1. Tod
durch Ekstase
(Death by Ecstasy)
Gil "Der Arm" Hamilton wird hinzugezogen, um den seltsamen Tod eines
alten Freundes zu untersuchen. Dieser war nach sechs Monaten
verschrumpelt, vertrocknet und mit einem Stromstecker im Kopf in
einem Appartement aufgefunden worden. Alles deutet auf einen
skurrilen Selbstmord hin, doch dann führt die Spur in den
Dunstkreis einer berüchtigten Organpanscherbande.
2. Die wehrlosen Toten
(The Defenseless Dead)
Das zweite Freezergesetz, welches die Organentnahme aus eingefrorenen
Patienten erlaubt, steht kurz vor dem Beschluß. Die
Bevölkerung ist natürlich dafür, denn die staatlichen
Organbanken sind mal wieder leer. Außerdem verspricht dieses
Gesetz ein reiches Erbe für die Nachkommen solcher Personen, die
durch das Gesetz für tot erklärt und verwertet werden.
Auf Gil Hamilton wird ein Mordanschlag verübt. Die Spur
führt zu dem Kopf einer ehemaligen Organpanscherbande.
3. ARM
(ARM)
Zwei bis auf die Knochen verbrannte Leichen werden auf dem Gehsteig
entdeckt.
Doktor Raymond Sinclair wird in seinem Appartement ermordet unter
seiner neuesten Erfindung aufgefunden. Diese ist noch eingeschaltet
und hat innerhalb weniger Stunden den Verfall der Leiche bewirkt.
Eine Zeitmaschine...?
Stecken wieder die Organpanscher dahinter?
4. Die Patchwork-Frau
(Patchwork Girl)
Gil Hamilton ist Delegierter des ARM bei der Konferenz zur Revision
der Lunaren Gesetze auf dem Mond. Ein Abgeordneter der
Belter-Delegation kommt bei einem Mordanschlag nur knapp mit dem
Leben davon. Eine Verdächtige ist schnell gefunden, verurteilt
und eingefroren. Aber ist sie auch die Attentäterin? Gil macht
sich auf die Suche. Währenddessen gelingt ein zweiter Anschlag
auf diesen Delegierten.
5. Die Frau im Del-Rey-Krater
(The Woman in Del Rey Crater)
Im Del-Rey-Krater auf dem Mond, einem nuklearen Endlager der
irdischen Kernkraftwerke, wird beim Abbau des Atommülls die
Leiche einer Frau mitten in der Strahlungshölle entdeckt. Wer
war sie, und was hatte sie dort zu suchen?
Der Klappentext sagt aus (Zitat): "In diesem Buch hat L. N. erstmals
alle Hamilton-Erzählungen zusammengestellt, eine neue Geschichte
sowie eine Rahmenhandlung hinzugeschrieben und die einzelnen
Erzählungen miteinander verknüpft, so daß ein
spannender Roman um den berühmten Agenten entstanden ist."
Die ersten beiden Behauptungen kann ich nicht nachprüfen, aber
der Rest ist schlichtweg falsch. Niven hat keine Rahmenhandlung
geschrieben, und es ist auch kein spannender Roman entstanden. Das
Buch ist einfach die gesammelte Veröffentlichung der
Hamilton-Erzählungen. Nicht mehr, aber allerdings auch nicht
weniger.
Gil "Der Arm" (wegen seines imaginären dritten Armes (muß
man selbst lesen, für eine Erklärung reicht hier der Platz
nicht aus)) Hamilton ist Agent bei der ARM, der Alliierten
Regional-Miliz, einer Art UN-Polizei. Sein Spezialgebiet ist die Jagd
nach illegalen Organpanschern. In einer Welt, in der trotz extrem
verschärfter Gesetzgebung (z.B. führt Parken im Halteverbot
stückweise in die Organbank) (* Gute Idee! Mit sowas
läßt sich die überfüllte Welt sicher schnell zum
großen Teil entvölkern... und endlich gäbe es
genügend Second-Hand-(oder eher Second-Body-?)Organe. (Ich
wollte hier einen Lächler hinsetzen, aber eigentlich finde ich
das gar nicht lustig. Und zu diesem hier =:-( fehlt mir noch ein
Emotidingsda für einen erhobenen Zeigefinger... :-( Heike)
gute Organe Mangelware sind, ist ein blühender Untergrundhandel
mit Organen aus entführten und zerlegten Menschen entstanden.
Und wer es sich leisten kann, umgeht natürlich die
Wartezeiten.
Ich weiß nicht, wann Larry Niven diese Geschichten im Einzelnen
geschrieben hat, aber Parallelen zum "Wahren Leben" sind ja wohl
nicht zu übersehen.
Dieses Buch hat im Großen und Ganzen recht wenig mit den
übrigen Ringwelt-Romanen zu tun, da es zu einem viel
früheren Zeitpunkt spielt. Allerdings sind einige Entwicklungen
und Erfindungen (z.B. die Monofaser) bereits zu entdecken.
Die einzelnen Geschichten sind futuristische Detektiverzählungen
in einer etwas weiterentwickelten Zivilisation. Die Stories sind
durchweg spannend, und die Logik ist meist durchkonstruiert.
Allerdings ähneln sich alle auch ein wenig. Hier hätte
Niven ein wenig Zeit darauf verwenden sollen, die teilweise
identischen Absätze mit Erklärungen zu den Aufgaben der ARM
in den verschiedenen Episoden zu bereinigen.
Ein augenfälliges Manko ist die plötzliche Lösung und
der abrupte, gelegentlich etwas zu sehr konstruierte Abschluß
manches Falles. Als Pluspunkt läßt sich anführen,
daß der oder die Täter stets in der Handlung präsent
sind und nie erst am Ende aus dem Nichts auftauchen.
In einem Nachwort äußert sich der Autor zur Entstehung
dieser Geschichten im Besonderen und zu Kriminalgeschichten im
SF-Bereich im Allgemeinen.
Fazit:
Sherlock Holmes 2120
Spannende SF-Krimis, die ohne Ausnahme viel Spaß bereiten.
Abzüge gibt es für die Ähnlichkeit der Geschichten und
für die Lüge auf dem Klappentext. Und wenn ich nicht
annehmen müßte, daß der Autor niemals "Der
Samenbankraub" oder "Wer stiehlt schon Unterschenkel" von Gert Prokop
gelesen hätte, würde ich glatt sagen: Geklaut.
11 Punkte