(Dritter Roman des Recluce-Zyklus)
OT: The Magic Engineer
Ü: Jürgen Langowski
USA 1994
(863 Seiten, Taschenbuch, Heyne 06/9052, ISBN 3-453-15635-8, DM
19,90)
- erschienen: März 2000 -
Dorrin ist
der Sohn eines großen Ordnungsmagiers auf Recluce. Den lieben
langen Tag träumt er von Maschinen, die die Welt verbessern
könnten, die in den Augen seines Vaters aber niemand braucht. So
kommt es, daß er sich eines Tages als Verbannter wiederfindet,
der außerhalb der Insel lernen soll, die Ordnung zu
schätzen. Gemeinsam mit seiner alten Freundin Kadara und dem
starken Brede zieht er über den Kontinent, in dem die
Chaos-Magier langsam versuchen, die Macht an sich zu reißen.
Dorrin versucht sich zunächst als Heiler, dann als Schmied, und
schließlich macht er beides. Er lernt die reisende
Händlerin Liedral kennen und läßt sich in einer
kleinen Stadt nieder, um Geld zu verdienen, mit dem er endlich seine
Maschinen bauen kann. Mit diesen will er sein Volk daheim in Recluce
davon überzeugen, daß er Teil der Ordnung ist.
In "Magische Maschinen" geht es erneut um einen Verbannten von
Recluce, der gar nichts dafür kann, daß er die Welt
völlig auf den Kopf stellt und alle Menschen, wo er auch
hinkommt, um Längen an Können und Fähigkeiten
überragt. Dabei ist er doch so bescheiden und weiß gar
nicht, wie ihm geschieht. Das ist wirklich gut und faszinierend
geschrieben, besonders, da sich Dorrin immer wieder in
Gedankengängen verliert, die die Tiefe seines Charakters
verdeutlichen und sehr gut beschreiben. Hinzu kommt eine
kontinuierlich fortschreitende Handlung, die zwar ohne die wirklich
großen Brüche auskommt, aber doch sehr spannend ist.
Das liest sich doch eigentlich sehr gut, möchte man meinen.
Stimmt auch an und für sich - wenn das nur nicht schon der
dritte Band wäre, in dem das so passiert. Ich kann nur hoffen,
daß der Autor sich in den nächsten Bänden einmal
etwas Neues einfallen läßt, denn sonst verkommt ein
Zyklus, in den ich sehr große Hoffnung setzte, zur großen
Gähnnummer, wenn es so weitergeht.
Irgendwann sollte auch die große Einordnung kommen, so
daß man die bisherigen Bände in einen Zusammenhang setzen
kann. Bisher liegt da nämlich noch einiges im argen. Aber ich
habe so den Eindruck, als ob der Autor niemand ist, der seinen Lesern
allzuschnell zu viele Geheimnisse verrät. Etwas, das sehr gut
ist - wenn man es nicht übertreibt.
Zwischenresümee: Guter Roman, aber im Zyklus muß sich
langsam etwas tun.
Stilistisch hat sich ebenfalls nicht viel getan, und das ist etwas,
was ich nun wirklich gar nicht bemängele. Wie sein
Vorgänger ist der Band in der dritten Person UND in der
Gegenwart geschrieben. Was mir beim Lesen sehr viel Spaß macht,
da es absolut ungewöhnlich ist. (* Dann lies doch mal Sheri
S. Teppers "Das Große Spiel" (3 Bände - wenn Du mal Zeit
hast), die sind auch (größtenteils) so geschrieben!
Heike) Ungewöhnlich ist auch der Verlauf der Handlung.
Hierzu möchte ich nicht viel sagen, da es zuviel über den
Roman vorwegnimmt. Es sei bloß erwähnt, daß das Ende
kein klassischen Happy End ist. Wie alle seine Vorgänger ist der
Roman zwar irgendwie in sich geschlossen, läßt aber noch
einiges offen, und bisher vermag ich nicht zu sagen, ob Band vier
hier direkt anknüpfen wird oder ein weiteres Kapitel aus der
Saga der schwarzen Ordnungsmagier von Recluce gegen das weiße
Chaos aus Candar bringen wird.
Mir persönlich würde aber auch mal eine Geschichte aus dem
Rest der Welt Spaß machen, über die bisher zwar viel
erzählt, aber nur wenig Konkretes gesagt wurde.
Fazit:
Ein weiterer faszinierender Roman, der den Recluce-Zyklus jedoch
langsam an einen Punkt bringt, an dem sich entscheiden wird, ob er
das Potential zu einem Klassiker oder zu einem Langweiler hat. Eines
ist allerdings sicher: Die Welt, in der er spielt, hat viel Raum
für eine Menge guter Geschichten.
Es bleibt ein wirklich guter Roman, der allerdings einen kleinen
Punktabzug im Vergleich zu seinen Vorgängern erleiden muß,
da er zu sehr denselben Weg geht.
11 Punkte
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