Acht Jahre
sind inzwischen vergangen. Hael hat die Völker der Steppe zu
einem machtvollen und starken Königreich zusammengeschlossen.
Seine Frau erwartet inzwischen das dritte Kind, und die Steppe ist
von jeglicher Art Banditen und Räubern gesäubert.
Dann erreicht Hael ein Hilfeersuchen vom König von Neva, Pashir,
ein alter Bekannter und Freund von Hael.
Der Shasinn Gasam, auch ein alter Bekannter von Hael, hat die Inseln
unterworfen und vereinigt und ist im Norden von Neva eingefallen.
Pashir nimmt die "Wilden" von den Inseln auf die leichte Schulter und
wird prompt in der ersten Schlacht böse geschlagen. Dann beginnt
Gasam mit der Eroberung von Neva und besetzt als erstes die
Hafenstadt Floria.
Pashir, der nicht auf Haels Hilfe warten will, rückt mit seiner
Flotte an, um Floria zurückzugewinnen. Doch das kostet ihn fast
seine vollständige Flotte und zudem die Freiheit seiner
Tochter.
Hael ist inzwischen nach einem langen Marsch durch die sogenannte
Zone mit seiner Armee eingetroffen und beginnt sofort damit, die
Eroberung der Welt durch Gasam zu verhindern - und einige
persönliche Dinge mit ihm zu klären.
Der Autor schreitet in diesem Roman den Weg voran, der im ersten Band
in Angriff genommen wurde. Neuerungen werden keine erwartet und
bleiben folgerichtig auch aus. Hael trifft eine Menge alter Bekannter
wieder, zumeist in den Rollen, in denen man sie nach Buch Eins
sowieso vermutet hat.
Einzig die Nebenhandlung (ja, mal eine Nebenhandlung) um Prinzessin
Shazad, die eine erstaunliche und nicht unbedingt so erwartete
Entwicklung durchmacht, kann teilweise wirklich fesselnd sein. Diese
Aspekte gehen allerdings nach etwa zwei Dritteln des Romans verloren,
da Shazad gefangengenommen und somit zur bloßen Statistin
degradiert wird.
Für König Hael hingegen hält die Geschichte keine
weiterhin schwerwiegenden Herausforderungen bereit. Selbst die
sagenumwobene "Verbotene Zone" durchquert Hael mit sechstausend
Reitern in nur zwei Wochen, verliert dabei nur zwei Mann durch
Schlangenbisse und lernt dort sogar noch neue Freunde kennen. Eine
Schlacht gegen die Armee von Omia wird zum bloßen Warmreiten
für seine Caboreiterei, und die Belagerung von Floria scheint am
Ende nur zwei Tage zu dauern. Also erwarte ich im nächsten Band
endlich den Stein, über den Hael schließlich mal ins
Stolpern gerät. Daß er hinfällt, ist gänzlich
unwahrscheinlich.
An die seltsamen Tiernamen hat man sich mittlerweile schon
gewöhnt, und man beginnt ganz automatisch, beim Lesen Cabos
durch Pferde zu ersetzen und die Hörner zu ignorieren. Mithin
ist auch diese Art kleiner Eigenständigkeit und
Originalität verlorengegangen. Ich warte jetzt eigentlich nur
noch auf die Lösung des Geheimnisses um den vernarbten Mond, von
dem die alten Legenden erzählen.
Fazit:
Dieser Band ist besser als der erste, allerdings immer noch kein
zwingender Grund, mit der Serie zu beginnen. Bekanntes wird nicht
besonders herausragend nacherzählt. Die Verbesserung beruht fast
ausschließlich auf der einigermaßen spannenden
Nebenhandlung um Shazad, die aber in diesem Band vorerst
abgeschlossen scheint. Extra Abzug gibt es noch für das Finale,
welches interessant beginnt, aber dann irgendwie unspektakulär
im Nichts verläuft.
7 Punkte