Wieder
versucht die SOL den Durchbruch durch die Blockade der Mundänen
am Ausgang der NACHT.
Dieses Mal wissen sie, was sie erwartet, und die Mundänen
erwarten sie auf gar keinen Fall so früh zurück. Das
zusammen ergibt vermutlich das kleine Quentchen Glück, das sie
brauchen, um zu entkommen.
Nun sind zwei Dinge zu tun: Die Positionsbestimmung von Segafrendo
und schnellste Informationseinholung über den von ES gestellten
Auftrag. Dazu fliegt man ins Torm-Karaend-System.
Hier entdeckt man die Spuren einer großen Schlacht, die einmal
hier stattgefunden hat. Es stellt sich heraus, daß das System
schon längst zum mundänischen Einflußbereich
gehört und die Bewohner in Frieden ihre zerstörte
Zivilisation aufbauen wollen. Die Regierung verweigert den
Suchkommandos der SOL jedoch nicht die Landung, und so machen sich
etliche Teams zu dem Planeten auf, um nach Informationen über
Auroch Maxo-55 und einen Kym-Jorier zu suchen.
Mit auf die Planetenoberflächen fliegen auch die Schatztaucher.
12 Besatzungsmitglieder, deren einzige Aufgabe es ist, sich durch die
neuen und zerstörten Bauten im Mittelteil der SOL zu wühlen
und dort nach verwertbarem Material zu suchen. Da das aber eine recht
eintönige Arbeit ist, haben sie ihre Vorgesetzten lange nach
einem Außeneinsatz gedrängt, den sie hier nun endlich
bekommen.
Mit großem Elan machen sie sich an ihre Aufgabe und streunen
über den Planeten, wobei sich die bedeutsamsten Funde in einer
alten Bibliothek finden, deren alter Bibliothekar nur noch aus purem
Idealismus verharrt und mit seinen Gehilfen mehr als nur begeistert
ist, den Galaktikern helfen zu können. Im Gegensatz zu ihrer
Regierung haben die Mom'Serimer auf der Oberfläche des Planeten
weniger Hemmungen, den Fremden zu helfen.
Währenddessen sind die Herren von der Führungsetage an Bord
weiter dabei, Berechnungen anzustellen, wo man sich denn befindet.
SENECA findet auch eine Galaxis, die Segafrendo ähnelt, aber
nicht mit ihr übereinstimmt. Es handelt sich dabei um eine
Galaxis, die in den galaktischen Katalogen als Hazel 14 steht und
etwa 36 Millionen Lichtjahre von der Milchstraße entfernt ist.
Das Rätsels Lösung liegt darin, das man Hazel etwa 20
Millionen Jahre in die Vergangenheit rechnen muß, damit sie mit
Segafrendo identisch ist, was heißt, daß die SOL fast 18
Millionen Jahre in die Vergangenheit gereist ist.
Von diesen Informationen unbelastet untersuchen die Schatztaucher ein
uraltes Gebäude, in dem sie einen alten Projektor finden, der
sich aber nur schwer aktivieren läßt.
Unglücklicherweise kommt gleichzeitig auch der Rückruf an
Bord der SOL. Das können und wollen sie aber nicht akzeptieren,
und so basteln sie einfach weiter - so lange, bis ihnen der Projektor
schließlich um die Ohren fliegt, aber ein paar Speicherchips
können sie retten und mit auf die SOL nehmen, wo sie erst einmal
eine kräftige Standpauke erwartet.
Als man gerade zum Aufbruch rüstet, taucht eine Flotte der
Mundänen im System auf. Die Oberbefehlshaber haben eine hohe
Belohnung auf die SOL ausgesetzt, und die fanatische Kommandantin des
anfliegenden Verbandes ist reichlich an dieser interessiert. Und so
passiert, was passieren muß: Die SOL muß mal wieder die
Waffen strecken.
Was soll man dazu sagen - noch keine 10 Bände vorbei, und schon
steckt die SOL dreimal kurz vor dem absoluten Niedergang. Fast von
den Mom'Serimer zerstört, von den Mundänen schon zweimal
gekapert. Wenn das so weitergeht, zerlegen die die SOL noch in alle
Einzelteile und schicken sie per Kosmokraten-Post wieder
zurück.
Überschattet wird die ganze Handlung dazu noch dadurch,
daß sie in meinen Augen bisher einfach nicht gut ist. Schon die
erste Kaperaktion fand ich mehr schlecht als sonst was, aber das
läßt sich ja auch in der entsprechenden Rezension
nachlesen. Das ändert aber nichts daran, daß dieser
Versuch hier in meinen Augen nicht viel besser dasteht. Ich kann da
eigentlich nur glauben, daß auf den entsprechenden Chips, die
die Schatztaucher gefunden haben, derart wichtige Informationen sind,
daß man die SOL erst einmal aus der direkten Zeithandlung
ziehen will, um die Angelegenheit noch ein wenig zu verknappen;
vielleicht soll damit endlich ein wenig Spannung erzeugt werden, die
bisher nicht vorhanden ist. Ich hoffe zumindest, daß man sich
ein bißchen was anderes einfallen läßt. Schon wieder
ein "Ruckzuck-raus aus der Gefangenschaft" wäre doch ein wenig
einfallslos. Zum anderen ließe sich hiermit auch noch ein wenig
mehr über den Hintergrund dieses Zyklus und vor allem über
den Hintergrund dieses Krieges aufbauen.
Ich muß schon sagen, daß ich vom bisherigen Verlauf des
Zyklus bzw. dieser Ebene hier doch enttäuscht bin, und das liegt
bisher hauptsächlich daran, daß bisher weder die Handlung
noch die erkennbare Konzeption oder die Romane überzeugen
können. Daran ändert dieser hier auch nicht viel. Weder die
Schatztaucher noch die SOL-Ebene können sich in meinen Augen
bisher vom Bild des restlichen Zyklus absetzen. Allein die Ebene um
die mundänische Kommandantin bringt ein wenig Farbe in den Roman
- und wenn's auch nur zeigt, wie die Mundänen so alles
fühlen, denken und machen. Hier geht es um das Leben und Sterben
in der Gesellschaft der Mundänen.
Die Schatztaucher zeigen uns ein wenig über die Welt und die
Lebensweise der Mom'Serimer. Auch wenn sich das hier doch ein wenig
auf die Hektik der kleinen Wesen beschränkt, aber wenigstens
haben wir hier endlich mal ein richtiges freundliches Volk, das sich
auch von größten Rückschlägen nicht aufhalten
läßt.
Doch was sollen die Schatztaucher denn überhaupt sein? Auf der
einen Seite führen sie eine Arbeit aus, für die man gut und
gerne Roboter einsetzen könnte, die diese Aufgabe schneller und
nicht weniger effizient ausführen würden. Machen wir uns
nichts vor - die Technik im Perry Rhodan-Universum ist schon lange
soweit, daß für so eine Aufgabe hier nicht mehr unbedingt
Menschen gebraucht werden würden. Auf der anderen Seite scheinen
hier Charaktere vorzuliegen, mit denen Perry Rhodan eben von jenem
Universum der Automatik hin zu mehr Menschen geführt werden
soll. Hier fällt mir mal wieder das Stichwort von den
Charakteren mit Ecken und Kanten ein. Ob's hier zum Erfolg
führen wird, bleibt abzuwarten. In Bezug auf diesen Band hat es
mir hier und heute nicht so gut gefallen. Aber der Weg ist in meinen
Augen der richtige.
Was bleibt?
Nun, z.B. die Informationen über den Krieg in Segafrendo. Hier
wird also geschrieben, daß die Mundänen seit 30 Jahren
einen brutaleren Krieg führen. Heißt das "brutaler, als
sie ihn früher geführt haben" oder "brutaler, als andere
ihn vorher geführt haben" - denn schließlich haben wir ja
das Zehntausend des Krieges (Seite 33), und irgendwie steht da noch
was von 1000 Jahren Krieg.
Das erinnert doch irgendwie stark an das Jahrtausend der Kriege, das
wir nun in der Milchstraße erwarten dürfen. Also, wenn das
mal kein düsteres Omen ist. Oder müssen Atlan und die SOL
hier vielleicht Grundlagen für das heutige Thoregon schaffen -
oder aber das eine oder andere zurechtrücken? Vielleicht
müssen sie auch dafür sorgen, daß hier ein richtiges
Thoregon entstehen kann; oder aber es ist schon entstanden, hat aber
die letzten Jahre des Krieges nicht richtig überstanden, und
jetzt muß es wieder aufgebaut werden, damit es einmal in ferner
Zukunft "unser" Thoregon entstehen lassen kann. Fragen über
Fragen, die bisher auf nicht vielen Grundlagen stehen - die wird die
Zukunft bringen.
Fazit:
Uwe Anton in meinen Augen ungewohnt schwach, was aber im Moment zur
Handlungsebene paßt.
5 Punkte
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Nun ist die SOL also aus der NACHT entkommen - das
hätte man auch einen Roman früher haben
können, wenn denn das Expo mitgespielt hätte. |
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Die Handlungsebene mit der SOL soll wohl den "kosmischen"
Teil des laufenden Zyklus ausmachen, soviel dürfte nach
diesem Roman feststehen. Da ist man nun 18 Millionen Jahre
in der Vergangenheit gelandet (schluck!), mit einer Aufgabe,
die für die Entstehung der Superintelligenzen ES und
ESTARTU und vermutlich auch für Thoregon von
entscheidender Bedeutung ist. Das läßt ja
eigentlich hoffen. Doch die Handlung schleppt sich nur
träge voran. Das passende Wort für diese Ebene
bisher ist: LANGATMIG. Jaaa! Der Rezensent weiß auch,
daß wir erst am Anfang des Zyklus sind, doch wenn man
in diesem Tempo weitermacht, dann ist der erste TEILAUFTRAG
der SOL erst mit PR 2025 erledigt, und das wäre doch
arg gestreckt. Hoffentlich kommt hier nicht der nächste
PR-Großzyklus mit 200 Bänden auf uns zu, denn das
hieße, der Thoregon-Komplex würde auf insgesamt
400 Romane ausgedehnt. Das sind nach terranischer
Standardzeit des 20./21. Jahrhunderts schlappe acht(!)
Jahre. Puuuh. Weniger ist manchmal mehr... |