Seit etwa
10 Jahren ist Damastes á Cimabue nun erster Tribun unter dem
Imperator Laish Tenedos, an dessen Seite er eine glorreiche Karriere
machte. Nun ist er mit einer kleinen Armee (und seiner Frau) auf dem
Weg in das aufrührerische Land Kallien. (* Gallien? >;-)
Heike) Hier herrscht zwar der Bruder des Imperators, doch so
richtig will er die Situation nicht in den Griff bekommen. Damastes
arbeitet mit gewohnten Mitteln, aber als er feststellt, daß
sein Imperator noch härter durchgreifen will, verweigert er den
Befehl und fällt somit in Ungnade. Daheim muß er
feststellen, daß sich Tenedos' Führungsstil nicht mehr
ganz so stark von dem des 10er Rats unterscheidet, der damals
abgelöst worden war, und daß Tenedos sich mit allerhand
überflüssigen Pomp und Prunk umgibt. Hinzu kommt, daß
die Tovietie wieder aktiv werden, und sie haben Damastes als ihr
Lieblingsopfer Nummer Eins auserkoren. Während Damastes bei Hofe
schließlich wieder geduldet wird, überwirft sich der
Imperator mit seinem Geheimdienstchef Ktulu (* Mit WEM??? >;-)
Heike), einer Person, die immer alles weiß. (* Ist das
bei dem Namen ein Wunder? >:-) Heike) Schließlich wird
der große Krieger Damastes auf eine wichtige diplomatische
Mission geschickt. Er soll in das mächtige Bairan reisen, um
hier einen Krieg zu verhindern, den sein eigener Herrscher eigentlich
schon seit Jahren vorbereitet hat...
Wie in Band eins begonnen, macht sich Chris Bunch daran, die
Lebensgeschichte des Damastes á Cimabue in der Ich-Form zu
erzählen. Allerdings nimmt er sich nicht wirklich allzuviel
Neues vor. Vielmehr baut er das weiter aus, was er in Band 1
angefangen hat - und da wäre an dieser Stelle zuerst einmal der
Sex zu nennen. Wem das schon in Band 1 zuviel war, der sollte sich
den "Preis der Macht" gar nicht erst zulegen, denn hier steigert sich
das noch einmal um eine ganze Menge. Klar kann eine gute Geschichte
Sex gebrauchen, und man redet nicht umsonst von "Sex and Crime", aber
in meinen Augen übertreibt der Autor sein Spielchen hier etwas.
Bzw. nicht das eigentliche Spiel, sondern die nicht endenwollenden
Liebesspiele des Protagonisten, die manchmal schon wirklich etwas zu
stark ins Pornographische gehen.
Dabei nimmt auf der anderen Seite das ab, was Band 1 eine doch recht
schöne, düstere Atmosphäre gegeben hat. In der
Hauptstadt sind zunächst die Intrigen und viele andere Dinge an
der Reihe, mit denen ein Krieger sich eigentlich weniger
beschäftigt, aber Damastes ist halt vielfältig. Erst als
die Reise nach Bairan ansteht, bekommen wir ein wenig
Reiseatmosphäre zu spüren, die besonders auf dem Hinweg
sehr viel Spaß macht. Hier gibt es endlich wieder die
unterschiedlichen Charaktere, die sich zusammentun, um gemeinsam ein
Ziel zu verfolgen. Das geht aber in dem Moment verloren, als der
große Krieg beginnt, und groß ist dieser in der Tat. Mehr
Menschen, mehr Schlachten und mehr Tod als in Band eins. Es scheint
mir, als ob Chris Bunch sich wirklich vorgenommen hätte, den
Vorgänger in allen Bereichen zu übertreffen. In meinen
Augen schießt er aber ziemlich über das Ziel hinaus, und
so hat man am Ende einfach zu viel von allem. Irgendwann ist jedes
Thema ausgereizt. Irgendwann kennt man Damastes Bettgewohnheiten, und
irgendwann weiß man auch zur Genüge, wie Numantias
Soldaten sterben.
Fazit:
Ein Roman, der unter den Möglichkeiten der Geschichte bleibt,
die eigentlich gar nicht so schlecht, aber mit den falschen Mitteln
umgesetzt ist. Bleibt abzuwarten, was noch kommt. Eine Fortsetzung
ist bisher nicht angekündigt, dem Ende nach aber durchaus
möglich.
6 Punkte