John Sinclair

Band 1125: "Ein Feuergruß vom Teufel"

Eine gewisse Roxy Irons verschafft sich Zutritt zum Yard. Nachdem sie mittels hypnotischer Fähigkeiten die Sicherheitsmaßnahmen umgangen und einen lästigen Yard-Beamten getötet hat, begibt sie sich zu Johns Büro.
Dort setzt sie zunächst Glenda außer Gefecht und greift dann John und Suko an, indem sie versucht, diese mit Höllenfeuer, welches sie dank Asmodis' Gunst kontrollieren kann, zu verbrennen. John kann das im letzten Moment durch Einsatz seines Kreuzes verhindern und Roxy in die Flucht schlagen.
Nach einigen Recherchen im Archiv des Yards finden die beiden heraus, daß Roxy in ihrem "normalen" Leben ein Strip-Lokal in Soho leitet, woraufhin sie sich entschließen, ihr dort einen Besuch abzustatten.
Derweil ist Roxy bereits in Soho eingetroffen und muß sich in ihrem Etablissement mit unliebsamen Gästen herumschlagen. Sie wird von drei Mafiosi erwartet, die ihr an den Kragen wollen, da sie sich beharrlich weigert, Schutzgeld an ihre Organisation zu zahlen. Dummerweise wissen die drei nichts von Roxys dämonischen Fähigkeiten, so daß auch sie dem Höllenfeuer der Roxy Irons zum Opfer fallen.
Gerade als John und Suko eintreffen und die Bar von außen unter die Lupe nehmen, kommt ihnen einer der brennenden Mafiosi durch das Fenster entgegengesprungen. Nachdem John erneut die Flammen gelöscht hat, betreten er und Suko das Lokal. Sie können Roxy jedoch nicht vorfinden, und auch von den anwesenden Stripperinnen erhalten sie keine Informationen.
Sie wollen das Lokal gerade wieder verlassen, als Johns Handy klingelt. Am anderen Ende der Leitung ist Lady Sarah Goldwyn, die ihm erklärt, daß sie und Jane von Roxy als Geiseln genommen wurden...

"Ein Feuergruß vom Teufel" braucht eine ganze Weile, um einigermaßen in Fahrt zu kommen. So ist Roxys erstes Auftreten in der Yard-Zentrale schlicht und ergreifend total langweilig. Zunächst braucht sie eine halbe Ewigkeit, bis sie endlich einen Yard-Beamten "vom Leben zum Tod befördert" - wie Jason Dark es ausdrücken würde - und dann verläuft der eigentliche Angriff nach dem altbekannten Sinclair-Muster. Roxy kommt herein, John wird stutzig, Roxy greift an, John holt das Kreuz hervor, der Angriff ist beendet. Was bleibt, sind ein versengter Teppich und ein verdutztes Beamten-Duo.
Wie gesagt, bis dahin plätschert die Geschichte nur so vor sich hin. Erst danach wird sie richtig spannend. Man kann also sagen, daß die Nebenhandlung in diesem Fall interessanter ist als die eigentliche Haupthandlung. Interessant sind beispielsweise die Reaktionen im Yard, wo John und Suko von ihren Kollegen indirekt die Schuld für den Tod des Kollegen in die Schuhe geschoben bekommen. Spannend und actionreich ist schließlich Roxys Kampf mit den Mafiosi.
Ansonsten bleibt bei mir doch der Eindruck, das alles schon einmal irgendwo gelesen zu haben. Die Geschichte um einen "menschlichen Flammenwerfer" ist nun wirklich nicht innovativ, doch dieses Manko beobachtet man ja schon lange in der Sinclair-Serie.
Aufgefallen ist mir noch der eher undarksche Stil. Es werden häufiger Fremdwörter verwendet, und es fehlen die Textbausteine; einige verwendete Redewendungen klingen überhaupt nicht nach Dark, was jedoch bitte nicht als Kritik aufgefaßt werden soll, im Gegenteil - ruhig weiter so!
Nur an den Dialogen sollte noch gefeilt werden. Zwar befinden sie sich auch deutlich über dem Sinclair-Normal-Niveau, können sogar stellenweise als "gut" bezeichnet werden, doch manchmal tauchen dann wirklich hammerharte Klöpse auf. Ich zitiere: "Wenn nicht, dann werde ich dich nicht nur töten, sondern auch verbrennen."; "Sie hatte einen Schock bekommen" oder "Zwei von ihnen sind nicht Mann und nicht Frau. Man kann sie als Transvestiten bezeichnen."

Fazit:
Der zweite Teil des Romans kann die Langeweile des ersten gerade noch kompensieren. Spannend, aber keineswegs originell.
7 Punkte

Danijel Majic

home...