Nach der
Niederlage, die den Fey bei der Hauptstadt Jahn zugefügt worden
ist, ziehen sich diese erst einmal zurück, um hinter das
Geheimnis des Weihwassers zu kommen. Rugar schickt einige
Doppelgänger in den Palast, um weitere Informationen über
diese Waffe zu erhalten. Früher oder später, so hofft er,
wird es den Fey gelingen, einen Abwehrzauber zu entwickeln.
Währenddessen wird die Gestaltwandlerin Solanda von einem
neugeborenen Inselkind angelockt, das über starke Magie zu
verfügen scheint - eine Nachricht, die Rugar alles andere als
optimistisch stimmt.
Zwischen den Parteien herrscht ein Patt. Die Inselbewohner
können die Fey nicht gehen lassen, da sie sonst Verstärkung
holen würden, und die Fey können nicht mit der
Unterstützung ihres Königs (Rugars Vater) rechnen.
Der geistliche Führer der blauen Insel, der Rocaan, macht sich
seine eigenen Gedanken über das weitere Schicksal der
Inselbewohner. Da die Fey dem Weihwasser und den Symbolen der
Religion nichts entgegenzusetzen haben, beraumt er eine Zeremonie an,
die die Gegner vernichten soll. Doch die eigentliche Lösung ist
eine, mit der niemand gerechnet hat...
Endet der erste Band völlig unvermutet und abrupt, setzt dieser
mitten im Geschehen ein. Wenn einem die Ereignisse aus dem ersten
Teil noch in guter Erinnerung sind, dann ist das Wiedereinsteigen
kein Problem.
Erneut breitet Kristine Kathryn Rusch einen weitläufigen
Bilderbogen aus, erzählt neben der großen Haupthandlung
kleine Nebengeschichten, die dann aber doch wieder im Zusammenhang
einen Sinn ergeben. Natürlich werden nicht alle Fragen
beantwortet (zum Beispiel, was mit dem magiebegabten Inselkind
geschieht), aber die Handlungsstränge aus dem ersten Teil werden
weitestgehend beendet.
War der erste Band erst am Ende richtig gut, kann dieser von Anfang
bis Ende überzeugen. Die Personen werden einen liebevoll
nahegebracht, und es gibt zahlreiche spannende Momente. Daß
sich die Autorin bisweilen mehr auf das Innenleben der Personen
konzentriert, tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch.
Fazit:
Dieser Band ist um Längen besser als der erste - was sicherlich
daran liegt, daß die beiden Romane im Original ein Band zu sein
scheinen. Wer den ersten Band mochte, wird diesen lieben.
14 Punkte