Professor Zamorra

Band 665: "Die Gruft des Druiden"

Zamorra, Nicole, Carsten Möbius und Michael Ullich sitzen in einer Eisdiele und plaudern ein wenig, da man sich so lange schon nicht mehr gesehen hat. Zamorra übergibt Ullich schließlich Salonar, das Drachenschwert. Möbius und er führen die beiden Dämonenjäger als Gegenleistung zur Ausgrabungsstätte eines Keltengrabes. Hier sei erst kürzlich ein Grab entdeckt worden, aber nun seien alle Unterlagen vernichtet worden, und niemand wolle mehr darüber sprechen - bis auf eine Person: Ein Student aus Marburg, den Zamorra und Nicole in einem Hotel in der Nähe treffen sollen. Man verabschiedet sich. Zamorra und Nicole sehen sich noch ein wenig um und begegnen dabei zwei Frauen und zwei Männern, die in der Nähe ein illegales Lagerfeuer abhalten. Schließlich gehen sie zum vereinbarten Treffpunkt.
Der Geist des Druiden, um dessen Grab es hier geht, übernimmt unterdessen einen Körper - den des Studenten aus Marburg.
Tendyke trifft sich mal wieder mit dem Mann in Grau und unterhält sich mit diesem über den Umstand, daß alle Teilnehmer der Expedition die Initialen R.C. wie Rico Calderone tragen. Schließlich lernt der Abenteurer alle diese Teilnehmer kennen.
Lars Menkenberg heißt der Student, mit dem Zamorra und Nicole sich treffen. Er erzählt von den Ausgrabungen, und schließlich zeigt er eine Druidensichel. Als Zamorra sie mit dem Amulett berühren will, dreht der Student durch und flieht mit der Sichel. Nicole will die Gedanken des Flüchtenden lesen, wird aber durch eine Art Magie außer Gefecht gesetzt. Der Druide in Menkenbergs Körper läßt Nicole schließlich eine Notiz schreiben: "Stört die Ruhe der Gräber nicht, ihr Frevler!" Zu Hause bei Menkenberg finden sie den Studenten dann nicht, aber sein Auto ist bei der Ausgrabungsstätte. Als sie von einer Baggerschaufel attackiert werden, fällt Nicole auf, daß Zamorra eine Tätowierung am Hals hat: Eine Todesrune! Er hat nur noch 12 Stunden zu leben! Shocking! Und als ob das noch nicht genug wäre, trennen sich die beiden nun, um Menkenberg zu suchen, wobei Nicole einen recht sinnleeren Dialog mit dem Ausgrabungsleiter führt, der ebenfalls auftaucht. Sie läuft ihm schließlich davon. Zwischendurch fällt allen Beteiligten (Nicole, Zamorra, die vier Lagerfeuersitzer, der Ausgrabungsleiter) auf, daß sie eine Todesrune tragen.
Zamorra kommt ans Lagerfeuer und will die vier Leute dazu bringen, von hier zu verschwinden. Eine der Frauen schlägt ihn jedoch nieder; als nächstes wird einer der Männer von einer Flamme gebraten. Nicole taucht schließlich auf, wird aber mit dem von Zamorra erbeuteten Blaster bewußtlos geschossen. Unterdessen wird auch der Ausgrabungsleiter weiter unten zu Asche. Als nächstes muß eine der Frauen dran glauben. Nun taucht auch noch ein Monster auf, verspeist die letzte Frau und tötet fast den letzten Mann. Zamorra wacht aus seiner Bewußtlosigkeit auf, kann mit dem Blaster aber nichts ausrichten. (* Also, das alles scheint mich an irgendwas zu erinnern... an was nur? Ich komm einfach nicht drauf... Heike)
Torran alias Menkenberg taucht nun auf und kämpft gegen das Monster, das nicht das Ergebnis ist, was er erreichen wollte. Zamorra schießt während des Kampfes mit Absicht (!!!) an die Druidensichel, was zu einem Zeitsprung (!!!!!!) in die Zeit des Druiden führt, wo dieser für einen Geist und Zamorra für einen Feind gehalten wird. Der ehemalige Schüler des Druiden schenkt dem Geist desselben schließlich seinen Frieden; Zamorra schießt erneut auf die Sichel, was zum Zeitsprung zurück nach 1999 führt. Hier leben alle Beteiligten wieder. Toll.

Es ist ja schon verdächtig. Kaum wird Mark Hellmann eingestellt, erscheint ein Zamorra, der in Deutschland spielt, dessen Story eines Hellmanns "würdig" wäre, und dessen Hauptpersonen sich genauso belämmert wie bei jenem "Dämonenjäger" verhalten. Die Zeitreise darf dann natürlich auch nicht fehlen... Man könnte direkt meinen, einer der C.W. Bachs hätte Werner hier freundlicherweise einen bereits angefangenen Hellmann überlassen. (* Genau! Das war's! Ebendiesen Gedanken hatte auch ich vorhin! Ich bin also nicht die einzige, der das auffällt...? Heike)
Über die "Qualitäten" dieses Romans will ich mich gar nicht erst auslassen, das haben schon andere getan, beispielsweise in der Zamorra-Mailingliste. Um auch was Positives einzubringen: Der Schluß mit der Zeitreise hat mir gefallen. Ein wenig jedenfalls.
Da als nächstes der große Fünfteiler ansteht, drücke ich nochmal ein Auge zu: 3 Punkte.

Und auch dieser Roman reiht sich recht nahtlos in die Romane zwischen der genialen Trilogie und dem 666er-Zyklus ein - mit anderen Worten: Auch er mag einmal mehr nicht zu überzeugen.
Der Druide, der irrtümlicherweise die "Entweihung" der heiligen Stätte bekämpft, kann in keiner Phase der Handlung wirklich überzeugen, sondern plätschert nur so am Leser vorbei. Am Ende vernichtet sich der Druide dann praktsich selber - und gilt hier fast schon symbolisch für die Handlung, die ebenfalls selbstzerstörerisch wirkt. Was Werner K. Giesa hier abliefert, ist nicht viel mehr als der reine Standard-Horrorroman, wie man ihn in anderen Serien auch zu lesen bekommt. Einzig und allein die Vor-Handlung für den Zyklus vermag hier noch eine gewisse Spannung aufzubauen (und die Expeditionsteilnehmer, die alle die Initialen R. C. tragen, haben hier durchaus einen gewissen Gag-Wert).

Fazit:
Insgesamt vermag nur die Nebenhandlung um Robert Tendyke und die geheimnisvolle Expedition, die auf den kommenden Fünfteiler hinarbeitet, so etwas wie Interesse beim Leser zu erzeugen. Die eigentliche Handlung des Romans ist dagegen mehr oder weniger uninteressant, die Geschichte um den Druiden erreicht kaum mehr als reines Trivial-Niveau, so daß der Leser stark dazu verführt wird, weite Teile des Romans einfach nur zu überblättern.
2 Punkte.

Winfried Brand

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