Auf einer
Klassenfahrt, die ihn in die Nähe des Südfranzösischen
Ortes Camon führt, entdeckt Johnny Connolly in einer
zerstörten Burgruine das Skellett einer mannshohen Fledermaus.
Als er dieses untersucht und fotografiert, verletzt er sich, und ein
kleiner Tropfen Blut landet auf den Zähnen des Skellets.
Beunruhigt durch diesen Vorfall begibt er sich zurück zu seiner
Jugendherberge, wo er des Nachts durch sein Fenster einen gewaltigen
Schatten am Himmel erspäht, jedoch nicht sicher sagen kann, ob
es sich dabei um die Fledermaus handelt.
Zurück in London erzählt er seinen Eltern und seinem
Patenonkel John Sinclair davon. Da sich Johnny noch erinnern kann, im
Zusammenhang mit dem Schloß den Namen Montfour gehört zu
haben und sich Camon nicht weit enfernt von Alet-les-Bains befindet,
beschließen John und Bill, sich bei ihren Nachforschungen an
die Templerzentrale zu wenden.
Von dort erfahren sie, daß es sich bei demVampir vermutlich um
den einstigen Besitzer der Burg Jaques de Montfour handelt, der vor
gut zwei Jahrhunderten verschwand, ungefähr zu der Zeit, als
John in seiner Inkarnation Hector de Valois lebte. Doch nicht nur
das; wie sich herausstellt waren de Valois und Montfour sogar
miteinander verwandt. Auf Ersuchen von Abbé Bloch macht sich
John auf nach Frankreich.
Dort angekommen erfährt er, daß der Vampir bereits
tätig geworden ist und ein Bauernpaar, das sich auf dem Weg nach
Alet-les-Bains befand, angegriffen hat. Mit Mühe und Not konnten
sich die beiden retten und zu den Templern flüchten. Da man
davon ausgeht, daß der Vampir nicht von seiner Beute lassen
wird, beschließen John und Godwin de Salier, die beiden auf
ihrem Bauernhof zu beschützen.
Albert und Suzanne - die beiden Bauern - haben sich dort inzwischen
versteckt. Der Roman endet damit, daß Suzanne von einem
sinnlichen Alptraum geplagt wird, in dem ihr der Vampir einen Besuch
abstattet....
Nach den durchschnittlichen Abenteuern der letzten Wochen konnte man
schon das Gefühl haben, niemals wieder einen anständigen
Sinclair zu lesen zu bekommen. Zu meiner Überraschung stellt die
etwas altmodisch wirkende Geschichte um den Vampirgrafen Montfour als
das beste Sinclair-Abenteuer der letzten Zeit dar. Dem Autoren ist
ein Auftakt nach Maß gelungen.
Es gelingt ihm, die düster-bedrohliche Atmosphäre, die sich
schon zu Beginn des Romans aufbaut, konsequent bis zum Schluß
aufrechtzuerhalten. Auch wenn John bis jetzt noch nicht direkt ins
Geschehen eingegriffen hat (sonst immer der einzige Moment in dem es
spannend wird) , erreicht der Roman ein hohes Niveau an Spannung, was
auch damit zusammenhängt, daß das Geschehen teilweise aus
der Sicht des Antagonisten geschildert wird, ohne jedoch zuviel von
dessen Persönlichkeit preiszugeben.
Außerdem hatte ich bei diesem Roman auch wieder mal das
Gefühl, daß er von jemandem geschrieben wurde, der sich in
der Sinclair-Vergangenheit auskennt (vielleicht mal wieder ein
original Rellegerd???). Das zeigen nicht nur die ständigen
Verweise auf vergangene Sinclair-Abenteuer, sondern man merkt es
vielmehr an den Figuren, die endlich mal wieder die gewohnten
Charakterzüge aufweisen und nicht beliebig austauschbar
erscheinen, was sich gerade in den überraschend guten Dialogen
wiederspiegelt.
Fazit:
Jason Dark beweist wieder einmal, daß ihm atmosphärisch
dichte Vampirgeschichten liegen. Wenn der Roman noch ein wenig
origineller daherkommen würde, könnte ich sogar ein "sehr
gut" rechtfertigen. So bleibt es aber bei
12 Punkten