Angriff
der Arkon-Agenten Teil II. Allerdings geht es nicht auf menschliche
Ziele, sondern auf technische. Diesmal ist eine Gruppe von Agenten
mit dem Ziel unterwegs, einen neuen Raumer der Wächter-Klasse zu
stehlen. Die WAYLON JAVIER steht kurz vor der Fertigstellung, und
daher erhofft man sich hier weniger Sicherheitsvorkehrungen als bei
einem "normalen" Raumschiff, auch wenn man dazu erst einmal durch die
Sicherheitssperren der Mondwerften hindurch muß, was
kompliziert genug ist.
An Bord des Raumers ist derweil der Teufel unterwegs. Sein Name: Eizo
Vikaryo; sein Beruf: V-Inspekteur; seine Mission: dafür zu
sorgen, daß an Bord auch alles so zusammengebaut wird, wie es
sich gehört und wie es in den Vorschriften steht. Und das tut er
intensiv und pedantisch wie niemand anders. Er kennt auch keine
Gnade, wenn es den Betrieb um Tage oder länger zurückwerfen
würde. Das alles hat ein Ende, als die Arkoniden kommen.
Kompromißlos und scheinbar gut vorbereitet stürmt man mit
lautem Knall und Feuer auf das Schiff und setzt das Personal fest -
bis auf eine kleine Gruppe, in der sich überraschenderweise auch
V-Inspektor Eizo Vikaryo befindet. Anführer Sebustian Krovan
führt harte Verhandlungen mit Perry Rhodan. Noch hat er
Probleme, denn ein großer Teil seiner Einsatztruppe befindet
sich in Containern und außer Gefecht - durch terranische
Sicherheitsvorkehrungen. Das kostet Zeit und Aufwand.
Währenddessen gehen in der WAYLON JAVIER die ersten Diskussionen
los. Die meisten des kleinen Trupps, der sich bisher verbirgt, sind
einfache Techniker und keine Kämpfer. Sie rechnen sich gegen die
gut ausgebildeten Arkoniden keinerlei Chancen aus und wollen sich
ergeben. Das aber will Eizo Vikaryo nicht akzeptieren. Gemeinsam mit
der Technikerin Nehle Askys und seinem Roboter Grossier schmiedet er
Pläne, um einzugreifen.
Mit der Zeit wird Krovan ungeduldig. Weiterhin laufen einige Leute
unerkannt an Bord "seines" Schiffes umher, draußen ist die
Werft bereits abgeriegelt, und viele seiner Leute sind immer noch
nicht einsatzfähig. Zudem wird es auch merklich kühler an
Bord, und das stinkt den wärmeliebenden Arkoniden gewaltig. Der
Grund: Eizo Vikaryo ist es mit Hilfe seines Roboters gelungen, die
klimatischen Bedingungen an Bord dauerhaft zu manipulieren. Doch nun
müssen sie sich vor den Nachstellungen der Arkoniden
schützen. Ihr Kampf ist noch nicht vorbei; schließlich
gelingt es ihnen, das Schiff mit Gas zu fluten und so einfach alle
auf einmal auszuschalten. Und wieder endet ein Trupp arkonidischer
Agenten in terranischer Gefangenschaft. Aber es gibt noch eine
positive Nachricht: Trim Marath hat gemeinsam mit Blo Rakane das Bild
von Morkhero Seelenquell identifiziert, und nun gibt es wenigstens
eine Spur.
Es scheint sich ja anscheinend zu einer selbständigen
Handlungsebene zu entwickeln, die beschreibt, wie arkonidische
Topagenten sich auf Terra eine blutige Nase holen, und das in der
Regel durch eigenes Verschulden. Sowohl Soi Maklur im vorigen Roman
als auch Sebustian Krovan in diesem scheitern nicht am terranischen
System (das ja schon vorhanden ist und das man doch eigentlich im
Vorhinein ausspionieren könnte), sondern im Endeffekt an sich
selbst. Das muß man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Da
geht das im Moment mächtigste Reich der Galaxis hin und schickt
dem Erzfeind ein paar absolute Stümper auf den Hals. Die
vermeintlichen "Opfer" brauchen dann eigentlich nur noch abzuwarten,
bis sich der Gegner selbst aus dem Spiel nimmt. Das wird besonders im
aktuellen Fall deutlich. Da sind die arkonidischen Topleute nicht in
der Lage, ein paar unerfahrene Eigenbrötler zu lokalisieren,
bzw. sie geben sich kaum Mühe.
Logische Konsequenz: die fast totale Ausschaltung jeglicher Spannung.
Was hier im Roman einfach gefehlt hat, war ein wirklicher Gegner. Ich
habe ja gar nichts dagegen, daß der kleine spießige
V-Inspekteur über sich hinauswächst und dann am Ende die
Gegner besiegt, aber man hat eigentlich nie das Gefühl,
daß es sich um wahre Gegner handelt. Hier hätte einfach
der wahre böse Feind gefehlt, den man Eizo auf den Hals schickt,
der ihn jagt und ihn zu fangen versucht. Statt dessen haben wir hier
einen phantasielosen Einsatzleiter, der daran scheitert, daß zu
viele seiner Leute im Koma liegen, und so etwas wie Mediziner
scheinen die Arkoniden nicht auf Einsätze mitzuschicken - ist ja
auch blöd, sowas.
Dennoch scheint mir eine derart kompetenzlose Einsatzplanung nicht
mit reiner Arroganz erklärbar zu sein. So blöd können
die Arkoniden einfach nicht sein. Trotzdem hatten wir schon zum
zweiten Mal hintereinander keinen gut durchgeplanten Angriff, sondern
einen Dilettantismus ohnegleichen. An dieser Stelle ist einfach eine
etwas größere Ideenvielfalt des Autoren gefragt, und genau
die hab ich hier leider nicht gefunden. In die Rubrik
Phantasielosigkeit kommt auch der Witz über das Wesen der Frau
auf Seite 11. Dieser ist hier in der Realwelt schon so dermaßen
abgegriffen und wiederholt in allen Varianten, daß ich den
eigentlich nicht in einem Perry Rhodan lesen muß; zumindest
hätte man sich da etwas anderes als einen Flaschengeist
ausdenken können.
Genauso spannungsfrei wie die Hauptebene verlief auch der Bereich um
Trim Marath und Blo Rakane. Da muß der arme Junge Bild um Bild
durchgehen, um am Ende dann erst mit den halutischen "Spezialphotos"
zum Erfolg zu kommen. Dennoch muß ich hier auch Francis zugute
halten, daß man aus so einer Ebene vermutlich auch nix anderes
machen kann - zumindest kann ich mir das nicht vorstellen. Lediglich
die Art, wie Blo Rakane charakterisiert wurde, hat mir in einem Punkt
gefallen. Zwar habe ich so bisher nicht darauf geachtet, wie die
Haluter sich mit anderen Menschen unterhalten, aber den Verweis auf
das konsequente Siezen des Haluters fand ich einen
erinnerungswürdigen Einfall.
Fazit:
Bleibt eine weitere Episode, die die Frage nicht beantwortet, wie es
die Arkoniden geschafft haben, ein derart großes Imperium
aufzubauen, wenn sie sich so blöde anstellen.
3 Punkte
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Es geht also weiter - die Arkoniden versuchen über
alle Ecken und Kanten, an die Geheimnisse der Terraner
heranzukommen. Diesmal wird dann ein fast fertiger
WÄCHTER-Raumer gekapert.
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Ein Lichtblick am Horizont... H. G. Francis stellt unter
Beweis, daß man nicht zwangsläufig auf einen von
Rainer Castor oder Uwe Anton geschriebenen PR-Band warten
muß, um einen GUTEN Roman in die Hand zu bekommen. |