Deprimiert
durch die grausame Unterdrückung von Morkhero Seelenquell ziehen
die Kraverker wieder zurück in Richtung ihrer Stadt, aus der sie
eigentlich vor dem "Gott" geflohen sind. Auch ihr Anführer, der
Hochschamake Kellmi, ist verzweifelt. Er konnte sein Volk nicht in
die Freiheit führen, sondern hat ihm Verderben gebracht. Nun
muß er sich zusammenreißen, um ihm wieder neuen Mut zu
geben. Das bessert sich nicht gerade, als eine neue große Kugel
am Himmel über ihnen erscheint und für einen Moment die
Sonne verdunkelt. Doch es scheint nicht Morkhero zu sein, denn es
bricht kein neues Unheil über sie herein. Vielmehr steigen
seltsame Wesen heraus, als die Kugel wiederkehrt und im Sumpf
niedergeht. Es ist die LEIF EERIKSSON, aus der Bré Tsinga
erscheint, um mit den Kraverkern den ersten Kontakt aufzubauen. Da
sie aufgrund der PsIso-Netze auf ihre latenten Psi-Fähigkeiten
verzichten muß, fordert Perry Rhodan sie auf, ihre Erfahrung
ins Rennen zu werfen, was sie auf eine Art macht, die in der LEIF
ERIKSSON gar nicht auf Gegenliebe stößt. Aber
schließlich ist danach das Vertrauen zwischen Bré und
Kellmi hergestellt.
Während auf der einen Seite also nun diskutiert wird, ob die
Neuen denn nun wie Morkhero Götter sind oder nicht, ziehen diese
auf Erkundung aus und machen schnell einige ungewöhnliche
Erfahrungen mit der Psi-durchsetzten Umwelt. Mehr per Zufall findet
ein Kommando eine Ortungsboje, die von Morkhero stammen muß.
Der Feind sitzt also auf der Lauer und muß nun aus seinem
Versteck herausgelockt werden. Das geschieht auf sehr unangenehme
Weise, denn Suchmannschaften entdecken auf einmal ein zerstörtes
Kraverkerdorf und versuchen nun, den Überlebenden zu helfen.
Morkhero hat offensichtlich von den Terranern unbemerkt zugeschlagen.
Zudem ist es ihm gelungen, ein Besatzungsmitglied zu übernehmen,
das ein Attentat auf Perry Rhodan verübt. Dies stellt sich im
nachhinein aber als Fehler heraus, denn es ist genau dieses Attentat,
das schließlich eine Spur ergibt. Es gelingt nämlich,
herauszufinden, wann und wo die Übernahme geschehen ist. So wird
Morkhero aufgestöbert. Doch er kann entkommen. In einem 180m
durchmessendem Kugelraumer mit vielen Vertiefungen und Aufbauten
macht er sich auf den Weg aus dem System und ist von den Terranern
nicht aufzuhalten, die sich auch weigern, sein Schiff direkt
anzugreifen.
Morkhero ist also entkommen, und die Zeit der Terraner auf Morbienne
III ist somit auch abgelaufen. Es ist Zeit für Bré
Tsinga, Abschied von Kellmi zu nehmen, mit dem sie in den letzten
Tagen viel Zeit verbracht hat. Auch Perry Rhodan kommt, um sich von
dem Hochschamaken zu verabschieden. Als Geschenk bringt er eine
große Menge Fluut mit, das sie aus Morkheros Höhle retten
konnten.
Auf dem Weg nach Hause fangen sie dann noch eine Nachricht von der
Erde auf. Die Nachfolgerin von Kaif Chiriatha ist aus dem Pilzdom
gekommen, um den 6. Boten zu treffen.
Am Ende dieses Romans haben wir nun zum allerersten Mal so etwas wie
den Anfang einer Charakterisierung von Morkhero Seelenquell. Ein
Kind, das schmollend in der Ecke sitzt und wütend ist, weil man
ihm ein Spielzeug weggenommen hat, weshalb es sich nun an dem
dafür Verantwortlichen rächen will. Ganz klar, der
heißt Perry Rhodan.
Wie üblich stellen sich bei einem Roman wie diesem zunächst
einmal mehr Fragen, als es Antworten gegeben hat. Zentral unter
diesen scheint mir jene: Wer steckt hinter Morkhero Seelenquell? Wir
wissen, daß es sich bei diesem um eine Geistesmacht handelt,
die erst vor kurzem entstanden ist, und nun ist auch klar, daß
das Bild eines Kindes bisher nicht zufällig gewählt wurde,
sondern vielmehr sehr passend ist. Wer sind also die Eltern? Wer hat
das Raumschiff gebaut, mit dem Morkhero in der Lage ist, dem
technischen Wunderwerk LEIF ERIKSSON zu entkommen?
Die Arkoniden werden das nicht sein. Sie würden sich die Chance
nicht entgehen lassen, diese Technik für ihre eigenen Schiffe zu
verwenden, um Terra damit brutal und aggressiv in die Knie zu
zwingen. Diese etwas diffizilere Strategie paßt im Moment nicht
zu ihnen.
Also wird uns der Hintergrund wohl noch eine Weile beschäftigen.
Morkhero ist erst einmal von der Bildfläche verschwunden, leckt
seine Wunden, sinnt auf Rache und ist dabei, erwachsen zu werden.
Aber mal ganz ehrlich: Was kann gefährlicher sein als ein
verletztes und wütendes Kind? (* Kommt auf die Kräfte
des Kindes bzw. seiner Eltern an... will sagen: NOCH
gefährlicher ist allerhöchstens seine Mutter. >:-)))
Heike) Ich gehe mal davon aus, daß der Balg Mr. Rhodan noch
einiges an Kummer bereiten wird. (* Und das, wo der doch schon mit
seinen eigenen Bälgern genug Kummer... ääähhh...
;-) Heike) Schließlich bin ich aber immer noch
überzeugt, daß Morkhero am Ende von den Monochrom-Mutanten
zur Strecke gebracht werden wird. Frei nach dem Motto: Kinder gegen
Kinder. (* Waaas? Nicht: "Einer für alle - alle gegen Einen?"
Ist, glaube ich, der Leitsatz der Daltons gegen Lucky Luke... ;-)
Heike)
Was bleibt auf Morbienne III zurück? In meinen Augen eine Susan
Schwartz, die endlich mal wieder an ein Volk geraten ist, mit dem sie
sich so richtig austoben konnte. Das heißt, eigentlich war es
ja nur einer. Aber ich fand gerade die Ebene um Bré Tsinga und
Kellmi am durchdachtesten und gelungensten geschrieben. Offen und
ehrlich geht Bré mit dem Kraverker um (mal davon abgesehen,
daß sie ihm verschweigt, daß sie eine Frau ist; aber ich
denke, das ist in Bezug auf die unterschiedliche biologische
Entwicklung der beiden Völker durchaus verständlich).
Bré versucht auf recht geniale Weise, dem kleinen Kellmi ein
paar Dinge über das Universum beizubringen, ohne ihn zu
überlasten, und es ist kein Wunder, daß dieser am liebsten
gleich die ganze Technik der Terraner für sich requirieren
möchte. Bré muß ihm hier klarmachen, daß dies
einfach nicht funktionieren würde. Auf dieser Ebene sind die
beiden einander so fremden Charaktere extrem nachvollziehbar und in
sich passend geschildert. Und generell wirkt der Roman im
großen und ganzen sehr engagiert geschrieben. Zwar läuft
alles doch recht direkt ab, aber immer wieder gibt es kleine
Schlenker in der Handlung oder geschickt eingefügte
Absätze, die ein wenig ablenken oder Spannung erzeugen
sollen.
Abschließend will ich noch die Bemerkung einfließen
lassen, daß bestimmt einige unverbesserliche Machos gerade an
den Kraverkern ihre Freude gehabt haben werden. Man bedenke nur: Die
Frauen sind dumm und sorgen für Essen und Nachwuchs... (* Ich
fürchte, Du hast recht. Du könntest ja mal eine Umfrage
starten, wieviele xy-Chromosomenträger es gibt, die davon
überzeugt sind, daß weibliche Wesen nicht nur freudig
putzen, kochen und Kinder kriegen, sondern was anderes gar nicht erst
können... Du wärst mit Sicherheit über das Ergebnis
erschüttert. Heike)
Fazit:
Endlich mal ein Roman, der nicht mit großer Technik zu
überzeugen versucht, sondern vielmehr durch seine Charaktere.
Die Handlung war zwar nicht umwerfend, aber wenigstens recht
überzeugend geschrieben.
11 Punkte
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Endlich einmal wieder kann Susan Schwartz ihre
Stärken voll ausspielen, gelingt ihr ein gut zu
lesender und schön charakterisierter Roman. Man merkt
deutlich, daß ihr vor allem das Zusammenspiel zwischen
dem Kraverker Kellmi und Bré Tsinga sehr gut gelegen
hat, denn hier läuft der Roman zur Höchstform auf.
Susan Schwartz schildert hier auf einfühlsame Weise das
Zusammentreffen zweier Kulturen, wie sie unterschiedlicher
nicht sein könnten - den Terranern auf der einen und
den frühkulturellen Kraverkern auf der anderen
Seite.
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Hier findet dann das statt, was im letzten Roman
eigentlich vorbereitet werden sollte. Die Terraner landen
auf dem Planeten und jagen den Seelenquell. Susan Schwartz
ist bemüht, eine saubere Handlung aufzubauen, und es
gelingt ihr auch recht ordentlich. Die Autorin
präsentiert einen recht achtbaren Band, wobei jedoch
die erwartete "Action" fast völlig ausbleibt. Da ist
man gelandet und schaut sich halt um. |