Argh! Da
hatte ich so eine schöne Rezi geschrieben - und dann greife ich,
statt zu speichern, anschließend irrtümlich auf eine ganz
andere Datei zurück, die dann unter dem Namen der Tepper-Rezi
gespeichert wurde... Aber jetzt weiß ich wenigstens, wie mir
vorher die Rezensionen abhanden gekommen sind. (Was für ein
Trost... :-((( )
Nein, die Schreibfehler führe ich diesmal nicht auf. Ich habe
keine Lust, sie jetzt nochmal alle rauszusuchen; nur soviel: Es waren
(und bestimmt nicht nur für meinen ganz persönlichen
Geschmack) vielzuviele. Ich habe mit dem Neuschreiben sowieso
reichlich zu lange gewartet, also mach' ich's jetzt mal ganz
kurz.
Im vorherigen Roman wurde der Seher Windlow zu einem "Blauen", also
einer Spielfigur für das Wahre Spiel, umfunktioniert. Ohne den
anderen davon zu erzählen, hat Peter diese Figur seinen anderen
"Blauen" (den sogenannten Spielfiguren von Barish, die er in Band 1
im Gebiet der Unveränderlichen gefunden hatte) hinzugefügt.
Eines schönen Tages nimmt der junge Wandler diese Figur mal
wieder in die Hand - und plötzlich hat Windlow eine Vision. Da
er sie durch Peter wahrnehmen muß, ist sie sehr vage, und da
der Seher ja schon ziemlich alt war, entfällt ihm auch sogleich
wieder das eine oder andere Detail. Dennoch kann er Peter
überzeugen, zusammen mit Chance und der Heilerin Seidenhand in
den Norden zu reisen, wo etwas Wichtiges erledigt werden muß -
so wichtig, daß Windlow darauf besteht, selbst mitgenommen zu
werden, und auch die anderen Spielfiguren soll Peter auf seiner Reise
bei sich haben. Aber ungefährlich ist das Ganze nicht: Schon
bald werden Chance und Peter in ein Spiel verwickelt. Und es scheint
ganz so, als seien diesmal zwei Parteien hinter dem jungen Wandler
her...
Tja, das ist mal dieser Minimal-Handlungsanriß. Ich kann
wirklich nicht mehr sagen, ob er meiner ursprünglichen Rezi
entspricht... leider. Ich weiß nur zwei Dinge: Einerseits kann
man weder diesem Roman noch der gesamten Trilogie mit Rezis irgendwie
gerecht werden. Alles ist logisch aufgebaut (auch wenn sich einem
vieles erst ganz zum Schluß erschließt und man
zwischendurch teilweise einfach nicht weiß, was man nun davon
zu halten hat) und liest sich so interessant und spannend, daß
man das Buch vor Ende gar nicht mehr zur Seite legen will.
Andererseits enthielt gerade dieser dritte Band dermaßen viele
Schreibfehler, daß jemand, der ähnlich intensiv liest wie
ich (bei Sheri S. Tepper sollte man das übrigens immer, sonst
verpaßt man wichtige Details!), sich wirklich wieder und wieder
schwarzärgert. Ein paar sprachliche oder stilistische
Ungereimtheiten, die einfach nicht "richtig" übersetzbar sind
(weil schon im Original falsch...), laste ich ja nun durchaus der
Autorin an, aber in der Menge - sorry, da haben Übersetzer und
Lektor nun wirklich ziemlich geschlampt, und das hat Sheri Tepper
absolut nicht verdient; meiner Meinung nach schreibt sie einfach nur
genial. Tut mir ja echt leid, Leute, aber mir fällt sowas nun
mal auf, und möglicherweise bin ich da noch nicht mal die
Einzige. So gut mir der Zyklus (und gerade auch dieser Roman)
ansonsten gefallen hat - ein kleines bißchen mehr Sorgfalt
hätte man schon aufwenden können, finde ich. Just my 0,02
Euro...
Fazit:
Der wirklich sehr gute Roman (der allerdings auch nicht alle Fragen
beantwortet bzw. gleich ein paar neue aufwirft - fast will ich
hoffen, daß das hier nicht das letzte war, das es über das
"Wahre Spiel" zu lesen gab und geben wird!) wird dadurch
heruntergezogen, daß man bei der Nachbearbeitung der
Übersetzung etwas schlampig vorgegangen ist, sprich:
wahrscheinlich gar keine durchgeführt hat. (Achtung, bloße
Vermutung!) Wer darüber hinweglesen kann, wird es wahrscheinlich
lieben, und das nicht nur, weil sich mal mehr und mal weniger
versteckt auch Parallelen zu unserer Welt finden.
Romanwertung: 10 Punkte
Gesamtwertung der Trilogie: 13 Punkte (trotz aller Fehler und
scheinbarer(!) Unlogik)