Professor Zamorra

Band 670: "Am Ende der Macht"

Rico Calderone nimmt in Rom Kontakt mit Ted Ewigk auf. Ihm ist klar, daß der Dunkle Lord einzig und allein durch den ehemaligen ERHABENEN und dessen Machtkristall gestoppt werden kann. Dieser stimmt nach einigem Zögern zu, und zusammen mit Nicole Duval baut er im Kolosseum eine Falle auf. Der Plan gelingt. Stygia bringt den Dunklen Lord nach Rom und verschwindet, ehe Nicole sich ihrer annehmen kann. Mit Hilfe des während der Invasion der EWIGEN entstandenen zweiten Machtkristalls kann Ted Ewigk den Dämon stoppen. Die Paradox-Magie des Sternensteins hebt die des Dunklen Lords auf.
In der libyschen Wüste kommt es zum Showdown. Amun-Re kann getötet werden; er geht in das dunkle Reich seiner finsteren Götter hinüber. Carsten, Michael und Kerstin (bzw. deren frühere "Ichs") schlagen die über die Hohe Brücke näherkommenden Monster eines nach dem anderen zurück, ehe ihnen klar wird, daß das Tor nur durch den Einsatz der drei Schwerter geschlossen und für immer versiegelt werden kann. Was sie dann auch in die Tat umsetzen.
In der Hölle hat Zarkahr auf dem Thron Lucifuge Rofocales Platz genommen. Doch nur für kurze Zeit, denn LUZIFER stimmt zu, daß Astardis den Platz des Ministerpräsidenten einnimmt. Zarkahr räumt wutschnaubend das Feld.

Alles andere als begeistert bin ich von dem Abschluß des Fünfteilers. Ehrlich gesagt, habe ich das Hinüberdrängen von Gromhyrxxa und Genossen nur überflogen. Selten etwas so Dämliches gelesen. Mein Gott, das sind für mich die Gegner im Hintergrund gewesen, die Gefahr an sich. Und die drei Freunde schlagen sie einzeln, dumme Sprüche klopfend, mal eben zurück. Davon muß man ja Kopfschmerzen bekommen.
Auch nicht gerade elegant gelöst: das Problem um den Dunklen Lord. Paradox-Magie gegen Paradox-Sternenstein. Sorry, aber das klingt für mich sehr konstruiert.
Unterm Strich bleibt ein leider nur durchschnittlicher Zyklus zurück, mit Höhen (der Tod Raffaels, der Einsatz der Alten Macht durch Zarkahr - das war doch Zarkahr? Bei all dem Kuddelmuddel blicke ich nicht mehr durch!) und Tiefen.
Für diesen Band: Ausreichend.
Für den Zyklus insgesamt: Befriedigend

Guido Latz
Band:
Zyklus:

 So, damit hätten wir den Fünfteiler nun hinter uns und können ein Gesamtfazit ziehen - und uns danach dem (hoffentlich besseren) nachfolgenden Roman zuwenden.
Wie man aus diesem Satz wohl eindeutig erkennen kann, bietet dieser großangekündigte Kleinzyklus m.E. nicht besonders viel. Zwar werden hier ein paar Personen über die Wupper geschickt, ansonsten ist aber eher eine recht konfuse Handlungsführung zu verzeichnen, die nicht wirklich überzeugen konnte. Die Mischung aus der Handlung um Amun-Re einerseits und den Machtkämpfen in der Hölle andererseits wirkte einfach zu sehr zerfahren und bot eigentlich eher zwei separate Handlungsebenen, von denen die eine nichts mit der anderen zu tun hat. Eine Verzahnung zwischen beiden ist jedenfalls praktisch nicht erfolgt - von daher wäre es sicherlich sinnvoller gewesen, dies in zwei separaten Kleinzyklen (Zwei- oder Dreiteilern) abzuhandeln - insgesamt hätte man hiermit nur gewinnen können.
Allerdings bleibt dann auch die Auflösung der ganzen Sache weit hinter den (zu) hochgesteckten Erwartungen zurück - Erwartungen, die von Werner K. Giesa geschürt wurden. Das Erbe des Dynastie-Dreiteilers hat sich als zu schwer erwiesen - und, ehrlich gesagt, diesen noch zu übertreffen, wäre wirklich eine Meisterleistung gewesen, die man nicht immer erwarten kann.
Bleibt als Fazit nach diesem Roman nur die Feststellung, daß die Hölle immer noch nicht zur Ruhe gekommen ist - ganz im Gegensatz zu Amun-Re - und die Machtkämpfe hier weitergehen werden. Es bleibt zu hoffen, daß sie dann interessanter werden, wenn auch gerade dieser Handlungsteil noch die spannendere Hälfte des Fünfteilers war.
Immerhin, wir haben diesen Fünfteiler nun hinter uns - und in meine Bewertung wird sicherlich mit hineinspielen, daß ich eher der SF als dem Horror zugetan bin - und können uns nun auf den folgenden Band konzentrieren, der wieder aus der Feder von Claudia Kern stammt. Den Lesern bleibt nach diesem Roman zumindest die Hoffnung, daß Claudia an ihre bisherigen Romane innerhalb der Serie anknüpfen kann. Man sollte sich überraschen lassen - und eigentlich kann es jetzt erstmal nur weiter aufwärts gehen (naja, nach unten ist ja noch ein wenig Platz - aber das traue ich Werner & Co. einfach nicht zu)...

Fazit:
Der Zyklus endet genauso zerfahren, wie er sich schon die ganze Zeit gegeben hat. Ein innerer Zusammenhalt zwischen den beiden Handlungsebenen ist praktisch nicht gegeben - wobei beide für sich allein genommen sicherlich besser herübergekommen wären als in diesem Mischmasch. Wer für Band 666ff. eine dramatische Handlungsentwicklung erwartet hat, wird jedenfalls ein wenig enttäuscht. Insgesamt ist dieser Fünfteiler eindeutig nicht mehr als Durchschnitt, der an das Erbe des gar nicht lange zurückliegenden Dreiteilers nicht heranreichen kann.
Bewertung für diesen Roman: 6 Punkte.
Gesamtwertung des Fünfteilers: 7 Punkte.

Winfried Brand
Roman:
Zyklus:

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