Anne McCaffrey / Margaret Ball:

„Acorna - Die Fahrt zu den Sternen“

(Acorna - Band 2)
OT: Acorna’s Quest
Ü: Dieter Schmidt
USA 1998
(448 Seiten, Paperback, Blanvalet 24924, ISBN 3-442-24924-4, DM 22,-)
- erschienen: Januar 2000 -

Um das Einhornmädchen Acorna ist ein wahrer Kult entstanden. Sie kann es sich kaum erlauben, allein offen auf die Straße zu gehen, da sie sonst von ihren Anhängern erdrückt würde. Deswegen hält sie sich meistens auf dem Asteroiden auf, den sie mit ihren Freunden eingerichtet hat und der den ehemaligen Sklavenkindern ein neues Zuhause geben soll. Dennoch ist sie nicht glücklich. Die Arbeiten an "ihrem" Raumschiff gehen sehr schleppend voran, und sie hat den begründeten Verdacht, daß hier von einigen ihrer Freunde die Arbeiten verzögert werden, um sie nicht gehen zu lassen. Doch das will sie nicht hinnehmen, und so macht sie sich eines Tages mit dem treuen Callum allein auf den Weg.
Allerdings zwingen bald auftretende Fehler im Lebenserhaltungssystem sie dazu, auf einem Planeten zwischenzulanden, um Vorräte aufzunehmen. Hier treffen sie auf das Generationenraumschiff "Haven", das von Piraten gekapert wurde, die nun den Planeten Rushima erpressen. Durch ihre eigene Unvorsichtigkeit geraten Acorna und Callum in die Gewalt der Piraten, die noch nicht wissen, wen sie da gefangen haben.
Doch auch an anderer Stelle im Weltall geraten die Dinge in Unordnung. So haben jene Wesen den Weg in diesen Teil der Galaxis gefunden, vor denen Acornas Eltern sie damals auf die Flucht geschickt haben...

"Die Fahrt zu den Sternen" setzt relativ genau da an, wo der Vorgängerband aufgehört hat. Der Asteroid und somit auch Acornas neues Zuhause ist mittlerweile fertig und besiedelt, also könnte es also nun losgehen, auf in ferne Regionen des Universums und hinein in neue Abenteuer, die die teilweise doch wirklich haarsträubende Geschichte des ersten Teiles vergessen machen könnten. Zunächst beginnt alles auch recht hoffnungsvoll. Wir haben einen richtigen Aufbau einer Geschichte, die noch nicht zuviel verrät, aber wohl andeutet, wo es denn hingehen könnte. Allerdings ist (zumindest für mich) schon störend, daß auf einmal im Zusammenhang mit Acorna nur so mit Pferdemetaphern um sich geschmissen wird, die mir aus Band 1 nicht so sehr im Gedächtnis verblieben sind. Hier ist auf einmal die Rede vom Galoppieren auf weiten Wiesen usw. Das läßt mich dann doch schon fragen, ob ich es hier mit einer voll-intelligenten Lebensform zu tun habe oder mit einem Pferdeverschnitt, der so einigermaßen auf zwei Beinen zu gehen vermag. Im weiteren Verlauf der Geschichte bekam ich dann aber doch eher den Verdacht, daß es besser gewesen wäre, diese Geschichte von einem Pferd sein zu lassen. Denn schon bald haben wir wieder das, was aus Band eins nur allzu bekannt war. Die Geschichte weist sämtliche spannungstragenden Elemente weit von sich und schafft einen Rahmen für das, was ich als die perfekte Definition von Belanglosigkeit bezeichnen würde. Sie ist nicht wirklich schlecht, sie ist vielmehr einfach langweilig. Entweder passiert das, was passieren muß, oder es kommen immer wieder kleine Episoden hinein, die aber dann einfach kein Roman-Gefühl aufkommen lassen. Die Charaktere tragen dazu ihren Teil bei. Sie sind genauso stereotyp und oberflächlich wie im ersten Teil. Keine Entwicklung, keine Veränderung, alle agieren in ihrem kleinen Rahmen und sorgen so für keinerlei Überraschungen.

Fazit:
Es gibt manche Romane, die sind sehr schwer zu kritisieren. Auf etwas wirklich Schlechtem kann man sehr lang und weit herumtrampeln, aber wenn man so etwas wie diesen hier hat, dann wird die Sache sehr schwierig, denn dieser Roman zeichnet sich vor allem durch seine Belanglosigkeit aus. Lesen, weglegen und am besten nie wieder drüber nachdenken.
2 Punkte

Alexander Haas


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