Professor Zamorra

Band 669: "Engel der Vernichtung"

Nach dem Tod von Lucifuge Rofocale streiten sich Astaroth und Astardis darüber, wie sie weiter vorgehen sollen. Sie einigen sich darauf, Lamyron und dessen Kräfte einzusetzen.
Im Chateau Montagne rettet Raffael Bois mit seinem beherzten Eingreifen dem jungen Lord das Leben, als dieser nach dem Sternenkristall 8. Ordnung greift. Im Gegensatz zu Rhett Saris berührt der Butler den Dhyarra-Kristall an einer Stelle, wo das verseuchte "Eis" Amun-Res auf der Oberfläche haftet. Dieser bemerkt schon kurze Zeit später, wie die Frostmagie ihn zu kontrollieren versucht. In seinem Zimmer schreibt er einen Abschiedsbrief, nimmt eine Pistole und erschießt sich vor den Toren des Chateaus. NicoleDuval findet ihn kurze Zeit später. Der zu Hilfe gerufene Ted Ewigk kann mittels seines Machtkristalls die um sich greifende Frostmagie Amun-Res zurückdrängen.
Zur Beisetzung des Butlers kommen viele treue Kampfgefährten wie Professor Saranow, Colonel Sparks, Teri, Gryf, Carsten Möbius, Michael Ullich. Und auch Merlin erweist einem der Ältesten aus der Zamorra-Crew seine Aufwartung.
In Ägypten sind seit einigen Wochen Sabrina Brandner und Kerstin Sander, die Sekretärinnen von Michael Ullich und Carsten Möbius, im Tal der Könige unterwegs. Sie tappen in eine Falle Amun-Res, der sie zu sich in den Tempel nach Libyen holt, wo er bereits vier Mädchen in seiner Gewalt hat. Im letzten Moment können sie mittels Transfunk einen Notruf absetzen.
In der Hölle nutzt Astardis eine günstige Gelegenheit und bringt Stygia dazu, ihm den Aufenthaltsort von Lamyron zu verraten. Im Gegenzug soll Astardis sie vom Bann des Dunklen Lords befreien. Lamyron und Astardis reisen mittels der Regenbogenblumen zurück in die Zeit und materialisieren kurz vor Lucifuges Tod. Lamyron versetzt zunächst Astardis einen Schlag mit den Eisenflügeln, nachdem ihn Astardis gegen den Lord hetzt. Dabei löst dieser seine Tarngestalt auf und taucht als Astaroth wieder im Raum auf. Lamyron nimmt unterdessen die Waffe von Yves und tötet erst den Ministerpräsidenten und dann den Dunklen Lord. Und er schießt auch gleich noch auf Astardis in Astaroths Gestalt sowie die anwesende Stygia und Tan Morano, kann die drei letzteren aber nicht treffen. Und auch der Sieg über den Dunklen Lord ist nur von kurzer Dauer. Wieder setzt dieser seine Paradox-Magie ein und kehrt ins Reich der Lebenden zurück; dabei nutzt er über die Paradox-Magie das Feuer der Zeit für sich.
Doch bevor der Dunkle Lord Lamyron töten kann, tritt ein weiterer Dämon auf den Plan. Zarkahr, DER CORR, der äußerlich Lucifuge Rofocale gleicht, attackiert den Dunklen Lord. Stygia realisiert sofort, was passiert, und flüchtet mit Lamyron. Denn DER CORR setzt die "Alte Macht" ein, der selbst Stygia aus dem Weg zu gehen versucht.
Zarkahr tötet den Dunklen Lord mit der uralten Magie und verbannt Stygia und den Engel in einen kleinen, abgesperrten Bereich der Hölle, wobei er den Engel an eine Felswand nagelt. Zum wiederholten Male treiben es Stygia und Lamyron nun, damit neue Kraft in Lamyrons Körper strömt und sie vielleicht flüchten können.
Doch sie werden von Rico Calderone gestört, der immer mehr die Magie von Lucifuge Rofocale zu beherrschen beginnt. Er tötet den Engel mit einer Pistole und bietet Stygia an, sie zu befreien, wenn sie schwört, daß sie ihm in Zukunft kein Haar krümmt. Da sie nicht weiß, daß der Bannkreis aufgehoben ist, fällt sie auf Calderone herein und leistet ihm einen Blutschwur.
In Ägypten machen sich Michael Ullich und Carsten Möbius auf die Suche nach den beiden Mädchen, werden jedoch von Schützen aufgehalten, die sie irrtümlich für Terroristen halten.
In Amun-Res Tempel in Libyen überschlagen sich die Ereignisse: In Kerstin Sander erwacht Moniema von Bo-roque, die vor Tausenden von Jahren Gwaiyur schuf, das aber von Amun-Re dann beendet wurde. Kerstin kann das Schwert packen, doch es richtet sich gegen sie. Sabrina endet in Fesseln bei den anderen Mädchen und sie auf dem Opferstein.
In Ägypten beschwört Carsten - oder besser gesagt: Rostan - einen Wüstenwind, der Zamorra aus Frankreich holen und nach Libyen bringen soll, während sich Michael und er auf dem gleichen Wege wie Amun-Re zuvor auf den Weg zu dessen Tempel machen...

Diesmal gab es starke und schwache Momente. Auf der Seite mit den Pluspunkten hätten wir vor allem der Selbstmord von Raffael Bois, wobei diesem durch Nicoles Reaktion beim Erblicken seiner Leiche emotional die "Krone" aufgesetzt wurde. Seit dem Tod der Vampir-Lady vor vielen Jahren war kein Todesfall in der Zamorra-Crew so ergreifend...
Zarkahrs Griff nach der Macht kam in diesem Moment sehr überraschend; da ich das Ende des Mehrteilers kenne, möchte ich hierzu nicht allzu viel sagen. Bemerkenswert, daß er die gleichen Kräfte wie Merlin und Asmodis einsetzen kann.
Die Frage nach demjenigen, der sich vom Menschen in einen Dämon verwandelt, dürfte (hoffentlich) geklärt sein: Rico Calderone lernt die Magie des Ex-Ministerpräsidenten immer besser zu kontrollieren. Daß Robert Tendyke die Fronten wechselt, halte ich für unwahrscheinlich, für einen Bluff des Autors.
Da es Stygia und Lamyron jetzt zum x-ten Mal getrieben haben, "bestehe" ich darauf, daß die Höllenfürstin in Kürze ein paar Engelchen kriegt - wäre DER Clou ;-)
Ebenfalls sehr gut die Kampfszenen zwischen Amun-Re und den beiden Mädchen (die das Posieren vor der Kamera nutzen, um einander näherzukommen - so was aber auch...) Vor allem die - leider kurzen - Rückblenden (auch die Beschwörung des Wüsten-Dschinns) waren toll - dazu der Soundtrack von "Conan the Barbarian", und man hat eine richtig gute Atmosphäre.
Nicht so gut fand ich das wiederholte Sterben des Dunklen Lords; so langsam reicht es mit dem Thema Paradox-Magie. Unpassend auch die ewigen Sprüche, die Ullich und Möbius dauernd - in unpassenden Momenten - loslassen müssen.
Nun denn, in 14 Tagen gibt es dann an dieser Stelle das endgültige Fazit.

Guido Latz

Nun habe ich diesem Roman etwa eine Woche Zeit gegeben, sich zu setzen, ein schlüssiges Bild zu bieten - und alles, was dabei herausgekommen ist, ist, daß ich mehr oder weniger nur noch vernebelte Erinnerungen an die Handlung selber habe. Dabei bietet sie durchaus einiges an Ideen und Entwicklungen, die sich im nächsten Band wohl auflösen werden. Doch ganz ehrlich gesagt: Mein Fall ist dies nun nicht unbedingt.
All dieses Hin- und Hergehopse zwischen Zeiten, ungeschehen gemachten Wirklichkeiten, die dann doch auf die eine oder andere Art wieder wirklich werden - nee, sorry, das ist es echt nicht. M. E. geht so ziemlich jegliche Spannung verloren, wenn man nun in der dritten Zeitwiederholung liest, daß sich eigentlich gar nichts verändert hat. Das mag zwar ganz nett sein, wirkt aber wie ein Zieh-Effekt, nur um die Handlung möglichst zu strecken.
Nun gut, hier haben jetzt wieder ein paar Personen das Zeitliche gesegnet - oder auch nicht? Wer weiß es? Der Autor? Ich hoffe es...
Dabei geht der Fünfteiler so langsam seinem Höhepunkt entgegen - und zu behaupten, er hätte keine spannenden Elemente, ist sicherlich zu weit gegangen. Doch insgesamt wirkt er immer mehr wie ein Kaugummi, der aus zwei Hälften besteht. Da haben wir Amun-Re, und da haben wir die Höllen-Ebene. Beides hätte man kürzer, prägnanter und vor allem auch interessanter abhandeln können - und vor allem voneinander getrennt. Das, was hier geboten wird, wirkt mehr und mehr wie ein kruder Mischmasch, der sich nicht entscheiden kann, was er eigentlich will.
Naja, warten wir den letzten Band des Fünfteilers ab. Vielleicht kann dieser ja noch das eine oder andere retten. Jedoch steht schon jetzt fest (zumindest für mich - und daß ich aus dem SF-Bereich komme, mag vielleicht als Erklärung dienen), daß dieser großangekündigte Fünfteiler den Dynastie-Dreiteiler bei weitem nicht zu erreichen in der Lage ist.
Ich für meinen Teil warte jetzt eigentlich eher auf die danach kommenden Romane als auf den nächsten...

Fazit:
Relativ spannend, aber m.E. auch leider in weiten Bereichen uninteressant, geht dieser vierte Teil des Fünfteilers über die Bühne. Figuren sterben (oder auch nicht), Amun-Re holt die Blutgötzen in die Welt - und irgendwie interessiert es seltsamerweise nicht so besonders. Dem ganzen Zyklus fehlt das "gewisse Etwas", das ihn interessant macht. Der letzte Kick ist nicht vorhanden.
7 Punkte.

Winfried Brand

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