Chris Bunch:

"Der Preis der Macht"

(Der Magier von Numantia 2)
OT: The Demon King
Ü: Bernhard Schmid
USA 1998
(640 Seiten, Taschenbuch, Blanvalet 24900, ISBN 2-442-24900-7, DM 19,90)
- erschienen: Januar 2000 -

Seit etwa 10 Jahren ist Damastes á Cimabue nun erster Tribun unter dem Imperator Laish Tenedos, an dessen Seite er eine glorreiche Karriere machte. Nun ist er mit einer kleinen Armee (und seiner Frau) auf dem Weg in das aufrührerische Land Kallien. (* Gallien? >;-) Heike) Hier herrscht zwar der Bruder des Imperators, doch so richtig will er die Situation nicht in den Griff bekommen. Damastes arbeitet mit gewohnten Mitteln, aber als er feststellt, daß sein Imperator noch härter durchgreifen will, verweigert er den Befehl und fällt somit in Ungnade. Daheim muß er feststellen, daß sich Tenedos' Führungsstil nicht mehr ganz so stark von dem des 10er Rats unterscheidet, der damals abgelöst worden war, und daß Tenedos sich mit allerhand überflüssigen Pomp und Prunk umgibt. Hinzu kommt, daß die Tovietie wieder aktiv werden, und sie haben Damastes als ihr Lieblingsopfer Nummer Eins auserkoren. Während Damastes bei Hofe schließlich wieder geduldet wird, überwirft sich der Imperator mit seinem Geheimdienstchef Ktulu (* Mit WEM??? >;-) Heike), einer Person, die immer alles weiß. (* Ist das bei dem Namen ein Wunder? >:-) Heike) Schließlich wird der große Krieger Damastes auf eine wichtige diplomatische Mission geschickt. Er soll in das mächtige Bairan reisen, um hier einen Krieg zu verhindern, den sein eigener Herrscher eigentlich schon seit Jahren vorbereitet hat...

Wie in Band eins begonnen, macht sich Chris Bunch daran, die Lebensgeschichte des Damastes á Cimabue in der Ich-Form zu erzählen. Allerdings nimmt er sich nicht wirklich allzuviel Neues vor. Vielmehr baut er das weiter aus, was er in Band 1 angefangen hat - und da wäre an dieser Stelle zuerst einmal der Sex zu nennen. Wem das schon in Band 1 zuviel war, der sollte sich den "Preis der Macht" gar nicht erst zulegen, denn hier steigert sich das noch einmal um eine ganze Menge. Klar kann eine gute Geschichte Sex gebrauchen, und man redet nicht umsonst von "Sex and Crime", aber in meinen Augen übertreibt der Autor sein Spielchen hier etwas. Bzw. nicht das eigentliche Spiel, sondern die nicht endenwollenden Liebesspiele des Protagonisten, die manchmal schon wirklich etwas zu stark ins Pornographische gehen.
Dabei nimmt auf der anderen Seite das ab, was Band 1 eine doch recht schöne, düstere Atmosphäre gegeben hat. In der Hauptstadt sind zunächst die Intrigen und viele andere Dinge an der Reihe, mit denen ein Krieger sich eigentlich weniger beschäftigt, aber Damastes ist halt vielfältig. Erst als die Reise nach Bairan ansteht, bekommen wir ein wenig Reiseatmosphäre zu spüren, die besonders auf dem Hinweg sehr viel Spaß macht. Hier gibt es endlich wieder die unterschiedlichen Charaktere, die sich zusammentun, um gemeinsam ein Ziel zu verfolgen. Das geht aber in dem Moment verloren, als der große Krieg beginnt, und groß ist dieser in der Tat. Mehr Menschen, mehr Schlachten und mehr Tod als in Band eins. Es scheint mir, als ob Chris Bunch sich wirklich vorgenommen hätte, den Vorgänger in allen Bereichen zu übertreffen. In meinen Augen schießt er aber ziemlich über das Ziel hinaus, und so hat man am Ende einfach zu viel von allem. Irgendwann ist jedes Thema ausgereizt. Irgendwann kennt man Damastes Bettgewohnheiten, und irgendwann weiß man auch zur Genüge, wie Numantias Soldaten sterben.

Fazit:
Ein Roman, der unter den Möglichkeiten der Geschichte bleibt, die eigentlich gar nicht so schlecht, aber mit den falschen Mitteln umgesetzt ist. Bleibt abzuwarten, was noch kommt. Eine Fortsetzung ist bisher nicht angekündigt, dem Ende nach aber durchaus möglich.
6 Punkte

Alexander Haas


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