R.A. Salvatore:

„Straße der Schatten“

(Dämonendämmerung 4)
OT: The Demon Spirit (Part 3 + 4)
Ü:Christiane Schott-Hagedorn
USA 1998
(317 Seiten, Taschenbuch, Blanvalet 24906, ISBN 3-442-24906-6, DM 16,90)
- erschienen: Februar 2000 -

Immer noch streunen die führungslosen Goblins und Pauris durch das Land. Und immer noch ist Nachtvogel Elbryan mit einem Flüchtlingstreck mittendrin. Hier kämpft man sich langsam, aber stetig in sicherere Regionen durch. Dabei trifft man schließlich auf Ponies ehemaligen Ehemann, der geflüchtet ist, weil der Abt von St. Mere-Abelle sein bösartiges Spiel vorantreibt. Immer weiter dehnt er seinen Einfluß aus, während er in seiner Abtei Ponies Eltern und den Zentauren Bradwarden foltert. Elbryan und seine Freunde brechen auf, um den kriegerischen Mönchen ihre Gefangenen zu entreißen.

Was soll man sagen, nun kommt in die bisher doch recht flache Geschichte ein wenig Schwung. Das rettet aber nicht über die Tatsache hinweg, daß sich alles wie bisher nur um die Kämpfe dreht. Eine kleine Schlacht hier, ein kleines Gemetzel dort, und schon ist der schöne kleine Rahmen wieder dahin. Zwei Drittel lang bleibt also im großen und ganzen alles beim alten. In meinen Augen eine ziemlich langweilige Sache, denn die ganzen endlosen Gemetzel sind zwar sehr ausführlich und detailliert beschrieben, aber weder besonders spektakulär noch spannend. Da kann auch die Nebenhandlung um die Mönche wenig reißen. Zwar kommt hier ein kleiner Intrigen-Aspekt mit hinzu, doch auch der versinkt am Ende wieder im Blut.
Und doch haben wir hier erst den Anfang zu mehr, denn der wahre Feind ist am Ende noch lange nicht besiegt, sondern stärker denn je. So könnte man diese Episode auch mit "Suche nach Bradwarden" überschreiben.
Hinzu kommt, daß nun auch immer wieder Formulierungen auftauchen, die dem fleißigen Leser einen kalten Schauer nach dem andern über den Rücken laufen lassen. Zum Beispiel, als der arme ehemalige Ehemann mit herausgerissener Luftröhre sterbend zu Boden sinkt, aber friedlich in dem Bewußtsein stirbt, daß er mit seiner Ponie-Frieden geschlossen hat.
Also schleimiger geht es doch kaum noch; und das kommt dann wirklich ständig vor, ob mit Ponie und Elbryan oder dem naiven Roger Flinkfinger. Die Charakterisierungen bleiben sehr oberflächlich und einseitig. Alles hält sich auf der Seite des Krieges auf und geht kaum darüber hinaus.

Fazit:
Ein Roman, der nicht wirklich schlecht ist, aber wohl keinen so richtig vom Hocker haut. Einfach mal wieder etwas von der Marke Belanglos.
5 Punkte

Alexander Haas


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