Peter F. Hamilton:

"Fehlfunktion"

(Der Armageddon-Zyklus - Band 2)
OT: The Reality Disfunction, Part 2
Ü: Axel Merz
USA 1996
(846 Seiten, Taschenbuch, Bastei Lübbe 23222, ISBN3-404-23222-4, DM 18,90)
- erschienen: März 2000 -

In der Galaxis wächst die Unsicherheit, denn lange Jahre wurde der Edenit Laton als Staatsfeind Nr. 1 betrachtet, von dem jeder hoffte, daß er tot sei. Doch nun ist er wieder aufgetaucht - mit einer Warnung vor einer großen Gefahr.
Eine Art Seuche breitet sich auf dem Planeten Lolande aus, und den "Erkrankten" ist es auch bereits gelungen, sich unbemerkt aus dem System zu schleichen, um die Galaxis zu unterwandern, denn ihr Ziel ist kein geringes.
Die Navy der Föderation versucht zu reagieren; und so findet sich der unabhängige Händler Joshua Calvert inmitten eines Krieges, der ihn und seine Freunde tiefer in das Chaos zieht, als ihm lieb ist.
Während über Lolande also um das Leben der Galaxis gekämpft wird, arbeiten die Forscher auf Tranquillity weiter am Geheimnis der vor langer Zeit ausgestorbenen Laymil; und die Ergebnisse, die sie ans Licht bringen, machen niemanden so richtig glücklich - ist die Wahrheit doch schlimmer als alles, was man sich bisher vorgestellt hat.
Zu allem Überfluß entwickeln sich auch ein paar andere "Altlasten" des Habitats selbstständiger, als der Galaxis lieb sein kann...

Da geht er hin - und der nächste ist noch nicht in Sicht. Man merkt wohl, daß die folgenden Zeilen recht euphorisch werden. Aber das hat Hamilton bisher auch wirklich verdient.
Brauchte er den ersten Teil noch hauptsächlich dafür, eine Vielzahl von unterschiedlichsten Charakteren und seine diversen Ebenen vorzustellen, so hat er nun den Raum, um seine eigentliche Handlung aufzubauen. Er teilt den Lesern dann auch recht schnell mit, worum es eigentlich zu gehen scheint, und in diesem Moment kommt die Frage auf: "Wie will er das eigentlich noch so lange durchhalten?" Aber die Devise des Autors war offensichtlich "nicht kleckern, sondern klotzen", und so legt er bald noch einen drauf, denn schließlich war im Klappentext von einer Gefahr die Rede, die die Galaxis erschüttern wird. Und dabei handelt es sich auf gar keinen Fall um etwas, was so nebenher gesagt wurde.
Hamilton geht aber keinesfalls über der sich nun entwickelnden Handlung das Gespür für seine Charaktere verloren. Immer wieder tauchen neue auf, die sich alle auf unterschiedlichstem Niveau befinden: von der kleinen, etwas hinterwäldlerisch naiven Adeligen über Draufgänger zum bis zur Unkenntlichkeit vercyberten Söldner mit Herz für Tiere.
Generell kann man sagen, daß der Vorgängerband nur der leise Einstieg in eine Geschichte war, die nun wirklich grandiose Züge annimmt. Bis jetzt haben wir also eine komplexe, gute Geschichte, angefüllt mit vielen unterschiedlichen Charakteren. Hinzu kommt noch, daß die Angelegenheit auch noch richtig spannend wird. Zudem werden immer wieder Rätsel aufgelöst und ständig neue eingebracht, wodurch der Leser kontinuierlich am Ball gehalten wird.

Fazit:
Science Fiction at its best! Eine tolle Geschichte, die spannend und fesselnd erzählt wird! Absolute Empfehlung für Freunde von dicken Büchern!!!! Leute, die lieber kurze, knappe Sachen lesen, sollten aber eher die Finger davon lassen.
14 Punkte

Alexander Haas


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