John Sinclair

Band 1127: "Der Gothic-Vampir"

Auf einer Klassenfahrt, die ihn in die Nähe des Südfranzösischen Ortes Camon führt, entdeckt Johnny Connolly in einer zerstörten Burgruine das Skellett einer mannshohen Fledermaus. Als er dieses untersucht und fotografiert, verletzt er sich, und ein kleiner Tropfen Blut landet auf den Zähnen des Skellets. Beunruhigt durch diesen Vorfall begibt er sich zurück zu seiner Jugendherberge, wo er des Nachts durch sein Fenster einen gewaltigen Schatten am Himmel erspäht, jedoch nicht sicher sagen kann, ob es sich dabei um die Fledermaus handelt.
Zurück in London erzählt er seinen Eltern und seinem Patenonkel John Sinclair davon. Da sich Johnny noch erinnern kann, im Zusammenhang mit dem Schloß den Namen Montfour gehört zu haben und sich Camon nicht weit enfernt von Alet-les-Bains befindet, beschließen John und Bill, sich bei ihren Nachforschungen an die Templerzentrale zu wenden.
Von dort erfahren sie, daß es sich bei demVampir vermutlich um den einstigen Besitzer der Burg Jaques de Montfour handelt, der vor gut zwei Jahrhunderten verschwand, ungefähr zu der Zeit, als John in seiner Inkarnation Hector de Valois lebte. Doch nicht nur das; wie sich herausstellt waren de Valois und Montfour sogar miteinander verwandt. Auf Ersuchen von Abbé Bloch macht sich John auf nach Frankreich.
Dort angekommen erfährt er, daß der Vampir bereits tätig geworden ist und ein Bauernpaar, das sich auf dem Weg nach Alet-les-Bains befand, angegriffen hat. Mit Mühe und Not konnten sich die beiden retten und zu den Templern flüchten. Da man davon ausgeht, daß der Vampir nicht von seiner Beute lassen wird, beschließen John und Godwin de Salier, die beiden auf ihrem Bauernhof zu beschützen.
Albert und Suzanne - die beiden Bauern - haben sich dort inzwischen versteckt. Der Roman endet damit, daß Suzanne von einem sinnlichen Alptraum geplagt wird, in dem ihr der Vampir einen Besuch abstattet....

Nach den durchschnittlichen Abenteuern der letzten Wochen konnte man schon das Gefühl haben, niemals wieder einen anständigen Sinclair zu lesen zu bekommen. Zu meiner Überraschung stellt die etwas altmodisch wirkende Geschichte um den Vampirgrafen Montfour als das beste Sinclair-Abenteuer der letzten Zeit dar. Dem Autoren ist ein Auftakt nach Maß gelungen.
Es gelingt ihm, die düster-bedrohliche Atmosphäre, die sich schon zu Beginn des Romans aufbaut, konsequent bis zum Schluß aufrechtzuerhalten. Auch wenn John bis jetzt noch nicht direkt ins Geschehen eingegriffen hat (sonst immer der einzige Moment in dem es spannend wird) , erreicht der Roman ein hohes Niveau an Spannung, was auch damit zusammenhängt, daß das Geschehen teilweise aus der Sicht des Antagonisten geschildert wird, ohne jedoch zuviel von dessen Persönlichkeit preiszugeben.
Außerdem hatte ich bei diesem Roman auch wieder mal das Gefühl, daß er von jemandem geschrieben wurde, der sich in der Sinclair-Vergangenheit auskennt (vielleicht mal wieder ein original Rellegerd???). Das zeigen nicht nur die ständigen Verweise auf vergangene Sinclair-Abenteuer, sondern man merkt es vielmehr an den Figuren, die endlich mal wieder die gewohnten Charakterzüge aufweisen und nicht beliebig austauschbar erscheinen, was sich gerade in den überraschend guten Dialogen wiederspiegelt.

Fazit:
Jason Dark beweist wieder einmal, daß ihm atmosphärisch dichte Vampirgeschichten liegen. Wenn der Roman noch ein wenig origineller daherkommen würde, könnte ich sogar ein "sehr gut" rechtfertigen. So bleibt es aber bei
12 Punkten

Danijel Majic

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