Professor Zamorra

Band 672: "Schwingen des Todes"

Stygia nimmt in einem Hotel Kontakt mit Rico Calderone auf, doch der will mit der Höllenfürstin nichts mehr zu tun haben. Diese will mit Calderone zusammenarbeiten, um gegen den neuen Ministerpräsidenten, Astardis, vorgehen zu können. Dieser hat sich nämlich auf ganz spezielle Art und Weise vorgenommen, ihr klarzumachen, wer das Kommando in der Hölle hat. Stygia droht Calderone, ihn auf einem Felsen in einem fremden Ozean verrotten zu lassen, wenn er nicht mit ihr zusammenarbeitet. Er stimmt zu.
Die Neubesetzung des Postens des obersten Dämons erfährt auch Zamorra von Asmodis, der den Dämonenjäger um Hilfe bittet.
Da Robert Tendyke, der Sohn des Teufels, seit der Expedition in die Antarktis verschwunden ist, will Assi wissen, was seinem Sohn zugestoßen ist.
Da ein Amulett nicht ausreicht, um den Kraftakt zu bewältigen, will Asmodis neben seinem fünften Stern und Zamorras siebtem Cascals sechsten benutzen.
In Baton Rouge angekommen, stoßen die beiden in Cascals Wohnung auf Angelique, die den Vampirkeim Tan Moranos in sich trägt und bei Asmodis überraschtem Auftauchen ihre Zähne in seinen Hals schlägt, was ihn rasend macht.
Angelique flieht aus der Wohnung, und die beiden setzen ihr hinterher.
Ebenfalls in Baton Rouge kommt Calderone an, wo er gleich beschließt, die Gelegenheit zu nutzen und Cascal zu töten. Als ein Mann aus Yves' Haus tritt und er die Aura eines Sterns spürt, schießt Calderone auf ihn, wobei es sich jedoch um Zamorra handelt, der sich auf die Suche nach Angelique machen wollte.
Die Schüsse werden auch von Angelique gehört, die zurückkehrt, sich Calderone nähert und ihm einen Schlag verpaßt, da sie in ihm einen Feind ihres Bruders zu sehen glaubt. Trotz der Tatsache, daß sie bereits vampirische Fähigkeiten entwickelt, ist sie noch zum Teil menschlich.
Amos beschließt derweil, die Sache ein wenig voranzutreiben und teleportiert Zamorra unmittelbar hinter Calderone, wobei er Zamorra bei ihrem Auftauchen einen Stoß versetzt, was zur Folge hat, daß sich ein Schuß aus dessen Waffe löst, welcher Angelique trifft.
Asmodis benutzt Angelique als magisches Fanal; er pflanzt einen Hilferuf an Yves in ihr ein, der den Schatten erreichen und ihn zu ihr locken soll.
Calderone erwacht schon bald aus seiner Ohnmacht. Mit seinen neuen dämonischen Kräften bekommt er einige Schaulustige unter seine Kontrolle, die auf Zamorra losgehen wollen. Als dieser mit Angelique in deren Wohnung verschwindet, lassen sie jedoch von ihm ab - Calderone nutzt die Situation und verschwindet.
Stygia traut ihrem neuen Verbündeten nicht und schwebt über Baton Rouge. Sie fängt das von Angelique ausgehende Signal auch auf, das aufgrund seiner Stärke das Leben der neuen Vampirin bedroht.
Eben dieses Signal fängt auch Cascal auf, der sich nicht in der Stadt befindet. Asmodis ortet Cascal und teleportiert ihn in ihre Wohung.
Yves stimmt nach heftigen Debatten zu, Asmodis und Zamorra mit dem Amulett zu helfen. Im Gegenzug sagen die beiden ihm Hilfe bei der Lösung von Angeliques Problem zu.
Zunächst geht es mit den Regenbogenblumen im Hinterhof der Cascals in die Vergangenheit nach Südamerika, nach Paramibo in Surinam. Von dort in die Antarktis in die Nähe des Camps.
Zamorra forscht in der Vergangenheit nach, und auch Asmodis schaltet sich ein.
Kurz bevor sie es mit den Eiszombies zu tun bekommen können, setzen sie sich wieder ab.
In Baton Rouge teilt Asmodis den beiden mit, daß er jetzt davon ausgeht, daß Robert Tendyke tot sei, weil er nicht durch das Tor nach Avalon gegangen wäre.
Asmodis will sich absetzen, doch Yves richtet zum wiederholten Male seine Waffe gegen ihn. Jetzt reicht es Zamorra endgültig, er stellt sich zwischen die beiden Streithähne und gibt somit Asmodis die Möglichkeit zu verschwinden. Dabei fließen zwei Tränen aus Asmodis' Augen, die Zamorra auffängt.
Stygia hat sich derweil Angelique angenommen, die in ihr die Lebensretterin sieht. Als Dank soll Angelique ihr einen Gefallen tun, was sie dann auch macht.
Sie beißt Rico Calderone und macht ihn somit zum Vampir, nachdem Stygia sie in dessen Nähe teleportiert hat. Somit hat die Fürstin jetzt durch Angelique Kontrolle über Calderone...

Objektiv sicher nicht schlecht. Der Autor spielt mit verschiedenen Möglichkeiten. Subjektiv hat die Sache zwei Haken: Robert Tendyke ist m.E. nie und nimmer tot. Infolgedessen ist höchstens die Tatsache, daß Asmodis "menschliche" Züge zeigt (ob er und Merlin, ausgestattet mit der "Alten Macht" (oder war's "Kraft"?) Menschen, Dämonen oder was ganz anderes sind) interessant.
Und da mich die Figuren Calderone und Angelique nie sonderlich interessierten, kann ich auch nicht großartig mitzittern ob deren jetzigen Zustand.
Befriedigend

Guido Latz

Soso, Stygia breitet ihre Schwingen also wieder ein wenig weiter aus, und es gelingt ihr, auch Rico Calderone wieder an die Leine zu nehmen, derweil Angelique nun wohl zur Vampirin geworden ist.
Interessante Dinge tun sich da auf im Zamorra-Universum. Der Höllenmachtkampf scheint bei weitem noch nicht entschieden zu sein - und wer letztendlich daraus als Sieger hervorgehen wird (vielleicht auch wieder nur temporär), ist zumindest zu Zeit noch ziemlich offen.
Werner K. Giesa beschreibt die Geschehnisse dieses Romans durchaus gekonnt und auch ein wenig atmosphärisch, obwohl mir das wirklich mitreißende Moment hier einfach ein wenig fehlte. Gut, die Story ist soweit in Ordnung, die Charaktere entwickeln schon irgendwie interessante Züge, die Handlung verläuft nicht gerade unspannend. Doch die wirkliche Atmosphäre kommt dann doch ein wenig kurz in diesem Heft. Was allerdings auch durchaus daran liegen könnte, daß ich mit den handelnden Personen noch nicht so ganz warm geworden bin (zumindest was die hier auftretenden Nebenfiguren angeht - Zamorra und die übliche Crew kann man schließlich nicht übersehen... <g>).
Ansonsten scheint es die Kämpfer wider die dämonischen Kreaturen zur Zeit ziemlich durcheinanderzuwirbeln. Nicht schlecht jedenfalls, was sich hier abzeichnet. Zur Zeit kann man sich wohl nicht mehr sicher sein, wer nach dem nächsten Roman noch auf welcher Seite steht (naja, okay, zumindest bei einer gewissen Anzahl der Protagonisten - oder erwartet wirklich jemand Zamorra auf der anderen Seite? Obwohl, das wär's ja eigentlich auch mal... ähöm... <g>)
"Schwingen des Todes" erweist sich jedenfalls als durchaus guter und interessanter, gut zu lesender Roman, der die Langeweile zu vertreiben in der Lage ist, jedoch atmosphärisch noch ein wenig zulegen könnte. Das wirkliche Mitfiebern mit den Charakteren ist jedenfalls nicht so richtig gegeben. Einzig und allein Asmodis macht hier vielleicht noch eine Ausnahme, wenn er auch erst gegen Ende so wirklich "menschlich" wird. Allerdings besteht hier durchaus noch die Frage, wie denn dies nun möglich ist. Und daß Rob Tendyke wirklich das Zeitliche gesegnet hat, mag ich im Gegensatz zu ihm auch nicht so ganz glauben. Oder ist dies vielleicht nur ein Asmodischer Trick, um Zamorra auf eine falsche Fährte zu führen...

Fazit:
Durchaus gute Unterhaltung, der jedoch der letzte Kick fehlt. An manchen Stellen bleiben die Charaktere sicherlich ein wenig zu farblos, als daß man wirklich mit ihnen mitfiebern könnte. Dennoch gute Unterhaltung.
11 Punkte.

Winfried Brand

home...