(Das Volk der Nacht - Band 4)
D 2000
(344 Seiten, Hardcover im Leineneinband, Zaubermond, ISBN
3-931407-26-8, DM 29,80)
- erschienen: März 2000 -
Zum
Inhalt:
Robert Craven schickt Randolph zu Sir Philip Arthur Gorman, dem
königlichen Berater des Buckingham Palace, um diesen zu einer
Unterredung zu bitten, da er erschreckende Anzeichen in England und
auch der restlichen Welt zu erkennen glaubt. Doch Gorman steht
bereits unter dem Einfluß der neuen Vampire, und so wird
Randolph festgesetzt, da man mehr über die Fähigkeiten des
Hexers erfahren möchte, um ihn besser einschätzen zu
können.
Monate später sieht Rahel als neue Päpstin die Zeit
gekommen, die überlebenden Kardinäle nun endlich aus dieser
Welt zu schaffen.
Lilith kehrt unterdessen in ihre Zeit zurück und muß
feststellen, daß sie anstelle von Jesus seinen Zwilling Jadon
mit zurückgebracht hat. Dieser entpuppt sich als Kelchkind,
behauptet aber, die gleichen Erlöserkräfte wie sein Bruder
zu haben. Doch Lilith geht auf keinen Handel ein, und so macht sich
Jadon von dannen.
Doch auch mit ihrem Haus bekommt Lilith Probleme, denn dieses will
sie nicht mehr anerkennen, da sie in ihrer Aufgabe versagt hat. Doch
sie kann entkommen und tritt in eine Welt hinaus, die sie sich in
ihren schlimmsten Alpträumen nicht hätte vorstellen
können. Australien liegt in permanenter Dunkelheit. Hier
herrscht Anarchie, die von den wenigen Übriggebliebenen der
Sydneyer Polizei ebensowenig erfolgreich bekämpft werden kann
wie von den Streitkräften der "Welt außerhalb", die nach
Australien gesandt wurden...
Nun also liegt endlich der vierte "Volk der Nacht"-Band vor dem
Leser. Angesichts des Cliffhangers von Band 2 und des eingeschobenen
Nona-Bandes war eine recht lange Wartezeit zu verbringen, bis der
Leser nun endlich die Story weiterverfolgen kann.
Doch die Wartezeit hat sich sicherlich gelohnt. "Dunkle Himmel"
zeichnet sich durch eine gute Story aus, die allerdings leider schon
wieder in einem Cliffhanger endet, wenn dieser auch nicht so heftig
erscheint wie bei Band 2. Vielleicht sollte man sich so langsam
einmal überlegen, hier ein paar kleinere Handlungsfäden
auch wieder abzuschließen - immerhin ist dies keine
Heftromanreihe; und wenn jetzt 50 Bücher mit einem Zyklus
gefüllt werden, dauert das mal so eben locker 12,5 Jahre (wenn
die Vorgabe "4 Bücher pro Jahr" eingehalten wird - und immerhin
sind ja auch noch die Nona-Bände integriert; rechnen wir also
mal mindestens 15 Jahre), was auch für den geduldigsten Leser
bei weitem zu lange dauern dürfte... Und dabei waren die alten
Romane noch in Unterzyklen unterteilt (Wo sind die eigentlich
hingekommen? Oder gibt es jetzt 10 Bücher zu diesem Thema? Auch
ein bißchen lang im Vergleich mit 20 Wochen...).
Aber zurück zum eigentlichen Roman. Dieser beginnt mit der sehr
lang geratenen Hexer-Passage ganz hervorragend - sowas macht doch
wirklich Spaß zu lesen (Stammt diese jetzt eigentlich von
Weinland oder Stahl - oder vielleicht gar von Monster-Mike himself,
der ja auch zur seligen Hexer-Serie dreieinhalb Romane beisteuerte?
Egal - gut war sie jedenfalls!), vor allem, da sich hier der rote
Faden stark entwickelt, was leider für den weiteren Verlauf des
Romans nicht so ganz gilt. Nicht, daß dieser jetzt schlecht
wäre, aber der Leser erhält den Eindruck, daß hier
doch reichlich viel Füllhandlung vorhanden ist. Vor allem die
Szenen um Roscoe wirken hier eher ein wenig als Spannungsbremse.
Solches geht zwar recht gut in Heftromanen, ist jedoch in einem
Hardcover von bestenfalls mittlerem Umfang vielleicht nicht ganz so
angebracht, da hier die Handlung kaum noch vorankommt. Und auch in
den Sydneyer Szenen um Chad Halloway bleibt dieser Eindruck bestehen.
Von Jadon ist in diesem Buch dann auch nicht besonders viel zu lesen
- und auch die allgemeine Entwicklung der neuen Vampire verläuft
eher schleppend. An vielen Stellen ist der rote Faden dann doch arg
schlaff gespannt und kommt nicht so richtig zur Geltung. Trotz der
Tatsache, daß sich dieser Roman insgesamt sehr flott und
unterhaltsam liest, ist dies dann doch ein kleiner Wermutstropfen, da
keines der Rätsel, die im letzten Roman aufgeworfen wurden, hier
auch nur ansatzweise gelöst wird. Ein bißchen was in
dieser Richtung zu verraten würde die Spannung des Lesers
sicherlich weiter anheizen, doch so reitet man auf den gleichen
Rätseln weiter, die man schon vor einem halben Jahr aufgebracht
hat - und der Leser muß weitere drei Monate auf den
nächsten Roman warten (bei dem es der Vorschau nach zu
befürchten steht, daß auch hier die aufgeworfenen
großen Fragen noch nicht beantwortet werden - aber dies ist
reine Vermutung...). Ein kleiner Ausflug in die Physik verdeutlicht
das Bild vielleicht: Wenn man einen Bogen zu stark spannt, bricht er
irgendwann. Und das wollen wir ja nun alle nicht, oder?
Nichtsdestotrotz bleibt "Dunkle Himmel" ein wirklich guter Roman, der
viele interessante Szenen aufzuweisen hat, gut zu lesen und
interessant ist. Stilistisch kann man den beiden Autoren sicherlich
keinen Vorwurf machen, denn beide verstehen ihr Handwerk in dieser
Hinsicht sehr gut. Vor allem die Szenen, die den roten Faden ein
Stück vorwärtsbewegen, sind wirklich hervorragend gelungen
und wirklich spannend. Schade nur, daß es zwischendurch auch
immer wieder den einen oder anderen Hänger gibt.
Fazit:
"Dunkle Himmel" kann nicht ganz an seinen inhaltlichen Vorgänger
"Die achte Plage" heranreichen. Stilistisch sicher führen die
Autoren die Geschichte fort, beginnen jedoch, den Spannungsbogen beim
Leser zu überlasten. Hinzu kommen einige Szenen, die mehr
Füllcharakter haben, was angesichts der vorhergehenden Bemerkung
ein wenig ärgerlich wirkt und den Roman etwas nach unten
zieht.
11 Punkte.
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Nachdem "Erbin des Fluches" den aktuellen Handlungsfaden
unterbrochen hatte, beginnt "Dunkle Himmel" dort, wo "Die
achte Plage" endete. |
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Wer auf Kritik allergisch reagiert, sollte bitte nicht
weiterlesen. |