Übersetzung: Junko Iwamoto-Seebeck und
Jürgen Seebeck
(Carlsen, 144 Seiten, Taschenbuchformat, DM 12,00)
- erschienen: März 2000 -
Ein
schwer verwundetes, riesiges Wildschwein greift die Bewohner eines
abseits gelegenen Dorfes an. Der junge Ashitaka stellt sich der
Bestie entgegen und kann sie töten, trägt jedoch eine
schwere Verletzung am Arm davon, die sich in das Fleisch zu fressen
beginnt.
Hilfe glaubt er im Westen zu finden, denn in dem Tier findet man eine
Kugel, die den Eber wohl schwer verwundet haben mußte und die
Raserei ausgelöst hatte.
Auf seiner Reise muß Ashitaka feststellen, daß der
Zustand seines Arms sich einerseits oberflächlich immer weiter
verschlechtert; andererseits weist der Arm gesteigerte Kräfte
auf.
Er rettet Menschen vor Samurai, trifft auf ein Mädchen, das mit
riesigen weißen Wölfen zusammenlebt, und stößt
dann auf ein Dorf, in dem Madame Eboshi den Ton angibt. Sie hat den
Eber mit einer neuartigen Waffe, einem zugleich
durchschlagkräftigen wie leichten Gewehr, verletzt. Neben ihrem
Faible für Waffen betreiben sie und ihre Leute Raubbau an der
Natur. Sie wollen den Lebensraum der weißen Wölfe
erobern.
"Prinzessin Mononoke" soll (man verzeihe mir, wenn ich was Falsches
schreibe, ich bin kein Manga-Fan!) ein abendfüllender Kinofilm
sein; Carlsen bringt den Comic dazu in 4 Teilen. Wie es sich für
einen Manga gehört, muß man ihn von hinten nach vorne, von
rechts nach links lesen.
Hätte ich den Band nicht bei einem Gewinnspiel gewonnen -
gekauft hätte ich ihn mir sicher nicht.
Und Lust auf "mehr" - in Bezug auf die Comic-Variante - hat Band 1
auch nicht gerade gemacht. Die drei weiteren Bände kosten
zusammen immerhin stolze 36 DM. Wie sich die Kids heute all die
Comics leisten können, ist mir echt ein Rätsel. Früher
kam ein Comic zum Film in einem Band heraus.
Für mich sehen die Figuren in Mangas alles gleich aus. (*
Bestimmt nicht nur für Dich... Heike) Bei "Prinzessin
Mononoke" haben wohl die gleichen Zeichner den Pinsel geschwungen wie
bei "Heidi", "Captain Future" und "Pinocchio". Das ist nicht
abwertend gemeint. Für mich sieht das eben so aus. (* Es
müssen deswegen aber noch lange nicht tatsächlich die
gleichen gewesen sein. Das ist eben ein in Japan sehr verbreiteter
Zeichenstil - und es gibt sogar in anderen Gegenden der Welt viele
Menschen, die einen solchen Zeichenstil mögen und sich diesen
gar selbst angeeignet haben. Mir persönlich gefällt er
allerdings auch nicht besonders. Heike)
Offenbar hat man die Bilder für den Comic aus dem Film genommen
(klar), "Standbilder" gewissermaßen. Und die Zeichnungen (mal
von den Figuren abgesehen...) könnten im Film auf der
großen Leinwand dann doch mehr als ordentlich
rüberkommen.
Also werde ich mir die restlichen Comic-Ausgaben im wahrsten Sinne
des Wortes sparen und abwarten, wie die ersten Reaktionen zu dem Film
sein werden.
Befriedigend
Guido Latz