Marion Zimmer Bradley:

"In dunklen Tiefen"

1) "Das Weltraumtor"
OT: The Door Through Space
Ü: Uwe Anton
USA 1961

2) "Sie kamen von den Sternen"
OT: Seven from the Stars
Ü: Ronald M. Hahn
USA 1962

(360 Seiten, Taschenbuch, Bastei Lübbe 24267, ISBN 3-404-24267-X, DM 15,-)
- erschienen: Januar 2000 -

Das Weltraumtor
Nach sechs Jahren Bürodienst kehrt der Geheimdienstspezialist Cargil wieder zurück in den aktiven Dienst. In einer geheimnisvollen Welt voller fremder Wesen macht er sich auf die Suche nach seinem alten Freund und neuen Feind, nach der Tochter seiner Schwester und nach einem geheimnisvollen Materietransmitter.

Eine seltsame Geschichte. Ihre Faszination liegt vielmehr in ihren exotischen Gefilden denn in ihrer eigentlich Spannung (sie kommt fast ohne diese aus). Sie beginnt im Stil eines Agententhrillers, entwickelt sich dann aber zu einer schon fast philosophischen Betrachtung über den Menschen und seinen Umgang mit seiner Umgebung. Damit setzt sie sich auch mit dem Grundsatz "der Zweck heiligt die Mittel" (* ...der im Lauf der Zeit wohl gar zu frei auf alles mögliche angewandt wurde, für das er so eigentlich nicht gedacht war... Heike) auseinander. Dennoch bleibt auf 190 Seiten in meinen Augen einfach nicht der Raum, sich wirklich mit einem Thema auseinanderzusetzen. Das ist noch irgendwie kein richtiger Roman, aber erst recht keine Kurzgeschichte mehr. Dennoch bleibt ein zwiespältiges Gefühl, denn irgendwie weiß man nicht so richtig, was man damit nun anfangen soll; zuwenig konsequent ist die Geschichte in Aussage und Handlung.

Der verbotene Planet
Eine geheimnisvolle Rasse bedroht die zivilisierte Welt; jeder Planet, der mit diesen Wesen in Kontakt gerät, wird isoliert. Auf einem solchen Planeten stürzt ein Raumschiff ab, und die überlebende Besatzung muß nun sehen, wie sie sich am Leben erhält. Irgendwo auf dieser Welt ist ein befreundeter Beobachter, aber untergetaucht wie sie selbst.

Kaum hat man sich einigermaßen in der Geschichte zurechtgefunden, muß man sich erst einmal einen ziemlichen Clou gefallen lassen, der mir nicht so richtig bewußt war und den ich hier nicht verraten will, damit vielleicht der eine oder andere ebenfalls irregeht und dann eine nette Überraschung erwarten darf.
Dann sieht man eine Gruppe, die sich in einer fremden Gesellschaft zurechtfinden muß. Außerdem ist ja ihr unbekannter Freund auf der Suche nach ihnen, während sie versuchen, nicht aufzufallen, was die Angelegenheit sehr kompliziert macht. Der Leser wird so in eine spannende und mitreißende Story hineingezogen, die erst am Ende ein wenig schnell wird und so unglaubwürdig wirkt. Das liegt in meinen Augen hauptsächlich daran, daß die Autorin sich hier ein bißchen zu wenig Raum und Zeit genommen hat. Die Geschichte hat aber gezeigt, daß Madame durchaus in der Lage war, dicke Bücher zu schreiben.

Fazit:
Nach dem Tod der Autorin wirft man nun ein paar alte Romane auf den Markt, die aus ihrer Frühzeit stammen. Entstanden 61 und 62 stehen hier zwei Kurzromane, die mit der späteren Fantasy noch gar nichts zu tun haben und - laut Klappentext - dem Darkover-Zyklus vorangehen. Das heißt, Romane kann man das kaum nennen, denn beide umfassen kaum 200 Seiten.
Dennoch bleiben im großen und ganzen zwei ganz akzeptable Geschichten, die vor allem etwas für Bradley Fans sein dürften.
10 Punkte

Alexander Haas


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