Jo Clayton:

"Feuer am Himmel"

(1. Roman der Schattenlied-Trilogie)
OT: Fire in the Sky - Shadwsong #1
Ü: Walter Brumm
USA 1995
(430 Seiten, Taschenbuch, Heyne 06/9064, ISBN 3-453-16222-6, DM 16,90)
- erschienen: Februar 2000 -

Science Fantasy - ich habe versucht, mir etwas unter diesem Begriff vorzustellen, der auf dem Klappentext des Romans prangt. Und auch nach dem Lesen des Romans bin ich mir nicht ganz sicher, was sich hinter diesem Begriff verbirgt.
Falls es nach dem Roman gehen soll, ist jede Außenmission der Enterprise "Science Fantasy".

Shadit, die jahrhundertelang in einem Diadem gefangen saß, hat einen neuen Körper erhalten. Zusammen mit einer Abteilung der Universität reist sie nach Beluchad, um dort die Kultur der Eingeborenen zu studieren. Aber da ist noch mehr, denn der Planet wird von den Chaven und den Yaraka ausgebeutet, die gegen die Eingeborenen rücksichtslos vorgehen. Obwohl die Universitätsleute wissen, daß sie in diesen Konflikt hineingerissen werden können, reisen sie dennoch nach Beluchad.
Während Shadit sich allmählich in die Kultur hineinfühlt, stoßen die Universitätsleute auf die brutale Vorgehensweise der Bergbaugesellschaft der Chaven. Mit vollem Wissen feuern sie die intelligenten Eolt vom Himmel, die mit den Fior, einem Teil der Einheimischen, oft eine sehr starke gefühlsmäßige Bindung eingehen.
Für zusätzliche Probleme sorgt außerdem die starke Rivalität zwischen den Chaven und den Yaraka. Allmählich wird Shadit klar, daß sie ihren Beobachterstatus aufgeben und handeln muß...

Der Roman ist alles andere als übersichtlich. Zuerst muß man sich an die verschiedenen Bezeichnungen gewöhnen, denn sowohl für die Besatzer als auch für die Einheimischen gibt es zwei unterschiedliche Namen, von den anderen Benennungen ganz zu schweigen. Das macht das Lesen des Romans alles andere als einfach, schließlich muß man immer überlegen, wer denn nun wer ist.
Die Handlung selbst kann zwar nicht gerade als langweilig bezeichnet werden, an einigen Stellen jedoch schleicht sich ein gewisser Widererkennungseffekt ein. Irgendwie hat man das alles schon mal irgendwo anders gelesen.
Leider sind die Charaktere nicht gerade sehr lebendig, obwohl sich die Autorin sehr bemüht, dem Leser ihre Figuren nahezubringen. Sie wirken blaß und schablonenhaft. Der einzige Lichtblick sind die an Quallen erinnernden Eolt, die liebevoll und mit Wärme beschrieben werden. Und auch einige Nebenfiguren machen Spaß, wie die beiden Fior-Kinder, die sich an Shadits Fersen heften.

Fazit:
SF von der Stange, die über weite Strecken zwar gut unterhält aber weder die handelnden Personen noch die eigentliche Handlung dem Leser so richtig nahebringen kann. Für Bus- oder Bahnfahrten bestens geeignet.
8 Punkte

Christian Spließ


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