Um das
Einhornmädchen Acorna ist ein wahrer Kult entstanden. Sie kann
es sich kaum erlauben, allein offen auf die Straße zu gehen, da
sie sonst von ihren Anhängern erdrückt würde. Deswegen
hält sie sich meistens auf dem Asteroiden auf, den sie mit ihren
Freunden eingerichtet hat und der den ehemaligen Sklavenkindern ein
neues Zuhause geben soll. Dennoch ist sie nicht glücklich. Die
Arbeiten an "ihrem" Raumschiff gehen sehr schleppend voran, und sie
hat den begründeten Verdacht, daß hier von einigen ihrer
Freunde die Arbeiten verzögert werden, um sie nicht gehen zu
lassen. Doch das will sie nicht hinnehmen, und so macht sie sich
eines Tages mit dem treuen Callum allein auf den Weg.
Allerdings zwingen bald auftretende Fehler im Lebenserhaltungssystem
sie dazu, auf einem Planeten zwischenzulanden, um Vorräte
aufzunehmen. Hier treffen sie auf das Generationenraumschiff "Haven",
das von Piraten gekapert wurde, die nun den Planeten Rushima
erpressen. Durch ihre eigene Unvorsichtigkeit geraten Acorna und
Callum in die Gewalt der Piraten, die noch nicht wissen, wen sie da
gefangen haben.
Doch auch an anderer Stelle im Weltall geraten die Dinge in
Unordnung. So haben jene Wesen den Weg in diesen Teil der Galaxis
gefunden, vor denen Acornas Eltern sie damals auf die Flucht
geschickt haben...
"Die Fahrt zu den Sternen" setzt relativ genau da an, wo der
Vorgängerband aufgehört hat. Der Asteroid und somit auch
Acornas neues Zuhause ist mittlerweile fertig und besiedelt, also
könnte es also nun losgehen, auf in ferne Regionen des
Universums und hinein in neue Abenteuer, die die teilweise doch
wirklich haarsträubende Geschichte des ersten Teiles vergessen
machen könnten. Zunächst beginnt alles auch recht
hoffnungsvoll. Wir haben einen richtigen Aufbau einer Geschichte, die
noch nicht zuviel verrät, aber wohl andeutet, wo es denn
hingehen könnte. Allerdings ist (zumindest für mich) schon
störend, daß auf einmal im Zusammenhang mit Acorna nur so
mit Pferdemetaphern um sich geschmissen wird, die mir aus Band 1
nicht so sehr im Gedächtnis verblieben sind. Hier ist auf einmal
die Rede vom Galoppieren auf weiten Wiesen usw. Das läßt
mich dann doch schon fragen, ob ich es hier mit einer
voll-intelligenten Lebensform zu tun habe oder mit einem
Pferdeverschnitt, der so einigermaßen auf zwei Beinen zu gehen
vermag. Im weiteren Verlauf der Geschichte bekam ich dann aber doch
eher den Verdacht, daß es besser gewesen wäre, diese
Geschichte von einem Pferd sein zu lassen. Denn schon bald haben wir
wieder das, was aus Band eins nur allzu bekannt war. Die Geschichte
weist sämtliche spannungstragenden Elemente weit von sich und
schafft einen Rahmen für das, was ich als die perfekte
Definition von Belanglosigkeit bezeichnen würde. Sie ist nicht
wirklich schlecht, sie ist vielmehr einfach langweilig. Entweder
passiert das, was passieren muß, oder es kommen immer wieder
kleine Episoden hinein, die aber dann einfach kein Roman-Gefühl
aufkommen lassen. Die Charaktere tragen dazu ihren Teil bei. Sie sind
genauso stereotyp und oberflächlich wie im ersten Teil. Keine
Entwicklung, keine Veränderung, alle agieren in ihrem kleinen
Rahmen und sorgen so für keinerlei Überraschungen.
Fazit:
Es gibt manche Romane, die sind sehr schwer zu kritisieren. Auf etwas
wirklich Schlechtem kann man sehr lang und weit herumtrampeln, aber
wenn man so etwas wie diesen hier hat, dann wird die Sache sehr
schwierig, denn dieser Roman zeichnet sich vor allem durch seine
Belanglosigkeit aus. Lesen, weglegen und am besten nie wieder
drüber nachdenken.
2 Punkte