Kristine Kathryn Rusch:

„Das Schattenportal“

(Das 2. Buch der Fey)
OT: The First Book of the Fey: The Sacrifice - Part 2
Ü: Gerald Jung und Sabine Reinhardus
USA 1995
(439 Seiten, Taschenbuch, Knaur 70169, ISBN 3-426-70169-3, DM 16,90)
- erschienen: Januar 2000 -

Nach der Niederlage, die den Fey bei der Hauptstadt Jahn zugefügt worden ist, ziehen sich diese erst einmal zurück, um hinter das Geheimnis des Weihwassers zu kommen. Rugar schickt einige Doppelgänger in den Palast, um weitere Informationen über diese Waffe zu erhalten. Früher oder später, so hofft er, wird es den Fey gelingen, einen Abwehrzauber zu entwickeln.
Währenddessen wird die Gestaltwandlerin Solanda von einem neugeborenen Inselkind angelockt, das über starke Magie zu verfügen scheint - eine Nachricht, die Rugar alles andere als optimistisch stimmt.
Zwischen den Parteien herrscht ein Patt. Die Inselbewohner können die Fey nicht gehen lassen, da sie sonst Verstärkung holen würden, und die Fey können nicht mit der Unterstützung ihres Königs (Rugars Vater) rechnen.
Der geistliche Führer der blauen Insel, der Rocaan, macht sich seine eigenen Gedanken über das weitere Schicksal der Inselbewohner. Da die Fey dem Weihwasser und den Symbolen der Religion nichts entgegenzusetzen haben, beraumt er eine Zeremonie an, die die Gegner vernichten soll. Doch die eigentliche Lösung ist eine, mit der niemand gerechnet hat...

Endet der erste Band völlig unvermutet und abrupt, setzt dieser mitten im Geschehen ein. Wenn einem die Ereignisse aus dem ersten Teil noch in guter Erinnerung sind, dann ist das Wiedereinsteigen kein Problem.
Erneut breitet Kristine Kathryn Rusch einen weitläufigen Bilderbogen aus, erzählt neben der großen Haupthandlung kleine Nebengeschichten, die dann aber doch wieder im Zusammenhang einen Sinn ergeben. Natürlich werden nicht alle Fragen beantwortet (zum Beispiel, was mit dem magiebegabten Inselkind geschieht), aber die Handlungsstränge aus dem ersten Teil werden weitestgehend beendet.
War der erste Band erst am Ende richtig gut, kann dieser von Anfang bis Ende überzeugen. Die Personen werden einen liebevoll nahegebracht, und es gibt zahlreiche spannende Momente. Daß sich die Autorin bisweilen mehr auf das Innenleben der Personen konzentriert, tut dem Lesevergnügen keinen Abbruch.

Fazit:
Dieser Band ist um Längen besser als der erste - was sicherlich daran liegt, daß die beiden Romane im Original ein Band zu sein scheinen. Wer den ersten Band mochte, wird diesen lieben.
14 Punkte

Christian Spließ


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