Dem einen oder anderen Leser mag aufgefallen sein, daß ich
seit dieser Ausgabe wieder die Sinclair-Rezis übernommen habe.
Vielleicht fragt sich der eine oder andere, warum ich nach gut einem
Jahr zu dieser Beschäftigung zurückgekehrt bin. Ich
für meinen Teil zumindest sehe mich genötigt, das zu
erklären.
Vor knapp einem Jahr hab ich die JS-Rezis aufgegeben. Das hatte
zweierlei Gründe. Zum einen war ich mit der Entwicklung in der
Serie nicht mehr einverstanden, konkret meine ich damit den
völligen Verlust des Zykluscharakters und die Anhäufungen
von großen Logikfehlern (siehe Wikkas Auftritt in "Die Nacht
vor Walpurgis"). Zum anderen fehlte mir einfach die Zeit, jede Woche
den Roman zu lesen und anschließend zu rezensieren, zumal ich
mich in den letzten Monaten "etwas" anspruchsvollerer Literatur
zugewandt habe (damit ist nicht "David Murphy" gemeint).
Nun ja, die Zeit fehlt mir eigentlich immer noch, vor allem, da ich
gerade mal ein Jahr vor dem Abitur stehe und nebenbei auch kellnern
muß; trotzdem habe ich mich entschlossen, die Rezensionen zu
John Sinclair wieder aufzunehmen.
Der Grund hierfür ist einfach: Ich bin mit dieser Serie
praktisch aufgewachsen. Noch bevor ich lesen konnte hörte ich
mir die JS-Hörspielsammlung meines Bruders an, und später
las ich dann sämtliche Romane. Alles in allem also haben mich
Jason Dark und John Sinclair fast ¾ meines Lebens über
begleitet, da ist es nicht verwunderlich, daß mir wenigstens
ein bißchen was an dieser Serie liegt.
Als ich seinerzeit die Rezis aufgab, tat ich dies in der Hoffnung
(eigentlich im festen Glauben), daß sich innerhalb
kürzester Zeit ein anderer finden würde, der diese Aufgabe
übernimmt. Als sich dann nach langer Zeit des Wartens [hier
Name einsetzen] entschloß, die Rezis zu schreiben, war ich
dementsprechend hocherfreut; es gibt also doch noch "Johnies", die
bereit sind, sich eindringlicher mit der Serie zu befassen. Leider
gab auch er das Rezensieren der Romane auf - er wird sicherlich seine
Gründe gehabt haben.
Schlimm finde ich aber, daß sich bis dato kein Nachfolger
für ihn gefunden hat. Bei so vielen "Hardcore"-Fans, deren
persönliche Laudatios die Leserseite jeder Ausgabe füllen,
könnte man eigentlich erwarten, daß sich auch jemand
findet, der bereit ist, die Rezis zu übernehmen, wo man doch
beim "Flash" nun wirklich nicht unter Termindruck gesetzt wird. (*
Danke, daß Du das mit der Peitsche nicht erwähnt hast.
>:-))) Heike)
Doch leider scheint hinter den meisten Lobeshymnen nur ein ziemlich
stumpfsinniger Geist zu stecken. Nicht nur das Fehlen eines
Rezensenten ist hierfür ein Indiz. Die meisten Sinclair-Fans
beschränken sich tatsächlich auf naive Lobpreisungen ihres
(ehemals auch meines) "Meisters" Jason Dark alias Helmut Rellergerd,
auf das gedankenlose Konsumieren der wöchentlichen
"Sinclair-Ration", werden jedoch nicht müde, zu beteuern, wie
sehr ihnen die Serie am Herzen liegen würde.
Noch besser als die Leserseite, die ja nur der Crème de la
Crème dieser Schleimpost vorbehalten bleibt, eignet sich sich
das Sinclair-Forum auf der offiziellen Bastei-Website als
Anschauungsbeispiel hierfür. Mal ganz davon abgesehen, daß
es in den 3 Jahren seit ihrer Inbetriebnahme oft genug monatelange
Ruhephasen gab, in denen sich überhaupt keiner der
vermeintlichen Sinclair-Fans genötigt fühlte, auch nur ein
einziges Wort zu schreiben, muß man sich nur mal einen
großen Teil der Einträge unter der Rubrik "An Jason Dark"
anschauen, um zu merken, wie es um die Sinclair-Fangemeinde
steht.
An die ständigen, bereits erwähnten Jubelperser, die auch
hier ihr Unwesen treiben, hat man sich schon fast gwöhnt, auch
daran, daß sie jegliche Fehlentwicklung innerhalb der Serie
gekonnt ignorieren oder verharmlosen. Schlimm wird es jedoch, wenn
man sich als kritischer Leser von unkritischeren solchen auch noch
beleidigen lassen muß, wenn man es wagt, "das Maul
aufzureißen".
So bezeichnete neulich erst ein gewisser M. (Jubelperser) einen
gewissen L. (der Sinclair eher kritisch gegenübersteht) als
"intolerantes Arschloch", weil L. es doch tatsächlich gewagt
hatte, die Sinlair-Fernsehserie zu kritisieren. Das ist wohlgemerkt
nicht der erste Vorfall dieser Art, wie L. es einmal formulierte:
"Nach solchen Typen kann man sich die Uhr stellen."
Der Elan, den solche Pseudo-Fans bei der Verteidung ihrer
Lieblingsserie vorweisen, ist erstaunlich, insbesondere, da sie sich
zuvor meist noch nicht konstruktiv an einer Diskussion zum Thema
Sinclair beteiligt haben, von ihren Hymnen einmal abgesehen.
Die Anzahl jener Sinclair-Fans, die sich auf den Bastei-Seiten zu
Wort melden und tatsächlich noch so etwas wie eine eigene
Meinung besitzen, die nicht direkt von JD oder der JS-Reaktion
oktroyiert worden zu sein scheint, läßt sich an einer Hand
abzählen - kein beeindruckender Schnitt bei einer
wöchentlichen Auflage von knapp 100.000.
Tja, es steht wirklich verdammt schlecht um die Sinclair-Fans, da
(fast) keiner bereit ist, Kritik zu üben, geschweige denn
über Inhalte zu diskutieren - das wäre ja auch wirklich
anstrengend.
Bleibt die Frage, warum ich die Romane wieder rezensieren
möchte. Genau beantworten kann ich das auch nicht; vielleicht
aus Trotz, um einfach zu zeigen, daß auch Sinclair-Leser sich
kritisch mit dem ihnen vorgelegten Stoff befassen können.
Wahrscheinlich aber liegt es eher daran, das mir etwas an der Serie
liegt (auch wenn ich nicht mehr so ein leidenschaftlicher Fan bin wie
früher) und einfach gerne sehen möchte, daß sie
innerhalb des Flash auch rezensiert wird, denn immerhin ist die Seite
inzwischen einigermaßen bekannt, und John Sinclair gehört
als Teil des Phantastischen nun einmal ins Flash - das hat sich JS
trotz aller Kritik verdient, oder nicht? (* Finden wir doch auch!
Danke, daß Du's wieder tun willst. Heike)