John Maddox Roberts:

"Schwarze Schilde"

(Zweiter Roman der Sturmland-Saga)
OT: The Black Shields - Book Two of the Stormlands
Ü: Birgit Oberg
USA 1991
(366 Seiten, Taschenbuch, Heyne 06/9071, ISBN 3-453-16237-4, DM 14,90)
- erschienen: Februar 2000 -

Acht Jahre sind inzwischen vergangen. Hael hat die Völker der Steppe zu einem machtvollen und starken Königreich zusammengeschlossen. Seine Frau erwartet inzwischen das dritte Kind, und die Steppe ist von jeglicher Art Banditen und Räubern gesäubert.
Dann erreicht Hael ein Hilfeersuchen vom König von Neva, Pashir, ein alter Bekannter und Freund von Hael.
Der Shasinn Gasam, auch ein alter Bekannter von Hael, hat die Inseln unterworfen und vereinigt und ist im Norden von Neva eingefallen. Pashir nimmt die "Wilden" von den Inseln auf die leichte Schulter und wird prompt in der ersten Schlacht böse geschlagen. Dann beginnt Gasam mit der Eroberung von Neva und besetzt als erstes die Hafenstadt Floria.
Pashir, der nicht auf Haels Hilfe warten will, rückt mit seiner Flotte an, um Floria zurückzugewinnen. Doch das kostet ihn fast seine vollständige Flotte und zudem die Freiheit seiner Tochter.
Hael ist inzwischen nach einem langen Marsch durch die sogenannte Zone mit seiner Armee eingetroffen und beginnt sofort damit, die Eroberung der Welt durch Gasam zu verhindern - und einige persönliche Dinge mit ihm zu klären.

Der Autor schreitet in diesem Roman den Weg voran, der im ersten Band in Angriff genommen wurde. Neuerungen werden keine erwartet und bleiben folgerichtig auch aus. Hael trifft eine Menge alter Bekannter wieder, zumeist in den Rollen, in denen man sie nach Buch Eins sowieso vermutet hat.
Einzig die Nebenhandlung (ja, mal eine Nebenhandlung) um Prinzessin Shazad, die eine erstaunliche und nicht unbedingt so erwartete Entwicklung durchmacht, kann teilweise wirklich fesselnd sein. Diese Aspekte gehen allerdings nach etwa zwei Dritteln des Romans verloren, da Shazad gefangengenommen und somit zur bloßen Statistin degradiert wird.
Für König Hael hingegen hält die Geschichte keine weiterhin schwerwiegenden Herausforderungen bereit. Selbst die sagenumwobene "Verbotene Zone" durchquert Hael mit sechstausend Reitern in nur zwei Wochen, verliert dabei nur zwei Mann durch Schlangenbisse und lernt dort sogar noch neue Freunde kennen. Eine Schlacht gegen die Armee von Omia wird zum bloßen Warmreiten für seine Caboreiterei, und die Belagerung von Floria scheint am Ende nur zwei Tage zu dauern. Also erwarte ich im nächsten Band endlich den Stein, über den Hael schließlich mal ins Stolpern gerät. Daß er hinfällt, ist gänzlich unwahrscheinlich.
An die seltsamen Tiernamen hat man sich mittlerweile schon gewöhnt, und man beginnt ganz automatisch, beim Lesen Cabos durch Pferde zu ersetzen und die Hörner zu ignorieren. Mithin ist auch diese Art kleiner Eigenständigkeit und Originalität verlorengegangen. Ich warte jetzt eigentlich nur noch auf die Lösung des Geheimnisses um den vernarbten Mond, von dem die alten Legenden erzählen.

Fazit:
Dieser Band ist besser als der erste, allerdings immer noch kein zwingender Grund, mit der Serie zu beginnen. Bekanntes wird nicht besonders herausragend nacherzählt. Die Verbesserung beruht fast ausschließlich auf der einigermaßen spannenden Nebenhandlung um Shazad, die aber in diesem Band vorerst abgeschlossen scheint. Extra Abzug gibt es noch für das Finale, welches interessant beginnt, aber dann irgendwie unspektakulär im Nichts verläuft.
7 Punkte

Frank Schulze


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