Band 2001: "Odyssee eines Mutanten"

Autor: Ernst Vlcek

Lange vor dem Auftritt des Helioten auf Terra wird auf dem kleinen Planeten Yorname (* MY name??? ;-) Heike) der monochrome Mutant Trim Marath geboren. Bereits früh erkennt der Arzt die Farbenblindheit des Patienten, kann dagegen aber nichts tun. Ebenso früh ist sein seltsames Verhalten auffällig. Es ist, als ob schreckliche Geister ihn plagen, aber niemand weiß, was wirklich in ihm vorgeht; und als sich sein Zustand einigermaßen bessert, wird da auch nicht mehr nachgeforscht. Trim wird ein sehr verschlossener Mensch, der lange braucht, bis er andere Menschen an sich heranläßt, und auch seiner Mutter gegenüber gibt er nicht alles zu. Als der Heliot über Terra erscheint, offenbart er diesem gegenüber seine Fähigkeiten. Er konnte den Helioten bis nach Yorname spüren. Generell kann er vieles spüren, dennoch ist er kein Mutant. Er lernt auch erst langsam, sich gegen die Stürme von außen abzuschirmen, aber gleichzeitig schirmt er sich auch gegen den Rest der Welt ab. Doch er ist nicht gegen alles gefeit, und so verfällt er in großen Schmerz, als Ramihyn auf der Erde wandelt und hier Tod und Verderben bringt.
Als schließlich die ersten Berichte über die Monochrom-Mutanten auftauchen, wissen Mutter und Sohn, daß Trim einer von ihnen ist. Es dauert auch nicht lange, dann steht die Residenz-Ministerin für Mutantenfragen Moharion Mawrey bei der Familie auf der Matte. Sie nimmt Trim mit auf die Erde und bringt ihn in eine Mutanten-Schule.
Die Ministerin verspricht ihm besonders das Ende seines Außenseiter-Status, aber auch unter den anderen Mutanten isoliert sich Trim sehr schnell. Der einzige, mit dem er sich einigermaßen versteht, ist Startac Schroeder, der Teleporter, der Perry Rhodan vor dem Diener der Materie gerettet hat.
Eines Tages erlebt Trim die Geburt einer unheimlichen Geistesmacht, die er Morkhero Seelenquell nennt, aber außer Startac glaubt ihm niemand.
Auf anderer Ebene laufen bereits die Vorbereitungen auf einen intergalaktischen Krieg, der inzwischen unvermeidbar scheint, auch wenn der erste Terraner Maurenzi Curtiz das nicht so richtig akzeptieren will. Kontakte mit dem Topsid-System zeigen, daß hier die Arkoniden eindeutig das Kommando übernommen haben - und daß sich die Delegation der LFT in deren Händen befindet. Dies ist um so gefährlicher, da Reginald Bull der Delegation angehört, der ausgezeichnet über Terras Geheimwaffe, die Aagenfelt-Barriere, informiert ist. Dieses Wissen könnte in den Händen der Arkoninden sehr gefährlich für die Erde sein. Doch es gibt noch einige andere lokale Probleme. Immer wieder drehen hohe Persönlichkeiten durch und sterben meist kurz danach an Herzversagen - dasselbe Schicksal, das auch Tautmo Aagenfelt erleiden mußte. Noch weiß aber niemand, wer oder was dahinter steckt. Erst als man weitere Untersuchungen auf der Mutanten-Ebene anstellt, wird man auch auf Trim Marath aufmerksam, der zusammen mit Startac zum Solaren Residenten zitiert wird. Trim kann über Morkhero keine genauen Angaben machen. Aber er kann ungefähr spüren, wo er sich auf der Erde aufhält, wenn er denn da ist. Doch es scheint, als ob nun auch Morkhero Seelenquell auf ihn aufmerksam geworden ist, und in einem unheimlichen Traum begegnen sich die beiden. Trim kann ihm nur entkommen, weil es ihm gelingt, eine Nachricht an seine Mitschüler (50 an der Zahl) zu senden, die ihm mit ihrer psionischen Energie zur Seite stehen und Morkhero Seelenquell vertreiben. Die versammelten Mutanten beschließen Stillschweigen. Sie wollen den unheimlichen Feind für Terra und Thoregon allein besiegen.

Nun - da hätten wir also schon etwa drei Handlungsebenen im aktuellen Zyklus. Einmal die SOL, auf die wir wohl noch ein wenig warten müssen. Daneben haben wir die Heimat mit den Mutanten um Trim Marath und Startac Schroeder und die "Erwachsenen", die sich mit den Arkoniden herumschlagen müssen. Was alles noch dazu kommt, wird sich zeigen, auch wenn ich glaube, daß wir damit erst einmal eine ganze Menge an der Hand haben.
Auf jeden Fall hat sich einiges getan. Die Terraner haben sich blitzschnell vom personifizierten Pazifismus zu wahren Kriegern gewandelt. Aber im Angesicht der Arkoniden haben sie auch keine Wahl. Auch wenn ich mich doch ein wenig gewundert habe, wie schnell dem Solaren Residenten das Wort "Krieg" über die Lippen kommt, das hat man in der Vergangenheit auch schon anders erlebt. Ich will aber nicht klagen, sondern wundere mich hier nur ein wenig über die schnelle Entwicklung. Aber Perry Rhodan hat sich ja anscheinend mit Haut und Haaren seinen Terranern verschrieben. Zum Glück hat man ja noch eine durchaus nicht ganz einflußarme Gegenposition, nämlich Rhodans "Chef", den Ersten Terraner, der nun Perry Rhodans alte Position des strengen Pazifisten einnimmt. Die beiden könnten sich zu einem wirklich interessanten Pärchen entwickeln. Ich bin gespannt, wie man Rhodan und Curtiz noch anpacken wird. Der Schwerpunkt dürfte sicherlich auf Perry Rhodan liegen, dessen neuer Titel "Solarer Resident" mir an sich recht gut gefällt. Ich finde allerdings, daß Ernst Vlcek ihn hier doch ein wenig arg breitgetreten hat - Solarer Resindent hier, Solarer Resident da - ich habe die Terraner schon lange nicht mehr so förmlich erlebt.
Aber nicht nur in der Form ist man ein wenig altertümlicher geworden. Auch auf dem Mutantensektor hat man sich klammheimlich, aber ebenso blitzschnell, an alte Verhältnisse gewagt. So geht die Rettungsexpedition für Bull und Co. mit Mutantenuntersützung vonstatten, und ich muß sagen, daß ich darauf schon sehr neugierig bin. Aber man darf auch gespannt sein, was denn noch aus Trim Marath und seinen "Verschwörern" wird. Marath ist sehr umfangreich und detailliert eingeführt worden. Das läßt darauf schließen, daß er in der Zukunft eine wichtige Rolle in der Handlung spielen wird. Er wird vermutlich die Schlüsselrolle im Kampf gegen die unheimliche (und junge) Geistesmacht Morkhero Seelenqell spielen. Ich weiß aber nicht genau, wie sich die anderen Mutanten da einmischen können - es sei denn, es ginge weiter in das seltsame "Land" Domrath (* Köln??? >:-))) Wäre zwar in der Tat ein recht seltsames "Land", aber... ;-) Heike), in dem Morkhero zu Hause ist. Ich gehe jedoch davon aus, daß der nächste Schauplatz dieser Ebene zunächst einmal die Erde sein wird. Das gibt die Möglichkeit, die gesamten verbündeten Mutanten einzusetzen. Es dürfte ein wenig schwierig werden, wenn diese in aller Heimlichkeit durch die halbe Galaxis reisen wollten.

Fazit:
Was bleibt, ist ein ganz netter Anfangsroman, der viel aufbaut, dabei jedoch leider nicht so besonders spannend ist. Das hängt aber damit zusammen, daß die klassische Rhodan-Biographie eines Charakters eher selten so richtig Spannung aufkommen läßt. Einmal mehr wird besonders hier an dieser Stelle erst einmal eine ganze Menge hingeworfen, mit dem sich die Akteure auseinandersetzen müssen. Bleibt abzuwarten, was noch alles daraus wird.
9 Punkte

Alexander Haas

So, den 2000er hätten wir jetzt hinter uns - stürzen wir uns also wieder auf den harten Boden der Realität des Perryversums.
Nein, ganz so tief wie der Sturz nach dem ersten 1000er der Serie ist Band 2001 nun wirklich nicht geraten - auch wenn ich auf den ersten Seiten fast schon den Eindruck hatte, daß dieser Roman "betschidenwürdig" werden könnte. Denn Ernst Vlcek setzt dem Leser zuerst einmal einen Teil der Lebensgeschichte Trim Maraths vor - etwas, das dann nun wirklich nicht zu den Geschehnissen des letzten Bandes paßt. Glücklicherweise nimmt dann diese Lebensgeschichte nur einen Teil dieses Romans in Anspruch, so daß die Handlung der Gegenwart der Serie dann doch nicht zu kurz kommt.
Und hier lesen wir dann immerhin ein wenig mehr zum neuen Bösewicht der nächsten Zeit: Morkhero Seelenquell. Allerdings muß ich dann ja doch sagen, daß genau dieser Bösewicht als geheimnisvolles Element zunächst nicht so recht zu überzeugen vermag. Da haben wir diese unerklärliche Verbindung zum Haupthelden dieses Romans - und trotzdem gelingt es Ernst Vlcek nicht so richtig, diese auch wirklich unheimlich und geheimnisvoll zu schildern. Auf weiten Strecken der Handlung kommt der Bösewicht eher wie eine Art abgehalfterter "Schwarzer Mann" daher, und auch am Ende vermag die konzentrierte Aktion der Jungmutanten nicht unbedingt zu überzeugen. Zu seltsam wirkt das dann alles, zu wenig weiß der Leser von den bisherigen Zusammenhängen. Doch bleibt in dieser Hinsicht auf jeden Fall zu sagen, daß der große Anfangsknall erst einmal ausgeblieben ist. Der große Angriff fand nicht so richtig statt, bzw. der Leser hat ihn nicht adäquat verinnerlicht. Sicherlich: Perry wird massiv bedroht, und auch der Rest der Truppe (inklusive eigentlich aller Terraner) bekommt ein wenig Probleme - doch war's das dann doch nicht so richtig, bleiben die Schilderungen zu weit außen vor, berühren nur eine rein geistige bzw. fast schon gespensterhafte Ebene, die dem Leser selber erst einmal verschlossen bleibt. Eine wirkliche Realisierung der Gefahr ist dem Leser hiermit fast schon unmöglich gemacht, eine mehr handfestere Gefahr (wie z.B. in Sachen Bostich) bietet da zum Anfang wesentlich mehr als eine übersinnliche Wesenheit, die eigentlich gar nicht greifbar ist.
Interessant ist an diesem Roman jedoch wieder, daß weiterhin die Thoregon-SIs anscheinend zuviel mit sich selbst zu tun haben, als daß sie ihren Völkern irgendwie zu Hilfe kommen würden. Entweder ist es mit der Agenda doch nicht so weit her, oder die sechs haben noch an anderen Fronten zu kämpfen - wobei zweiteres wohl wahrscheinlicher ist.
Auch fällt auf, daß die Haluter ebenfalls noch nicht erwähnt werden, ebenso wie die gesamte Chearth-Flotte. Ob diese sich vielleicht auch noch irgendwo außerhalb der Milchstraße aufhalten, bleibt eines der Rätsel auch nach diesem ersten Band nach der magischen Nummer 2000.
Alles in allem bieten diese Rätsel zusammen mit der arkonidischen Bedrohung der gesamten LFT dann immer noch den interessanten Teil, auf dem der Zyklusanfang aufbaut. Großartige Wirkungen Seelenquells sind jedenfalls noch nicht zu bemerken - wenn man dies jetzt auf die gesamte Menschheit sieht. Diese Bedrohung steckt sozusagen noch in den Babyschuhen und muß diesen in den nächsten Bänden erst noch entwachsen. Die wirkliche Zyklusanfangsspannung vermisse ich zur Zeit jedenfalls ein wenig - sie ist einem gewissen Interesse gewichen, wie die Geschichte denn nun weitergeht. Das ist dann ja auch nicht unbedingt schlecht, vermag den Hunger nach dem nächsten Heft jedoch nicht ganz gleichwertig zu ersetzen.

Fazit:
Ernst Vlceks Roman krankt in vielem daran, daß die kommende Gefahr einfach noch nicht greifbar, noch nicht benennbar ist. Das Gefühl des "ich muß jetzt das nächste Heft sofort lesen" will hier einfach noch nicht so richtig aufkommen. Hinzu kommt, daß die Lebensgeschichte Trim Maraths beim Leser auch eher Langeweile hervorruft, als daß sie wirklich zu interessieren in der Lage ist. Die Gefahren bleiben bis auf die Arkonidische eher schwammig und schwer erfaßbar - mehr greifbare Realitätsnähe hätte hier wahrscheinlich für mehr Spannung gesorgt. Was jedoch nicht heißen soll, daß der Roman wirklich schlecht wäre. Wir sind halt weiterhin nur mitten im seit 200 Bänden laufenden Großzyklus - und damit wieder bei der Realität angelangt. Einen wirklich neuen Zyklus konnte man jedoch nach dem letzten Band auch nicht erwarten.
8 Punkte.

Winfried Brand

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