überhaupt noch zu Gemüte führen.

Fazit:
Es endet, wie es angefangen hat: Mit einem Roman, der jeglicher Beschreibung spottet. Mark Hellmann erweist sich hiermit nun endgültig als die Serie, vor der uns unsere Deutschlehrer immer gewarnt haben. Zwar ist es eigentlich schade, daß die Phantastik im Allgemeinen wieder eine Serie verloren hat, doch ist die Einstellung insgesamt eher zu begrüßen, da größerer Schaden am Ansehen der Phantastik so vielleicht noch abgewendet werden kann. Den bisher angerichteten Schaden müssen jedoch jetzt erst einmal andere Serien wieder auszubügeln versuchen. Mark Hellmann jedenfalls dürfte als eine der schlechtesten Serien in die Geschichte der Phantastik eingehen.
Mal wieder:
0 Punkte.

Winfried Brand

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