Das
Weltraumtor
Nach sechs Jahren Bürodienst kehrt der Geheimdienstspezialist
Cargil wieder zurück in den aktiven Dienst. In einer
geheimnisvollen Welt voller fremder Wesen macht er sich auf die Suche
nach seinem alten Freund und neuen Feind, nach der Tochter seiner
Schwester und nach einem geheimnisvollen Materietransmitter.
Eine seltsame Geschichte. Ihre Faszination liegt vielmehr in ihren
exotischen Gefilden denn in ihrer eigentlich Spannung (sie kommt fast
ohne diese aus). Sie beginnt im Stil eines Agententhrillers,
entwickelt sich dann aber zu einer schon fast philosophischen
Betrachtung über den Menschen und seinen Umgang mit seiner
Umgebung. Damit setzt sie sich auch mit dem Grundsatz "der Zweck
heiligt die Mittel" (* ...der im Lauf der Zeit wohl gar zu frei
auf alles mögliche angewandt wurde, für das er so
eigentlich nicht gedacht war... Heike) auseinander. Dennoch
bleibt auf 190 Seiten in meinen Augen einfach nicht der Raum, sich
wirklich mit einem Thema auseinanderzusetzen. Das ist noch irgendwie
kein richtiger Roman, aber erst recht keine Kurzgeschichte mehr.
Dennoch bleibt ein zwiespältiges Gefühl, denn irgendwie
weiß man nicht so richtig, was man damit nun anfangen soll;
zuwenig konsequent ist die Geschichte in Aussage und Handlung.
Der verbotene Planet
Eine geheimnisvolle Rasse bedroht die zivilisierte Welt; jeder
Planet, der mit diesen Wesen in Kontakt gerät, wird isoliert.
Auf einem solchen Planeten stürzt ein Raumschiff ab, und die
überlebende Besatzung muß nun sehen, wie sie sich am Leben
erhält. Irgendwo auf dieser Welt ist ein befreundeter
Beobachter, aber untergetaucht wie sie selbst.
Kaum hat man sich einigermaßen in der Geschichte
zurechtgefunden, muß man sich erst einmal einen ziemlichen Clou
gefallen lassen, der mir nicht so richtig bewußt war und den
ich hier nicht verraten will, damit vielleicht der eine oder andere
ebenfalls irregeht und dann eine nette Überraschung erwarten
darf.
Dann sieht man eine Gruppe, die sich in einer fremden Gesellschaft
zurechtfinden muß. Außerdem ist ja ihr unbekannter Freund
auf der Suche nach ihnen, während sie versuchen, nicht
aufzufallen, was die Angelegenheit sehr kompliziert macht. Der Leser
wird so in eine spannende und mitreißende Story hineingezogen,
die erst am Ende ein wenig schnell wird und so unglaubwürdig
wirkt. Das liegt in meinen Augen hauptsächlich daran, daß
die Autorin sich hier ein bißchen zu wenig Raum und Zeit
genommen hat. Die Geschichte hat aber gezeigt, daß Madame
durchaus in der Lage war, dicke Bücher zu schreiben.
Fazit:
Nach dem Tod der Autorin wirft man nun ein paar alte Romane auf den
Markt, die aus ihrer Frühzeit stammen. Entstanden 61 und 62
stehen hier zwei Kurzromane, die mit der späteren Fantasy noch
gar nichts zu tun haben und - laut Klappentext - dem Darkover-Zyklus
vorangehen. Das heißt, Romane kann man das kaum nennen, denn
beide umfassen kaum 200 Seiten.
Dennoch bleiben im großen und ganzen zwei ganz akzeptable
Geschichten, die vor allem etwas für Bradley Fans sein
dürften.
10 Punkte