Thomas Gressman:

"Feuer und Schwert"

(Battle-Tech - Band 42)
OT: Sword and Fire
Ü: Reinhld H. Mai
USA 1998
(381 Seiten, Taschenbuch, Heyne 06/6242, ISBN 3-453-14888-6, DM 14,90)
- erschienen: Oktober 1999 -

und "Schatten der Vernichtung"
(Battle-Tech - Band 42a)

Der neugegründete Sternenbund der Inneren Sphäre schickt die Operation Schlange aus, um den Clan der Nebelparder zu vernichten. Auf geheimen Wegen hat sich eine große Flotte aufgemacht, um Diana - die Heimatwelt der Parder - zu überfallen. Doch bei der Ankunft ist sie ihres großen Anführers verlustig gegangen: Morgan Hasek-Davion ist tot - ermordet, wie sich herausstellt. An Bord der Flotte machen sich die Experten nun auf die Suche nach dem Mörder, während auf der anderen Seite der Weg weitergeht und der Überfall auf Diana beginnt.
Als die Nebelparder erkennen, wer da kommt, sind sie zum einen völlig unvorbereitet, aber zur Weißglut treibt die Erben Krenskys, daß hier jemand ihre Vergangenheit stiehlt, denn schließlich sind sie ja die wahren Erben des Sternenbundes. So kommt es zu einem aufreibendem Kampf in den weiten Tiefen von Diana.
Als die Invasion im Clan-Gebiet bekannt wird, zeigt sich, wie gespalten die Clans sind, denn der umstrittene Ilkhan der Nebelparder bekommt von den anderen keinerlei Unterstützung. Er muß sich selbst mit eigenen Mitteln um die Invasoren kümmern, die doch eigentlich gar kein Problem sein dürften, denn es sind ja schließlich nur Freigeburten. Allerdings haben diese mit Diana andere Vorstellungen als die Nebelparder, und so nimmt der Kampf um Diana einen harten Verlauf, denn keiner ist bereit, Boden aufzugeben.

Nun, so nimmt also der erste längere zusammenhängende BattleTech-Zyklus seit langem seinen Verlauf. Aber diese beiden Romane überzeugen ebensowenig wie die vorherigen. Es beginnt schon mit der Aufklärung der Mordes an Morgan Hasek-Davion. Anstatt dies zu einer Nebenhandlung aufzubauen, wird lediglich ein kurzes Intermezzo daraus, das nur Zeit überbrücken soll, während man Diana anfliegt. Das hätte gut und gerne auch noch während der Invasion eine zweite Ebene bilden und der Sache so ein wenig mehr Spannung geben können. So bleibt diese Angelegenheit im Stil der letzten Romane eindimensional, langweilig und unspektakulär.
Einziger Höhepunkt des ersten Romans ist der Anflug auf Diana. Hier kommen einmal ein paar neue Elemente mit hinzu, denn das Zwischenspiel zwischen Landungs- und Schlachtschiffen haben wir im BattleTech-Universum so noch nicht gehabt, und die Invasoren lassen sich hier wirklich ein paar neue Tricks einfallen. Zudem bringt das Vorauskommando der Kurita-Spezial-Einsatzgruppe auch noch einiges an Faszination, die aber spätestens in dem Moment wieder weg ist, als die ersten Landungsschiffe Dianas Boden erreichen. Schneller, als man eine Seite umblättern kann, sind wir mittendrin in Romanen, wie wir sie schon zuhauf gelesen haben. Einzig anders ist diesmal die Perspektive; die Krieger der Inneren Sphäre sind diesmal nicht die Angegriffenen, sondern selbst die Angreifer.
Ein bißchen besser wird es dann im "zweiten Band" - ich will echt mal wissen, wer sich diese ganz unsinnige Bezeichnung 42 und 42a ausgedacht hat. Da haben wir mal wieder einen Zyklus, und dann geben wir dem Kind noch nicht einmal einen Namen, sondern müssen auf so eine Bezeichnung zurückgreifen, die noch für die eine oder andere Verwirrung sorgen dürfte. Die hierfür Verantwortlichen sollten vielleicht einmal bei den Jungs von Perry Rhodan anfragen, wie man das mit der Zyklusbenennung macht.
Aber zum Roman. Die Sache auf Diana wird ein bißchen kompliziert, und die Situation spitzt sich langsam zu. Was zum einen endlich für ein wenig Atmosphäre sorgt, auch wenn man sich in diesem Zusammenhang mal fragen muß, wie sich die Herren vom "neuen" Sternenbund eine Invasion in fremdem Territorium vorstellen.
Was bleibt, ist, daß sich auch dieser Roman relativ unauffällig in die Reihe dieses Zyklus einreiht; aber was will man im Kampf zweier BattleMechs schon groß Neues bringen?

Fazit:
Nach den wirklich unglaublichen Nummern 40 und 41 wird's nun ein kleines bißchen besser, aber die wenigen guten Ideen für ein paar Tricks und Kniffe gehen in immer wieder gleichen Kämpfen unter, die schon per se nix Neues mehr bringen. Alles in allem wenig überzeugend.
"Feuer und Schwert" 4 Punkte
"Schatten der Vernichtung" 5 Punkte

Alexander Haas

Morgan Hasek-Davion, der Anführer der Invasionsflotte der Nachfolgerstaaten gegen die Heimatwelt der Clans, fällt einem Attentat zum Opfer. Seine Stellvertreterin Ariana Winston muß nun einspringen. Beim Ordnen des Nachlasses ihres Vorgängers erfährt sie, daß sich an Bord des Flaggschiffs vier Nekekami befinden - eine Art Ninjakrieger. Diese sind und bleiben allerdings unbekannt. Nach einer erfolglosen Durchsuchung des Schiffes stellt sich jedoch bald heraus, daß insgesamt fünf Besatzungsmitglieder keine vormilitärische Vergangenheit haben, was wiederum bedeutet, daß es sich dabei um die vier Nekekami und einen Attentäter handeln muß.
Bereits bei der zweiten verhörten Person wird man fündig: Der Attentäter überwältigt seine Wachen, nimmt Ariana Winston als Geisel und droht damit, das ganze Schiff in die Luft zu sprengen. Doch als Ariana merkt, daß der Mann blufft, kann sie ihn überwältigen - wobei ihr allerdings einer der Nekekami unerkannt hilft. Nachdem wieder alles in geordneten Bahnen verläuft, erreicht die Invasionstruppe schließlich die Nähe ihres Ziels.
Ein Voraustrupp mit einem einzigen (als Transportschiff getarnten) Schiff erreicht Diana, die Heimatwelt der Clans, und besetzt dort die wichtigsten Schlüsselstellen, um dem Rest der Invasionsflotte eine ungestörte Landung zu ermöglichen. Doch inzwischen haben die Clans eine neue Waffe entwickelt, die der Invasionsflotte schwer zu schaffen macht...

Nun ja, nun ja. Nicht gerade das Gelbe vom Ei. Der BattleTech-Fan kann diesem Buch sicher gute Seiten abgewinnen; trotzdem wirkt einiges störend. So zum Beispiel die Nebenstory mit den vier Nekekami, von denen der Oberbefehlshaber zwar als einziger weiß, mit denen er aber nur in Verbindung treten kann. Und seine Vertreterin, nun selber Oberbefehlshaberin, greift noch nicht einmal auf deren Hilfe bei der Suche nach dem Attentäter zurück, nein, sie ignoriert geradezu deren Existenz.
Hinzu kommt noch, daß es sich hierbei auch noch um den ersten Teil eines Bandes handelt, wobei man sich als Leser dann fragt, was da eigentlich noch nachkommen soll. Schließlich ist Diana erobert, die neue Waffe keine Gefahr mehr, und Diana wird durch eine größere Flotte bewacht. Auch erfährt man nur durch den Untertitel im eigentlichen Band und am Ende durch den lapidaren Hinweis, "Lesen Sie weiter in: (Name und Autor des nächsten Bandes)" am Ende des Romans, daß es sich hier zumindest um einen Zweiteiler handelt. Will man hier etwa mögliche Käufer nicht verunsichern???
Immerhin, wenigstens die restliche Ausstattung ist gelungen: Neben einer Karte, einem Prolog, der noch einmal die Vorgeschichte Revue passieren läßt, und einem umfangreichen Glossar gibt es auch noch ein paar nette Skizzen diverser BattleMechs, die allerdings nicht sonderlich detailliert sind. Außerdem findet sich haargenau dieselbe Ausstattung auch in anderen BattleTech-Romanen.
Auch die Story selber ist nicht gerade berauschend zu nennen. Ohne Probleme hätte man den gesamten Inhalte auf höchstens einem Drittel des tatsächlichen Umfangs unterbringen können, was natürlich für gewisse Längen im Lesefluß sorgt.

Fazit:
Für den Fan vielleicht noch interessant; Otto Normalleser sollte allerdings die Finger von diesem Band lassen. Es gibt sicherlich bessere Romane aus der Reihe.
5 Punkte.

Ritchie Eberle


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