Walter Moers:

"Käpt'n Blaubär - Der Film"

D 1999
(128 Seiten, Hardcover, Eichborn, ISBN 3-8218-2957-5, DM 16,80)
- erschienen: Dezember 1999 -

Zum Inhalt:
Als Dr. Feinfinger, Erzrivale und Fernschach-Gegner des allseits beliebten blaufelligen Bärenkäpt'ns, wieder auftaucht, entführt er kurzerhand die drei Bärchen - woraufhin für den Käpt'n und Hein Blöd eine ziemlich harte Zeit anbricht, da sie nicht nur die drei Enkel retten, sondern hierfür auch erstmal wieder fit werden müssen; beide haben seit Urzeiten kein Schiff mehr gesteuert. Hierbei stören sie dann natürlich nicht nur Krokodilpiraten, Immobilienhaie und Wellenzwerge, sondern auch noch so einiges anderes, was da auf den Meeren der Bärenerzählungen so herumfleucht...

Es ist gewiß nicht schwer zu erraten, daß es sich hierbei um das Buch zum Film handelt - schließlich steht's ja schon im Titel - ähem...
Was dem Leser als erstes auffällt, ist sicherlich die wunderschöne Aufmachung des Buches, das durchgehend 4farbig gehalten ist (rund ein Viertel der Seitenzahl fällt allein auf die Bilder zum Film), sich allerdings nicht nur auf Filmbilder beschränkt - hierzu gleich noch mehr.
Auf der Textseite beinhaltet das Buch keinen richtigen Roman, sondern mehr oder weniger die Drehbuchfassung des Films - was der Phantasie jedoch keinen Abbruch tut. Zu erwähnen ist sicherlich auch noch, daß den gesprochenen Textpassagen der Kopf der jeweiligen Figur vorangestellt ist und die Texte selber in der Fellfarbe des jeweiligen Sprechers gedruckt sind.
Handlungsmäßig entwickelt sich das Buch erwartungsgemäß phantasievoll und vor Ideen nur so sprühend, die dem Blaubär-Fan ein ums andere Mal ein Grinsen, Kichern oder auch Lachen abgewinnen können. Die aberwitzige Welt des Käpt'n Blaubär scheint immer noch nicht an ihre Grenzen zu kommen; die Ideen sprudeln nur so vor sich hin.
Viel mehr kann man zu diesem Buch, das Blaubär-Fans sich auf jeden Fall zulegen sollten, eigentlich gar nicht schreiben. Einzig und allein die computeranimierten Filmbilder sind deutlich schwächer als die Moers'schen Zeichnungen - aber auch dies dürfte wohl Geschmackssache sein. Und da der Film aus dem Computer kommt, stehen natürlich auch keine anderen Bilder zur Verfügung.

Fazit:
Eine phantasievolle, märchenhafte Geschichte für alle, die ihr inneres Kind noch persönlich kennen. Die wunderbare Aufmachung tut ein Übriges, um das Buch zu einem der gelungensten seiner Art zu machen. Rundweg empfehlenswert für alle Blaubär-Fans. (* Du vergißt die, die es noch werden wollen! Auch für die dürfte das Buch gut geeignet sein. Sogar vorlesen könnte man's! Heike)
14 Punkte.

Winfried Brand


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