Band 2000: "ES"

Autoren: Robert Feldhoff & Ernst Vlcek

Der Band gliedert sich in zwei Handlungsebenen. Die erste beschreibt die Geschichte der Superintelligenz ES und beginnt in ferner Vergangenheit, irgendwo im Kosmos.
Das Geistwesen erreicht nach längerer Wanderschaft durch Raum und Zeit auf der Suche nach einer neuen Heimat einen geeigneten Planeten in der Galaxis Ammandul. Es schafft um diesen Planeten herum inmitten einer Galaxis von Kriegen eine etwa tausend Lichtjahre durchmessende Zone des Friedens. Die auf dieser Welt lebenden - noch weit unter der Stufe von Primaten stehenden - halbintelligenten Humanoiden werden von dem Geistwesen in ihrer weiteren Entwicklung entscheidend gefördert. Doch das reicht nicht aus. Das Wesen, das sich zu einer Superintelligenz weiterentwickeln will, benötigt für zur Verwirklichung dieses Ziels und die Ausdehnung und Stabilisierung seines Machtbereichs die Unterstützung eines hochentwickelten Sternenvolkes, das seinen Ansprüchen von Ethik und Moral genügt. ES findet dieses Volk in der 550.000 Lichtjahre entfernten Kleingalaxis Laxaron: die Vojariden.
Sie machen im Lauf eines langen Zeitraumes eine Metamorphose zu Membranwesen aus fünfdimensional schwingendem Quarz durch. Sie entwickeln sich zu den Nocturnen. ES benutzt die sich umwandelnden Vojariden als Katalysator für den eigenen Reifeprozeß und entwickelt sich zur Superintelligenz.
ES teilt den ehemaligen Heimatplaneten der Vojariden in zwei Hälften und baut eine davon zu seiner Heimat um. Der Planet wird auf eine neue Bahn versetzt.
Ein Heliote taucht auf und bietet der Superintelligenz an, sich dem Diktat der Kosmokraten zu entziehen und zu diesem Zweck an einem Langzeitplan namens Thoregon mitzuarbeiten. Insgesamt sollen an Thoregon sechs Superintelligenzen beteiligt werden. ES, das im Laufe seiner Entwicklung immer mehr Bewußtseine in sich aufgenommen hat, besteht zu dieser Zeit aus drei auseinander driftenden Komponenten. Eine davon ist ESTARTU. Obwohl ES in der Thoregon-Frage noch keine Entscheidung getroffen hat, verweigert ESTARTU jegliche Mitarbeit an dem Projekt, und es kommt zu einer heftigen Auseinandersetzung mit ES, das die Trennung einleitet und den ESTARTU-Teil als eigenständige Superintelligenz freisetzt. ESTARTU entfernt sich daraufhin und baut seine eigene Mächtigkeitsballung auf.
ES hat einen weiteren Konflikt auszutragen. Sein Gegner ist die mächtige negative Superintelligenz STROWWAN. Es gelingt ES durch eine Täuschung, STROWWAN zu vernichten. Die positiven Reste STROWWANs entwickeln sich zur Superintelligenz NISAARU.
NISAARU nimmt Kontakt zu ES auf. Beide beschließen, sich am Aufbau Thoregons zu beteiligen. Zwei weitere Superintelligenzen werden für den Plan gewonnen; zwei weitere Wesenheiten, die sich gerade in der Entwicklung zur Superintelligenz befinden, sind die restlichen Kandidaten.
Ein Versuch, ESTARTU doch noch zu einer Teilnahme an Thoregon zu veranlassen, schlägt fehl.
Dann kommt es bei ES zu einer Rebellion negativer Bewußtseinsinhalte. Die Superintelligenz Anti-ES entsteht, und es gelingt ES erst nach langer Zeit, mit Hilfe der Kosmokraten seinen negativen Gegenpart auszuschalten. Die Errichtung Thoregons wird durch diesen Konflikt lange Zeit aufgehalten.
Die zweite Handlungsebene beschreibt die weitere Entwicklung in der Milchstraße nach der Errichtung Thoregons bis ins Jahr 1303 NGZ und umfaßt damit 13 Jahre.
Perry Rhodan beschließt, Camelot aufzulösen und nach Terra zurückzukehren. Er will für das Amt des Ersten Terraners, des Regierungschefs der LFT, kandidieren. Maurenzi Curtis, der bisher LFT-Botschafter auf Gatas war und ebenfalls seine Kandidatur angekündigt hat, macht Rhodan ein Angebot. Curtis will das Amt des Ersten Terraners übernehmen und eine grundlegende Verfassungsänderung vornehmen. Danach soll der Erste Terraner zukünftig als Staatspräsident der LFT weitgehend repräsentative Aufgaben übernehmen; gleichzeitig soll das Amt des LFT-Kommissars aufgewertet und umbenannt werden. Perry Rhodan soll diese Position übernehmen und die Entscheidungen der Tagespolitik der LFT treffen, während Maurenzi Curtis die Staatsgeschäfte führt. Rhodan willigt ein und wird nach den Wahlen, die tatsächlich im Sinne der beiden ausgehen, von Curtis zum Terranischen Residenten ernannt.
Bei einem Treffen mit Homer G. Adams und dem Oxtorner Monkey erteilt PR diesen zwei Männern den Auftrag, Camelot aufzulösen. Sie verfolgen jedoch eigene Pläne, und es gelingt ihnen, dies geheimzuhalten.
Wenige Jahre später wird der LFT-Flottenstützpunkt Troubadour von unbekannten Angreifern auf mysteriöse Weise vernichtet; die gesamte Besatzung wird dabei getötet. Analysen durch die LFT fördern zutage, daß alle syntronischen Rechner der Basis ohne äußere Einwirkung explodiert sind. Die Angreifer setzten eine vielfach effektivere Version des von Rhodan aus der Galaxis DaGlausch mitgebrachten KorraVir ein, eine Art Computervirus, das in jeden Syntron eindringt und ihn zu Fehlfunktionen bis hin zur Selbstvernichtung veranlaßt. KorraVir kann mit Hilfe von Hyperfunksprüchen verschickt und von keinem bekannten Schutzschirm aufgehalten werden.
Die Auswirkungen dieses Vorfalls sind erschreckend: In naher Zukunft wird niemand mehr in der Milchstraße gefahrlos einen Syntron verwenden können. Man muß auf die weit weniger leistungsfähigen Positroniken zurückgreifen, die bereits seit tausend Jahren keine Verwendung mehr finden.
Der Wissenschaftler Tautmo Aagenfelt vermutet als Urheber das arkonidische Kristallimperium, das zur stärksten Militärmacht der Milchstraße aufgestiegen ist, doch die Beweise fehlen.
Das Kristallimperium unter dem Imperator Bostich betreibt eine aggressive Expansionspolitik, der die LFT militärisch kaum etwas entgegenzusetzen hat. Als Reaktion darauf schließen sich immer mehr von Terranern und ihren Abkömmlingen besiedelte Welten der LFT an. Terra benötigt ein neues Symbol als Verkörperung eigener Stärke: die Solare Residenz. Es handelt sich um einen über der Position des vernichteten HQ-Hanse schwebenden Regierungssitz von imponierendem Äußeren. Das Projekt wird von Perry Rhodan initiiert.
Währenddessen kehren Homer G. Adams und Monkey nach Camelot zurück. Sie informieren die dortige Bevölkerung über Rhodans Entschluß, das Projekt abzuwickeln, und stellen sie vor die Wahl, ihnen beim Aufbau einer eigenen, unabhängigen Organisation zu folgen. Adams und Monkey, der immer mehr in den Vordergrund tritt, gründen die Neue USO. Der vor langer Zeit aufgegebene Asteroid Quinto-Center wird zur Hauptbasis. Mehr als die Hälfte der Cameloter schließt sich ihnen an; die restlichen kehren auf ihre Heimatwelten zurück. Nur wenige Kolonisten verbleiben auf Camelot.
Auf den Welten der LFT werden immer mehr Mutanten geboren; es sind tausende. Sie nehmen ihre Umwelt nur in Schwarzweiß wahr. Es handelt sich um die Nachkommen von Menschen, die auf dem Planeten Horrikos siedelten. Monos führte dort einst ein Experiment durch: Auf der Grundlage terranischer Gene sollte eine Rasse von Supermutanten erschaffen werden. Der Plan schlug fehl, doch die Nachwirkungen treten jetzt auf. Auch Mondra Diamond, die Mutter von Perry Rhodans jüngstem Sohn Delorian, (* Aaargh! Wer hat denn da zuviel "Zurück in die Zukunft" geguckt??? So hieß doch das Auto! ("Du kannst Dich nicht 'Indiana' nennen! So hieß unser Hund!") Heike) stammt von Horrikos. Rhodan folgert, daß Delorian ebenfalls ein Mutant sein muß.
Um die von den jugendlichen Mutanten ausgehenden Probleme in den Griff zu bekommen, ernennt Rhodan die Kosmopsychologin Moharion Mawrey zur Ministerin für Mutantenfragen. (* Zuviele 'M's in dem Satz!!! Heike) Sie soll die zahlreichen parapsychisch begabten Menschen in die Gesellschaft integrieren. Ein Netz von Mutantenschulen wird errichtet, und für die LFT-Bürger werden PsiIsolations-Netze entwickelt, die vor den Parakräften der Mutanten schützen sollen. Die teuren Netze werden von der LFT-Regierung mit beachtlichen Summen subventioniert.
Gleichzeitig versuchen Rhodan und Reginald Bull, dieser als Resident für die LFT-Verteidigung, der von Arkon ausgehenden Bedrohung zu begegnen.
Wie das Kristallimperium mit seinen Gegnern verfährt, zeigt das Beispiel des 800 Sonnensysteme umfassenden Ark'Tussan-Bundes. Dieser widersetzt sich der "Wiedervereinigung" mit dem Kristallimperium. Bostich bietet 20.000 Kampfschiffe auf, die bereits auf Positronik-Steuerung umgeschaltet werden können. Er läßt die gleichstarke Raumflotte des Ark'Tussan-Bundes durch den Einsatz des KorraVir ausschalten und danach die wehrlosen gegnerischen Schiffe allesamt vernichten. Die 800 Sonnensysteme werden dem Kristallimperium angegliedert.
Bull organisiert die LFT-Flotte neu und gibt die 1.800 Meter durchmessende ENTDECKER-Klasse in Auftrag. Die Einheiten dieser Klasse sind zwar den größten arkonidischen Schlachtschiffen überlegen, doch sie werden nur in geringer Zahl hergestellt.
Zum anderen muß die Umstellung von Syntroniken auf Positroniken organisiert werden.
Derzeit existieren im LFT-Einflußbereich nur zwei erwähnenswerte Produktionszentren für Positronik-Chips. Einer davon, der locker mit der LFT assoziierte Hayok-Sternenarchipel, wird von den Arkoniden unter fadenscheinigen Vorwänden annektiert. Imperator Bostich setzt dazu 200.000 Kampfschiffe ein. Perry Rhodan kann nichts tun, um dies zu verhindern.
Die Umstellung aller Rechnersysteme auf Positronik-Betrieb nimmt mindestens fünf Jahre in Anspruch. Da der Hayok-Archipel für die LFT verloren ist, droht diese im Konflikt mit Arkon weiter ins Hintertreffen zu geraten. Da tauchen wie zufällig Monkey und Adams mit einer Schiffsladung voll Positronik-Chips auf. Sie bieten Rhodan diese im Tausch gegen fünfzig 500-Meter-Schlachtkreuzer an. Gleichzeitig informieren sie PR über die Gründung der Neuen USO und fordern, die Wiedereröffnung der Camelot-Büros auf den Planeten der LFT für die Rekrutierung von Fachleuten für ebenjene neugegründete USO zuzulassen. Rhodan fühlt sich hintergangen, hat aber keine andere Wahl, als das Geschäft abzuschließen.
Während ihres Aufenthaltes in der Solaren Residenz wurden Adams und Monkey routinemäßig gescannt. Dabei kommt heraus, daß Monkey einen Zellaktivatorchip trägt und damit unsterblich ist. Woher er den Chip hat, ist nicht zu ermitteln.
Statt in einen Kreislauf des Wettrüstens gegen das Kristallimperium einzusteigen, betreiben die Terraner verstärkt Forschung. Tautmo Aagenfelt entwickelt den Korragischen Damm, der Großsyntroniken wie NATHAN gegen den Einsatz des KorraVir immunisiert. Für den Einsatz an Bord von Raumschiffen ist der K-Damm jedoch nicht geeignet. Gleichzeitig entwickelt Aagenfelt die Aagenfelt-Barriere, die an Bord von Raumschiffen der WÄCHTER-Klasse zum Einsatz kommen und gegen anfliegende Raumschiffe wirken soll.
Trim Marath, ein jugendlicher Mutant mit einem riesigen Psi-Potential, aber unspezifizierten Fähigkeiten, hat Kontakt mit einer mysteriösen Wesenheit, die sich Morkhero Seelenquell nennt. Die Ziele dieses Wesens sind unbekannt, doch es scheint sich zu einer Bedrohung für Terra und insbesondere für Perry Rhodan zu entwickeln. Moharion Mawrey erfährt davon, zögert jedoch, etwas zu unternehmen.
Als Trim Marath einen weiteren Kontakt mit Morkhero Seelenquell hat, versucht Moharion Mawrey, Rhodan zu warnen. Dieser ist jedoch nicht zu erreichen. Er wurde von Tautmo Aagenfelt in dessen Labor in der Solaren Residenz bestellt. Als Rhodan dort erscheint, riegelt Aagenfelt das Labor mit Paratronschirmen ab und versucht, Rhodan mit einem Impulsstrahler zu töten.
Es gelingt Perry zwar, Aagenfelt zu überwältigen, doch er kommt selber beinahe dabei um. Aagenfelt erleidet einen Herzanfall und stirbt. Es wird erkennbar, daß der Wissenschaftler von Morkhero Seelenquell irgendwie zu diesem Attentat gezwungen wurde.
Perry Rhodan befindet sich kurz danach zu einer Inspektion der dortigen Werften auf dem Mond, als er erfahren muß, daß die Arkoniden mit 38.000 Kampfschiffen das nur 815 Lichtjahre von Terra entfernte Orion-Delta-System angegriffen und ihrem Imperium einverleibt haben. Das Heimatsystem der Topsider gehörte einst zum Arkon-Imperium. Von dort aus ist Terra innerhalb einer Viertelstunde zu erreichen. Die militärische Lage für die LFT hat sich damit dramatisch verschlechtert.
Reginald Bull befindet sich gerade mit einer Delegation auf Topsid. Es gelingt nicht, ihn zu kontaktieren.
Soviel zum Inhalt.

So, da ist er endlich. Band 2000, langerwartet. Damit stehen ebensoviele Perry Rhodan-Romane in diversen Regalen des Rezensenten. Puuuh. Und, was wichtiger ist: Ich habe ihn mehrere Tage vor fast allen anderen. An allen Verkaufsstellen wird gerade Band 1999 angeboten. Denjenigen, die mich so pünktlich und zuverlässig damit versorgt haben, sei nochmals ausdrücklich gedankt.
Der Roman bietet mit fast 80 Seiten reiner Handlung wirklich eine Menge Stoff.
Auf eine LKS wurde ebenso verzichtet wie auf diverse Statements von Autoren. Es gibt zwei jeweils einseitige Einführungen, je eine vom Altautor und Mitinitiator der Serie, Clark Darlton, und vom derzeitigen Redakteur, Klaus N. Frick. Als Beilage gibt es ein Poster der Solaren Residenz sowie einen sechzehnseitigen Mittelteil, betitelt "Rundfahrt durch Terrania". In Form einer eigenen, vom Roman völlig unabhängigen Kurzgeschichte rollt Uwe Anton nochmals wichtige Ereignisse des PR-Kosmos auf, schildert kosmische Zusammenhänge und stellt die Hauptstadt der LFT dar.
Ein interessante Alternative zur in früheren Jubiläumsbänden üblichen Zusammenfassung der bisherigen Handlung, die sich wohl vorwiegend an Neuleser ohne Vorkenntnisse richtet, dem Altleser jedoch eine Menge neuer Aspekte bietet. Die Story ist gut geschrieben und vor allem nicht mit Fakten überfrachtet, so daß auch ein Anfänger sich rasch über viele Dinge orientieren kann. Für einen Band wie 2000, der oft Einstiegsband in die Serie sein wird, absolut essentiell.
Der Roman selbst, obwohl von zwei Autoren geschrieben, präsentiert sich trotz der Handlungsebenen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, wie aus einem Guß.
Frage: Welcher von beiden Autoren hat welchen Handlungspart geschrieben? Ich konnte es nicht herausfinden. Robert Feldhoff liefert gewohnt hohe Qualität. Der (nach meiner eigenen, völlig unmaßgeblichen Meinung) wirklich miese Band 1950 ist damit endgültig vergessen. Ernst Vlcek, der ja in letzter Zeit nicht durch überragende Produktionen aufgefallen ist, hat damit ein beachtliches Werk abgeliefert. Hoffentlich bleibt er in dieser Form.
Als ich gebeten wurde, kurz den Inhalt des Romans zusammenzufassen, dachte ich: Das ist leicht. Doch die Fülle des Stoffes droht den Leser zu überwältigen.
Die Gründung Thoregons ist erfolgt. Auf zu neuen Ufern. Mit 1999 wurde der kosmische Überbau weitgehend abgeschlossen. Mit Band 2000 wird die Serie, getreu dem Motto: Weg von den Kosmokraten, wieder erheblich bodenständiger.
Zum ersten Handlungsstrang, der Entstehungsgeschichte der Superintelligenz ES, gibt es nicht viel zu sagen. Es handelt sich um eine abgeschlossene Story, da ES derzeit wohl nicht weiter in die Handlung eingreifen wird. Viele langjährige Leser forderten immer wieder, dies nicht aufzulösen, um ES nicht zu entmystifizieren. Es gibt aber auch konträre Ansichten.
Die Bedeutung eines solchen Bandes erfordert jedenfalls ein derartiges Thema. Man erwartet einfach mehr als von einem "kleinen" Jubiläumsband. So gesehen, kam man wohl um diese Geschichte nicht herum. Nach Thoregon bot sie sich auch wohl an. Die Geschehnisse um die negative Superintelligenz STROWWAN haben mir nicht viel gebracht. Statt dessen hätte ich es für besser gehalten, die Entstehung von Anti-ES und den folgenden Konflikt mit ES nicht nur in einigen Sätzen abzuhandeln. Das hätte die Zusammenhänge wesentlich besser beleuchtet und auch diese Ebene bedeutungsmäßig erheblich aufgewertet. So fällt sie gegenüber dem zweiten Handlungsstrang doch etwas ab. Viel Neues erfährt man denn auch nicht. Daß die Nocturnen die Geburtshelfer von ES waren, ist schon länger bekannt.
Wenden wir uns der zweiten, für die weitere Handlung ungleich wichtigeren Ebene zu:
Die Lage in der Milchstraße wird in diesem einen Roman völlig umgeworfen. Arkons Aufstieg zur beherrschenden Militämacht wird präzise und ohne logische Fehler geschildert. Die Entwicklung der letzten Jahre wird damit nahtlos fortgeschrieben, die Bedrohung ist akut. Großer Pluspunkt. Es sieht so aus, als könnte es auch ohne ständige Expeditionen in ferne Galaxien und Kosmokraten spannend werden. Nicht, daß ich grundsätzlich dagegen wäre, aber im Thoregon-Zyklus gab es neue Galaxien und Völker (nicht zu vergessen Superintelligenzen) beinahe im Dutzend. Weniger ist jetzt mehr. Zudem bleibt uns dieser Aspekt mit der Brücke in die Unendlichkeit und vor allem mit der SOL und ihrem Auftrag in genügendem Umfang erhalten.
Die Technik wird um einiges zurückgedreht und damit ebenfalls wieder etwas bodenständiger. Back to the roots???
Rhodan kehrt als politisch Verantwortlicher auf die galaktische Bühne zurück. Mit seinem neuen Amt ist er genau in der richtigen Position. Er ist nicht mehr Staatschef, sondern Mann für alles. Konfliktbeseitiger nennt man das wohl. Gefällt mir gut.
Dann hat der Held mit der LEIF ERIKSSON auch noch ein richtig neues Flaggschiff, und gleich so ein großes. Ausbaufähig. Die unselige GILGAMESCH gehört damit wohl endgültig der Vergangenheit an.
Auch die lange vorherrschende Zersplitterung der Menschheit scheint ein Ende zu haben: Man schließt sich zusammen, um der Bedrohung durch Arkon begegnen zu können. Da kann man dann auch längst vergessene Planeten wieder in die Handlung einbauen.
Adams und Monkey gründen die Neue USO. Agentenabenteuer im guten alten Stil von K. H. Scheer könnten die Folge sein.
Mit dem Oxtorner taucht denn auch - große Überraschung - ein neuer Zellaktivatorträger auf. Die Figur hat großes Potential, was sich in den Bänden seit 1950 schon mehrfach gezeigt hat.
Und dann: Mutanten, Mutanten, Mutanten. Ich erinnere mich, daß diese verschiedentlich auf der LKS gefordert wurden. Nun denn, jetzt haben wir Zehntausende davon. Die Art, wie sie eingeführt wurden, war in Ordnung. Ich hoffe nur, daß das frühere "keine Mutanten mehr" jetzt nicht ins völlige Gegenteil umschlägt. Aber schließlich sind die Mutanten nicht Mitglied eines Mutanten-Korps. Sie werden eher Probleme als deren Lösung bringen. Und Rhodan ist auch persönlich betroffen.
Zu (wie hieß er noch...?) Morkhero Seelenquell kann man noch nicht viel sagen, aber da scheint sich ebenfalls einiges anzubahnen. Gewohnt mysteriös, genauso wie die nur angedeuteten Schiffe der WÄCHTER-Klasse und ihre Aagenfelt-Barriere.
Insgesamt gesehen: Der Auftakt zum neuen Zyklus läßt einiges erwarten. Der Roman selber hat Klasse. Beinahe kosmisch. Ich habe lange nichts Besseres mehr von den PR-Autoren gelesen. Ob man dann noch den Vergleich zu dem wirklich kosmischen Band 1000 anstellen soll? Lassen wir es. Seitdem sind zwanzig Jahre vergangen, und wegen der Nostalgie und auf Grund meines Fables für William Voltz hätte der 2000 keine echte Chance.
Wegen der bereits erwähnten leichten Schwäche auf dem ES-Handlungsstrang ziehen wir von der Maximalwertung einen Punkt ab.
14 Punkte.

Hans-Joachim Kleimann

Lange hat es gedauert - und als ich vor nun gut zehn Jahren als kleiner Junge meinen ersten Perry Rhodan las (immerhin die 1399, ESTARTU); da war an Band 2000 noch gar nicht zu denken, zu weit war das damals einfach noch weg. Aber nun liegt er vor mir. Nicht einfach nur der Beginn eines neuen Zyklus, sondern auch der Beginn einer neuen Ära für die Perry Rhodan-Serie. Das Perry Rhodan-Team hat lange und intensiv daran gearbeitet, die Leser heiß auf diesen Roman zu machen, und hat die Sache nicht nur einfach der Triple-Null überlassen. Ein monumentaler Zyklus ging mit dem letzten Band zu Ende. Wie immer mit Höhen und Tiefen, aber auch mit einem in meinen Augen grandiosen Finale.
In diesem Zusammenhang mutet der Beginn des neuen Tausenders fast bescheiden an. Zunächst einmal ist wenig von der erst kürzlich vergangenen Bedrohung zu bemerken, erst viel später wird - fast am Rande - ein wenig auf die Zerstörungen eingegangen, die Wave angerichtet hat. Und doch wird ganz leise ein wahrer Paukenschlag vorbereitet: Perry Rhodan kehrt auf die Erde zurück und übernimmt hier einen verantwortungsvollen Posten. Cistolo Khan muß seinen Hut nehmen, und Perry Rhodan wird der erste Solare Resident. Viel dramatischer dabei ist, daß er - nominell gesehen - nur die Nummer zwei hinter Maurenzi Curtiz ist, der eine eher repräsentative Funktion einnimmt. Das sind immerhin schon zwei Punkte, die mich an der Handlung dieses Romans wahrlich umgehauen haben. Ach, ist das lange her, daß Perry Rhodan an der Spitze der Terraner stand und 'sein' Volk in die Zukunft führte. Lang war der Weg, den die Unsterblichen gingen, und viel Häme mußten sie einstecken, aber nun sind sie zurück. Und doch bleibt ein leichter schlechter Geschmack zurück, denn irgendwie kann ich mich daran erinnern, daß Perry Rhodan auf der Erde noch vor kurzem überhaupt nicht als Ikone angesehen wurde. Vielmehr galten doch er und seine Weggefährten als Relikte aus einer lange vergessenen Zeit, und keiner sah zu ihnen auf und betete den Boden, an auf dem sie gingen. Aus dieser Sicht gab es hier dann einige Elemente, die ich für arg übertrieben hielt, z.B. als Perry Rhodan zu Beginn mit Curtiz durch Terrania spazieren geht, aber das ging ja noch im Vergleich zu der Sekte, die Perry Rhodan auf einmal anbetet und ihn auf gottgleiches Niveau stellt. Im großen und ganzen ist ja gar nichts gegen die Wiederinthronisierung der Unsterblichen zu sagen, aber hier ging es an mancher Stelle doch ein wenig zu arg. Vielleicht hätte man mit ein bißchen weniger Schmalz anfangen sollen - und auch die Zweidrittelmehrheit im Parlament hätte nicht sein müssen. Ich hätte es besser gefunden, wenn man zunächst mit einer etwas knapperen Mehrheit angefangen hätte und erst in der nächsten Wahlperiode dann auf die 75 Prozent gegangen wäre. Man darf schließlich nicht vergessen, was so in Verbindung mit Perry Rhodan in der Vergangenheit alles passiert ist; da sind die Kosmischen Fabriken nur die letzte und neueste in einer langen Kette von kurz auf einander folgenden Katastrophen.
Zwei Dinge haben mich auf der Ebene der Regierung aber noch sehr erfreut. Zum einen ist mein alter Freund Bully mal wieder in hoher Position (und verantwortlich für Verteidigung, wen wundert's - manche kriegen halt nie einen anderen Job), und der neue Sitz der Regierung scheint mir doch eine wirklich exzellente Idee zu sein. Alles läuft halt im Moment auf Präsenz und andere erneut übertrumpfen hinaus, das wird hier durch die Solare Residenz deutlich gezeigt. Die Terraner haben sich offensichtlich nicht mit ihrer neuen Position im Galaktikum zufriedengegeben und wollen nun ganz fleißig Versäumtes nachholen. Das wird den Arkoniden überhaupt nicht gefallen, aber schließlich muß man sich ja auf das Jahrtausend der Kriege vorbereiten. Noch aber versuchen alle Völker für sich ein Goldenes Zeitalter zu schaffen. Jeder für sich und ohne alle anderen! Das wird nicht funktionieren und auf diese Weise auf die Prophezeiung von Hismoom zusteuern (wobei die Frage bleibt, ob die Kosmokraten sich wirklich aus der Milchstraße heraushalten und nicht irgendwo im Untergrund zündeln werden, was auf diese Weise wieder großes Kosmisches bringen könnte, woran ich aber nicht so recht glauben mag, denn schließlich haben wir ja noch die SOL, die für die kosmischen Elemente sorgen wird).
Generell scheint mir die Konfliktebene sehr schnell und heiß zu kochen. Man will anscheinend den Lesern keine Chance zur Langeweile geben, und ich fand's auch gar nicht schlecht, daß man nicht einfach über einen größeren Zeitraum gesprungen ist, sondern das alles schön Stück für Stück nachholt. Aber müssen schon wieder die Terraner die Leidtragenden sein? Ich hab manchmal das Gefühl, daß denen in letzter Zeit vielleicht doch ein wenig viel zugemutet wird; und wenn die Arkoniden nun Topsid annektieren und so innerhalb kürzester Zeit über der Erde sein können, drängt das eine erneute Schlacht im Sonnensystem ja förmlich auf, und dabei sind die Wunden aus der letzten Katastrophe noch kaum verheilt. Aber in diesem Zusammenhang können wir ja wohl auf die neue USO hoffen.
Dabei handelt es sich rein prinzipiell wieder um eine extrem gute Idee, und doch hat es bei der Umsetzung wieder einige Punkte gegeben, die mir nicht ganz so gepaßt haben. Gut - keine Frage, daß Adams ein Genie ist, und so ist seine Aktion, auf einmal mit ein paar Milliarden P-Chips dazustehen, genial im wahrsten Sinne des Wortes, aber ich frage mich, wie die neue USO sich einfach so davonstehlen konnte und sich aufbauen kann, ohne daß es jemand mitbekommt. Die Gründung von Camelot stand damals in meinen Augen doch unter anderen Voraussetzungen. Camelot wurde klammheimlich gegründet, als jeder froh war, die Unsterblichen los zu sein, und erst nach und nach ist man aufmerksam geworden, daß die hier doch ihr eigenes Süppchen kochen, aber daß hier auf einen Schwung über 200 000 Fachleute aus allen Gebieten verschwinden, darunter Adams und Monkey, das muß doch gerade Persönlichkeiten wie Bull und Rhodan auffallen. Aber gerade der Altmeister staunt Bauklötze, als die neue USO auf einmal vor ihm steht. Auch das war von der Umsetzung her nicht ganz so gelungen. Vielleicht hätte man sich hier einfach ein wenig mehr Zeit nehmen sollen, denn gerade an Stellen wie diesen wirkt der Roman doch ein bißchen arg zusammengeschustert. Auch fehlen andere wichtige Personen, wie z.B. Gucky, der meines Wissens nach noch nicht einmal irgendwo erwähnt worden ist und der sich doch eigentlich ganz besonders für die Monochrom-Mutanten interessieren müßte.
Aber in puncto Mutanten fand ich die Idee mit einer Außenseiterin als Helfer für die Mutanten wiederum wirklich gut. Man versucht anscheinend verstärkt, wieder auf wirkliche Typen zu setzen, und das ist eine Entwicklung, die ich an dieser Stelle aufs herzlichste begrüßen und unterstützen möchte. Ansonsten kann man über die neuen Mutanten noch nicht viel sagen. Zwar weiß ich nicht so recht, was ich von der Herleitung halten soll, aber ansonsten halte ich das für eine wirklich interessante Angelegenheit. Aus dieser und der schon in der Vergangenheit aufgebauten Situation ergibt sich auch sehr schön, daß wir hier nicht einfach ein neues Mutantenkorps aus dem Boden stampfen (auch wenn wir im Moment geradezu auf ein Korps hinzusteuern scheinen, aber ich könnte mir vorstellen, daß dies doch ein wenig anders aufgebaut werden wird), sondern wir haben ja ein paar alte und ältere Mutanten, die dann mit neuen ergänzt werden können. Gerade Gucky halte ich hier für die perfekte Integrationsfigur. Eigentlich sollte dieser ja der absolute Mega-Star an jeder der Schulen sein.
Was bleibt? Ach ja, die ES-Angelegenheit. Normalerweise stürze ich mich besonders auf Ebenen mit großen kosmischen Flair, aber so richtig hat's mir die Entstehungsgeschichte von ES nicht angetan. Sicher, das Spielchen mit den Schmetterlingen war nicht übel, und auch die Idee von ES und ESTARTU konnte überzeugen, aber irgendwo fehlte dann doch die kosmische Faszination; gerade den Part um die Nocturnen und ihre Vorgänger fand ich regelrecht langweilig. Ich meine, schön fand ich allemal, daß man ES jetzt endlich auch altersmäßig ein wenig einordnen kann - und daß immer noch genug Mysterium um die Vorgeschichte von ES erhalten bleibt.
Gerissenerweise hat man aber nicht nur einiges aufgeklärt, sondern vielmehr wieder einmal unzählige Spuren und Rätsel aufgebaut. Wer, bitteschön, sind die Helioten, deren Herkunft nun noch unheimlicher geworden ist, und wer steckt dahinter? Irgendwie hängt in dieser ganzen Thoregon-Sache noch einiges drin, was wir noch nicht wissen. Auch würde ich gerne wissen, wer die Brücke wirklich gebaut hat. Irgendwie kann ich da an die SI's nicht so richtig glauben und habe eher die Helioten oder die dahinterstehende Macht im Verdacht. Darüber werden wir uns sicher noch etliche Stunden die Köpfe zerbrechen dürfen, und viel Aufklärung erwarte ich von den ersten Bänden der SOL-Ebene sowieso nicht. Hier werden wir vermutlich erst einmal ein ganz verwirrte Crew erleben, die mit dem neuen Kommander (Atlan) fertigwerden muß und sich erst einmal mit einer völlig unvertrauten Umgebung bekanntzumachen hat, in der erst einmal so gar nichts nach kosmischem Auftrag aussehen wird. Man wird also vermutlich erst einmal von einen Chaos ins andere hüpfen, ohne wirklich was dafür zu können.
Was bleibt also für die direkte Zukunft?
1) Was wird aus Bostich und dem Konflikt mit den erneut aufstrebenden Terranern?
2) Wie wird sich die neue USO verhalten? Wie stehen Adams und Monkey Rhodan gegenüber, und woher hat Monkey seinen Chip?
3) Folgefrage: Wie steht ES der ganzen Entwicklung gegenüber?
4) Was wird aus der SOL und Rhodans Sohn?
5) Was ist jetzt generell aus Thoregon geworden? Was macht der eigentliche Rat, und wie eng werden die alten und neuen Boten der Koalition miteinander in Kontakt stehen?

Fazit:
Ein Roman, der eine große Verantwortung hat und sich dieser auch bewußt ist. Es ist ein Versuch, einen ganz anderen Weg zu gehen als bei Band 1000, und es ist auch kein normaler Zykluseinstieg, der uns einfach mit ein paar neuen Fakten und einem großen neuen Problem bekanntmacht. Hier wird vielmehr ein großer, großer Teppich ausgerollt, ein gigantischer Spielplatz für Autoren und Fans, die sich nun in den nächsten Jahren austoben können. In meinen Augen eine exzellente Grundlage für die Zukunft.
13 Punkte

Alexander Haas

Es ist nun also endlich geschafft: Der 2000. Band der Perry Rhodan-Serie liegt vor uns.
Daß dieser Band sich nicht im Geringsten mit dem fast schon legendären 1000er messen können würde, war glücklicherweise auch den beiden Autoren klar, und so haben sie es auch gar nicht erst versucht, an diese Nummer heranzukommen. Eine Entscheidung, die nur zu begrüßen ist - denn einen Willy Voltz in geradezu meisterhafter Form übertreffen zu wollen - nun, nach den letzten Romanen zu urteilen, ist hierzu mit Abstrichen vielleicht noch Uwe Anton in der Lage- ohne die anderen Autoren abwerten zu wollen.
Band 2000 der Serie bietet statt dessen einen mehr als gelungenen Einführungsband in den nächsten Zyklus, der um einen Teil der Entstehungsgeschichte von ES ergänzt wird.
Um es kurz und schmerzlos zu machen: Diese Entstehungsgeschichte stellt dann auch den schwächeren Teil des Romans dar, da hier zwar eine kosmische Handlung par excellence vorhanden ist, diese jedoch nicht wirklich auch das entsprechende Flair zu versprühen vermag. Der Leser bleibt hier ein wenig außen vor, bekommt selten das Gefühl, wirkliche Enthüllungen zu erleben. Statt dessen wird die Handlung dominiert von Tatsachen, die meist schon bekannt, an anderen Stellen praktisch als sicher angenommen werden konnten. Viel wirklich Neues bietet dann gerade die "Entstehungsgeschichte" von ES wohl eher nicht. Was allerdings auch daran liegen kann, daß die Autoren sich dies für irgendwann später (wenn überhaupt) aufheben wollten. Denn aus welchem Volk ES nun entstanden ist (jaja, wir wissens, E.S. ist Deutscher, ähem...). bleibt weiter offen - ebenso wie die Frage, wie denn nun eine Superintelligenz wirklich entsteht. Das "ups - jetzt bin ich's" von diesem Roman ist vielleicht nicht gerade der Weisheit letzter Schluß. Deshalb wurde dieser Teil dann wohl auch recht schnell abgehandelt und auf die wirkliche Entstehung praktische nicht eingegangen.
Womit wir diesen Part des Romans nun hinter uns hätten, der zwar recht gut geraten ist, jedoch aus den genannten Gründen gegenüber dem Perry-Handlungsteil von Robert Feldhoff ein wenig abfällt.
Robert Feldhoff bereitet in seiner Jetztzeit-Handlungsebene den kommenden Zyklus vor - auf eine Art und Weise, wie wir in der letzten Zeit kaum einen Zyklusanfang zu lesen bekamen. Vieles deutet darauf hin, daß die Expo-Redaktion nun endlich die Rufe der Altleser erhört hat, die einen Schwenk "back to the roots" fordern. (Sicherlich keine falsche Entscheidung, wenn man sich den Altersdurchschnitt auf dem WeltCon in Mainz ansieht. Die vielbeschworenen Jungleser, die sich auf der LKS zu Wort melden, sind praktisch nicht vorhanden gewesen - meine persönliche Schätzung für Mainz liegt bei einem Durchschnitt von ca. 35 Jahren - also genau die Leute, die schon die letzten zwei bis drei Perry-Cons mitgemacht haben. Aber dies ist hier nicht das Thema.)
Fast schon könnte man eine "Null" aus der Bandnummer streichen. Denn was wir nach diesem Roman haben, ist hiervon nicht mehr weit entfernt. Nicht nur, daß die Arkoniden wieder die weitaus bedeutendste Macht in der Milchstraße sind - die USO ist wieder da (unter Leitung von Monkey - das könnte interessant werden, wenn Atlan irgendwann mit der SOL wieder auftaucht...), Positroniken sind "state of the art", Perry ist Großadministrator... äh, sorry, "Solarer Resident" (Wer hat sich eigentlich diesen dämlichen ('tschuldigung) Titel ausgedacht? Immerhin war die Solare Residenz hier noch nicht angedacht - hätte sie früher bestanden, wäre das ja noch in Ordnung - aber wer um Himmels Willen nennt sich schon "Solarer Resident" in der Bezeichnung eines politischen Amtes?!?). Hinzu kommt: Bully ist Verteidigungsminister (was auch sonst???), man baut wieder große (wirklich große!) Raumschiffe, von Kosmokraten weiß man zwar noch, diese nehmen jedoch keinen Einfluß mehr - und nicht zuletzt: Mit der SOL sind auch Transitionstriebwerke wieder "in". Da war doch noch was? Richtig: Die Mutantenschwemme setzt ein. Das alles erinnert doch stark an die Anfangszeiten der Serie, und wenn sich Terra mit der Aagenfelt-Barriere mal wieder abschotten wird, ist auch die verklärte Erinnerung des Lesers an das ATG-Feld nicht mehr weit...
Der aktuelle Expokrat Robert Feldhoff und der mit diesem Band als Expo-Redakteur scheidende Ernst Vlcek bieten jedenfalls eine Grundlage für einen wirklich großartigen Perry-Zyklus, wenn auch die Frage sicherlich erlaubt ist, ob Ernst zu diesem Band exposémäßig überhaupt noch etwas beigetragen hat. Schließlich ist dieser Eröffnungsband des neuen Tausenders der Serie auch gleichzeitig der erste Band des neuen Zyklus, der von Robert allein gestaltet wird - eine Aufgabe, die ihn ziemlich in Beschlag nehmen dürfte. Immerhin muß er jetzt nebenbei die Arbeit von zwei Expokraten leisten und wird noch weniger Gelegenheit haben, eigene Romane zum Zyklus beizusteuern. Sollte er jedoch wie im letzten Band schon mal einen Schlüsselroman an Uwe Anton abgeben, wird der Leser dies sicherlich mit einem lachenden und einem weinenden Auge sehen. Vielleicht wäre Uwe Anton zu späteren Zeiten die geeignete Ergänzung zu Robert Feldhoff - aber dies ist nun wirklich recht müßige Spekulation und betrifft nur die Meinung des Rezensenten. Das Team jedoch ist mit dieser Konstellation nun bestens gerüstet, die nächsten tausend Romane anzugehen, denn man sollte nicht vergessen, daß man hier ja auch noch einen Rainer Castor für die Technik und Recherche im Hintergrund hat - das lebende Perry-Lexikon schlechthin (wie man in Mainz wieder erfahren konnte, wenn Ernst Vlcek zugab, daß die Recherche-Arbeit zur ES-Handlungsebene nicht von ihm, sondern von Rainer geleistet wurde). Das verspricht nun wieder einiges, und man kann sich auf die folgenden Zyklen der Serie wirklich freuen.
Aber zurück zum Roman, bzw. der "Jetztzeit"-Ebene von Robert Feldhoff.
Robert hatte hier das Problem, reichlich viele Jahre Handlung in diesen Band packen zu müssen, und nicht nur in diesen Band, sondern eben nur in die Hälfte davon - glücklicherweise jedoch umfaßt der Roman eine weitaus größere Seitenzahl als der übliche Perry-Roman, sonst hätten hier wieder ähnliche Probleme bestanden wie bei seinem Vorgänger.
Hier bietet sich dem Leser zwar wenig kosmisches Geschehen (Was ist eigentlich aus Thoregon bzw. den beteiligten Superintelligenzen geworden? In diesem Roman ist von diesen zur Handlungszeit jedenfalls nichts zu lesen...), doch scheint der Ausspruch Hismooms vom "Jahrtausend der Kriege" durchaus berechtigt gewesen zu sein. Die Thoregon-Galaxien werden allerdings wohl alle so ihre Probleme haben - oder halt die Völker der Koalition. Auch dies verspricht wieder einiges für die kommenden Romane des Zyklus. Und die SOL haben wir ja auch noch nicht wieder zurück - geschweige denn von den Halutern oder der GILGAMESCH. Wo die nun wieder abgeblieben sind? Die Zeit jedenfalls hätte eigentlich gereicht, wieder in die Milchstraße zurückzukehren. Es bleibt also die Frage, was in Chearth noch so passiert ist...
Zusammenfassend bleibt zu sagen, daß dieser "normale" Zyklusanfang eine Spannung beim Leser erzeugt, die dieser vielleicht zum letzten Mal bei Band 1400 gespürt hat - dies ist jedoch eine persönlich geprägte Meinung, was man davon zu halten hat, sollte jeder selbst entscheiden. Die Entscheidung, erst gar nicht den Versuch zu machen, einen würdigen Nachfolger für Band 1000 zu schreiben, ist jedenfalls nur zu begrüßen. So konnte der Leser in dieser Hinsicht nicht enttäuscht werden. Denn eine Enttäuschung wäre es geworden - bei allem Respekt für das Können der jetzigen Autoren: Sie hätten dieses Meisterwerk nicht wiederholen können -und dies wußten sie wohl auch.
Eine kurze Anmerkung noch zu Uwe Antons "Reiseführer durch Terrania": Die Idee, die Einstiegshilfe für Neuleser in Storyform abzufassen, ist grundweg nur zu begrüßen. Denn hier bietet sich auch für den Leser, der schon mehr Erfahrung mit der Serie hat, noch ein Ansatzpunkt, das Teil auch zu lesen. Die Basis jedenfalls habe ich immer übersprungen. Und Uwe löst auch diese Aufgabe wieder mit Bravour, auch wenn den Altleser manchmal ein paar Hinweise stören oder alles halt zu bekannt vorkommt. Uwe erweist sich auch hier wieder als ein Autor, dem man wirklich alles vorsetzen kann. Was ist er eigentlich im Bereich der Perry-Romane nicht in der Lage zu schreiben?

Fazit:
Einen zweiten Band 1000 konnte man sicherlich nicht erwarten - und dementsprechendes wußten auch die Autoren. So stürzt man sich dann auf einen "normalen" Zyklusanfang, der es dafür jedoch in sich hat. Der Altleser dürfte sich hier nun wieder wirklich wohlfühlen, und auch für die "Neuleser" wird hier eine eher wieder bodenständige Handlung versprochen. Band 2000 mag zwar nicht an den 1000er heranreichen - die nachfolgende Handlung dürfte jedoch um Klassen besser werden als das, was dem absoluten Meilenstein folgte. Insgesamt präsentiert sich dieses Werk als durchaus gelungener Roman, bei dem die ES-Ebene gegen die aktuelle Handlung jedoch nicht so ganz mithalten kann - was eine höhere als die nun folgende Bewertung verhindert:
13 Punkte.

Winfried Brand

Endlich! Band 2000 ist erreicht, und schon geht es weiter. Thoregon ist entstanden, die sechs Superintelligenzen befinden sich im PULS von DaGlausch, die Kosmokraten haben sich nach den Verhandlungen in Band 1999 aus den Thoregon-Galaxien zurückgezogen, und die Bewohner der Milchstraße sind frei von jeglicher Bevormundung von oben. Prompt setzt das Arkonidenreich seine bisherigen Drohungen und Andeutungen in die Praxis um - die Milchstraße steht etwa 12 Jahre nach den Begebenheiten in Band 1999 zum Großteil unter der Herrschaft Arkons - nicht unbedingt so passend zum Thoregon-Gedanken. Nur Terra mit der LFT und die Blues sind noch relativ frei, aber nicht unbedroht, wie die heftigen Attacken des Imperiums gegen verschiedene Systeme - so auch die Annektierung des Topsiderreiches - aufzeigen. Zudem macht sich auch wieder eine neue übergeordnete Gefahr bemerkbar, ein Typ namens Morkhero Seelenlos - netter Name. (* Jooo. Mork vom Ork, der Held ohne Seele? Wenn Robin Williams das wüßte... ;-))) Heike) Das gipfelt in einem Attentat auf Perry durch Tautmo Aagenfelt, von dessen Geist Morkhero offensichtlich Besitz ergriffen hatte. Perry überlebt natürlich, aber Tautmo ist tot, womit diese ebenso geniale wie traurige Figur der Vergangenheit der Serie angehört. (* Oooooooh! <schnüff> :-( Heike)
Außerdem gibt es auf Terra wieder gewisse rassistische Anwandlungen, die auf der Geburt einer großen Zahl von Monochrom-Mutanten beruhen, einem alten Erbe aus dem hervorragenden Cantaro-Zyklus. Die "normalen" Menschen (wer ist schon normal?) können halt nicht sich so gut mit den verschiedensten Fähigkeiten der neuen Mutanten arrangieren. Ein kleines, elitäres Mutantenkorps der Vergangenheit wäre wohl noch zu verkraften - aber abertausende Mutanten!? Die geistige Reife der Menschheit scheint dafür nicht bereit zu sein - schade eigentlich. (* Die Begriffe "geistige Reife" und "Menschheit" verhalten sich zueinander wie Wasser zu Öl - ohne "Emulgator" kann man sie nicht zusammenbringen... :-( Heike)
Wir sehen, der hehre Thoregongedanke ist noch in unendlich weiter Ferne. Was wollen wir denn auch mit Frieden in der Serie? Wäre auf Dauer doch tödlich langweilig...
Aber zurück speziell zum Jubi-Band.
Robert Feldhoff und Ernst Vlcek ist ein angemessenes Werk gelungen, wenn auch nicht in der Klasse von Band 1000, aber das gibt es wohl auch nur einmal - und damals waren auch noch andere Zeiten und Gedanken.
Als ich den Titel "ES" erfuhr, bekam ich einen kleinen Schreck. Eigentlich konnten sich die Autoren doch keinen Gefallen tun, wenn sie die geheimnissvolle Entstehungsgeschichte der Superintelligenz erklären wollten. Das mußte ja auch schon eine besonders phantasievolle Geschichte sein. Überraschenderweise haben sie es gut geschafft und sich mit dem Kniff, die Geschichte sozusagen mit ES in einer Vorstufe zur Superintelligenz zu beginnen (wie immer die auch gewesen sein mag - so genau kommt das ja auch nicht rüber, außer, daß der Sprung wohl etwas mit der geistigen Reife oder Stärke zu tun haben muß, was wiederum wohl in der Ausmerzung der negativen Eigensubstanz münden sollte, was, wie wir wissen, mit Anti-ES nicht ganz funktioniert hat), elegant aus der Affäre gezogen. Wir erfahren weiterhin, daß die Erde selbstverständlich schon vor Ur-Urzeiten zur bevorzugten Domäne von ES gehörte. Das wußten wir zwar schon immer - aber man fühlt sich doch toll, oder?!
Interessant, aber grundsätzlich bekannt sind auch die Beziehungen zu Estartu und zu den Nocturnen.
Eine Andeutung in der Richtung hatten wir ja schon, aber daß die Helioten ganz ihr eigenes Süppchen kochen, gibt doch sehr zu denken. Sie sind also die ursprünglichen Anstifter zu Thoregon. Welchen Zweck sie damit erreichen wollten - kosmokratenfreie Zone, na sicher - bleibt doch sehr unklar und läßt vielen Spekulationen Raum. Dazu noch eine Frage: Wenn die Helioten älter als die Superintelligenz ES (und wohl auch älter als ein Großteil der anderen SIs) sind, auf welcher Stufe des Zwiebelschalenmodells befinden sie sich dann eigentlich?
Ich kann nur sagen, der neue Jubi-Band bietet Spekulationsstoff und neue Ereignisse in Hülle und Fülle. Nicht zu vergessen auch die neue Solare Residenz, die ein nettes Poster abgibt, aber von ihrer Bauweise für mich den Eindruck macht, als ob sie in der Serie nicht allzu alt würde. So ein schwebender Bau bietet doch gute Angriffsmöglichkeiten. Auch Perrys Rückkehr in den Schoß der Menschheit und seine Reaktivierung als Politiker - die Jahrhunderte davor waren ihm wohl zu langweilig - ist nicht schlecht. Der neue Titel Resident, also wohl Statthalter der Menschheit, ist nicht ganz so pompös wie der alte Großadministrator, obwohl der Name Resident ja schon was her gibt. (* Ja, da fehlen nur ein M, ein R, ein Punkt und ein P bis zum Mr. President... ;-) Heike) Die Kultanwandlungen in Bezug auf seinen Status als Thoregonbote und natürlich uralten Unsterblichen bieten auch guten Stoff.
Eine gute Idee war auch die Reaktivierung des KorraVir, der fast alle Syntroniken lahmlegt. So wird die Technik wieder ein bißchen zurückgeschraubt, auch wenn die Terraner schon Gegenansätze haben.
Dann wäre da noch Monkeys Zellaktivator. Das ist eine wirkliche Überraschung, da besitzt mal wieder eine nicht so positive und durchsichtige Persönlichkeit so ein Gerät - woher nur?
Wenn die Serie so weitergeht, wie sie in diesem Band fortentwickelt wurde, können wir noch einige positive Dinge (auch wenn die Entwicklung für den Titelhelden nicht so optimal läuft) erwarten. Das hat wieder Lust auf mehr gemacht.

Hervorragend übrigens auch die Stadtführung durch Terrania von Uwe Anton - mal eine andere Einführung in die Serie für Neuleser.
14 Punkte

Bernd Krosta

(Natürlich alles Gute zum 2000er vom Phantastik Club Guy Nelson und der Dwarf Story Production - macht weiter so!!!)

Endlich ist er da - und überhaupt...
Nach dem unglaublichen 14 Punkte-Band von Uwe Anton war es wahrlich noch schwerer, einen draufzusetzen, und die Autoren haben auch gar nicht versucht, diese Leistung mit Bombast zu toppen! Gut so!
Heraus kam ein im besten Sinn des Wortes beschaulicher Roman, ohne wirklich großartige Überraschungen zu bieten.
Aber auch in diesem Band steckt der Teufel im Detail, und auf manche versteckte Anspielung kommt man erst später. Man kann zum Beispiel auf die Idee kommen, daß die Helioten die Nachfahren des Volkes sind, das die Brücke baute. ( :-) "ES erstarrte in Ehrfurcht und bekam weiche Knie...!" :-) )
Sicherlich wird das Entstehen von ES geschildert - aber wer ES ist, wurde trotzdem nicht gesagt (ES-Schwester wußte von Thoregon und ist sogar älter!). Des weiteren ist die Frage mit dem Kraftfeld um die Erde noch zu lösen, und so weiter. So wurden praktisch die Dinge erzählt, die viele Leser schon vermutet, andere nur geahnt haben. In dieser Geschichte fehlte deshalb der besondere kosmische Hauch, den man sonst bei solchen Enthüllungen gewohnt war.
Dieser Band gehört mit Sicherheit zu den bestdurchdachten Romanen aller Zeiten, und er macht Lust auf mehr... Das ist auch schon lange, lange her, daß so etwas passierte.
Nach dem besten Abschlußband seit über 20 Jahren wird einem ein überdurchschnittlicher 00 Band geliefert - wenn jetzt sogar der nächste Band nicht so ein Langweiler wird wie 1001, wird mir Angst und Bange...
Kommen wir nun zu den militärischen Fakten: Rainer, ick hör dir trapsen...
Das Hintergrundmaterial zeigt deutliche Parallen zum Traversan-Zyklus und zur "guten alten Zeit" der Altleser. Ich hoffe, die neuen Einsätze der USO werden genauso spannend wie damals.
Die Lösung, die Syntroniken in ihrer Macht zu beschneiden, ist durchaus akzeptabel und bietet wieder genug Handlungsspielraum für die Menschen.
Ich frage mich jetzt nur noch, wer das erste Raumschiff mit einer geschützten Syntronik baut...
Auch haben die Leser jetzt ihre Mutanten wieder, nach denen sie so lange geschrien hatten - wollten sie wirklich so viele? (Wann taucht eigentlich Kollege Bester und sein PSI-Korps auf?)
Eine weitere Frage beschäftigt mich: Wie lange haben wir jetzt Ruhe vor den "hohen Mächten"? Bis Band 2500??? Wird Band 3000 gar: "Der Chef der Kosmokraten" heißen?

Alles in allem ist mit diesem Roman eine solide Basis für die Zukunft geschaffen worden. Für die Aufmachung und den guten Willen, der hinter dem Roman steckt, gibt es jeweils einen Bonuspunkt.
Roman: 10 Punkte
Gesamtwertung: 12 Punkte

RAZ

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