Akellm da
Premban spielt den reichen Adeligen, der erfolgreich an einer der
wichtigsten arkonidischen Shows teilnimmt, die im gesamten
Kristallimperium ausgestrahlt werden. Unter dieser Identität ist
er Sternvogel, der meistgesuchte "ausländische" Agent, der sich
auf Arkon aufhält. Sein Brötchengeber: die neue USO.
Auf Arkon selbst unterhält er eine Agentur, hinter der sich sein
Einsatzteam versteckt. Einsatzziel auf Arkon: das
Golkana-Gefängnis, in dem ein prominenter ausländischer
Gefangener stecken soll. Was liegt näher, als dort Reginald Bull
zu vermuten?
Akellm da Premban versucht nun, an die Leiterin des
Gefängnisses, Endra da Kimbarley, heranzukommen. Diese ist
äußerst attraktiv, hat aber einen angeblich sehr
eifersüchtigen Ehemann. Ansonsten lebt sie zumeist einsam in
einer luxuriösen Wohnung in dem großen Gefängnis.
Nachdem Akellm aus einem Teil der Show siegreich hervorgeht, gelingt
es ihm, auf einem Ball die Bekanntschaft der Lady zu machen. Seine
Aufgabe wird sehr dadurch erleichtert, daß sein Herz beim
Anblick der adeligen Arkonidin ganz weich wird. Aber auch sie kann
sich nicht lange beherrschen, und so scheinen die beiden wie
füreinander geschaffen zu sein. Schnell lädt sie ihn auch
ein, sie in ihrer abgeschiedenen Bleibe zu besuchen.
Zuvor muß er sich aber noch um die letzte Prüfung der Show
kümmern, ein großes Rennen, für das er und sein Team
zunächst einmal einen Wagen brauchen. Zum Glück hat Akellm
einen Stellvertreter, der ihm ähnlich sieht, und so kann er sich
bei dem einen oder anderen Anlaß doubeln lassen.
Dann aber geht es ab ins Liebesnest zu Endra, und schnell haben die
beiden entdeckt, daß in ihnen die Flamme der Leidenschaft
lodert. Und doch steckt in Akellm auch noch immer Sternvogel. So
gelingt es ihm, die eine oder andere Information über das
Gefängnis zu erhalten. Zwar schafft er es nicht, an Bull
heranzukommen, aber sein Team bekommt dennoch eine ganze Menge zum
Analysieren.
Aber die werte Endra da Kimbarley ist auch nicht ganz ohne. Kurz vor
dem großen Rennen entdeckt sie, daß Akellm an ihren
Computern herumgespielt und sie anscheinend nur benutzt hat. Sie
reagiert ihrem Stand als altarkonidischer Adel angemessen: Sie heuert
einen Killer an, der Akellm während des Rennens erledigen soll.
Leider nimmt dieser aber gar nicht teil, sondern schickt sein Double,
das nun am Ende spektakulär ins Gras beißen muß.
Während des Rennens hat Sternvogel nämlich noch einen
Besuch in Madames abgeschiedener Wohnung vor. Hier durchforstet er
die Computer nach Spuren, nachdem er einen harten und blutigen Kampf
mit Endras "Schoßkatze" hinter sich gebracht hat.
Danach schleppt er sich wieder zu seinem Team, das in Gedenken an den
toten Kameraden reichlich deprimiert von dannen zieht.
So, das war also der lang angekündigte "Gastauftritt" von Hans
Kneifel. Daß es sich dabei um einen Arkon-Roman gehandelt hat,
dürfte niemanden überraschen; daß der Inhalt recht
abgeschlossen innerhalb des Zyklus steht, war wohl auch ziemlich
klar. Aber das war bei einem Gastroman auch nicht anders zu erwarten,
und es ist ja auch keinesfalls ein negatives Qualitätsmerkmal.
Die Essenz dürfte sein, daß aufgrund Sternvogels Daten nun
endlich eine Aktion losgehen kann, die Bull aus seiner
augenblicklichen Zwangslage befreien soll. Zwar hat man noch keine
wirkliche Ahnung, was dann da genau passieren wird, aber das ist
jetzt wohl auch noch nicht wichtig. Auf diese Weise hat sich der
Roman also gut und passend in die Handlung eingefügt.
Inhalt war - einmal mehr - das Agentenmilieu, nur daß diesmal
die Arkoniden dran waren, nachdem sie ja bisher demonstrieren
durften, wie man sich am besten vor der gesamten galaktischen
Öffentlichkeit so richtig schön lächerlich macht.
Hans Kneifel präsentiert uns einen durchweg recht schnellen
Roman, mit Action, Intrige und Liebe, also das volle Agentenpaket; in
meinen Augen routiniert geschrieben und flüssig und recht
spannend zu lesen.
Dennoch gibt es aber ein paar Punkte, die mir dann doch ein wenig
aufgestoßen sind. Ich gebe ja zu, daß man in einem Perry
Rhodan Band nicht gerade einen gigantisch großen
Agenten-Thriller plazieren kann; und doch ging mir das "Verlieben"
zwischen Endra und Akellm ein wenig schnell. Wenn ich das richtig
verstanden habe, dann sind sie sich noch nie in ihrem Leben begegnet
und kennen sich nur von Bildern und Aufzeichnungen. Und doch brauchen
sie nur ein paar Minuten, um zu erkennen, daß auch das
Gegenüber sich unsterblich in den anderen verliebt hat. Zudem
frage ich mich, wo denn hier ein eifersüchtiger Ehemann zu
spüren gewesen sein soll? Der taucht erstmal so gut wie gar
nicht auf, läßt seine extrem attraktive Frau wochenlang
allein und läßt sich dann mit einem Satz abspeisen, als er
dann doch einmal nachfragt. Zeigt sich Eifersucht aber nicht gerade
durch einen Mangel an Vertrauen? Das konnte ich dann doch eher
weniger nachvollziehen.
Aber allgemein bleiben die Charakterisierungen doch eher etwas am
Rande. Das liegt vermutlich daran, daß einfach nicht der Raum
da ist, denn bei der ganzen Handlung muß zwangsläufig
etwas unter den Tisch fallen. Vielleicht hätte man ein wenig
beim Rennen sparen können.
Zwar tauchen hin und wieder ein paar Züge der Mehrseitigkeit
auf, z.B. bei Sternvogel, der zwischen seinem Auftrag und seiner
Liebe ein wenig hin- und hergerissen ist. Doch macht er sich
ständig Gedanken über die Unversehrtheit seines Teams, und
die anderen Sachen treten eher in den Hintergrund. Im Zusammenhang
mit den Charakteren fand ich Endras Reaktion auf Akellms "Verrat"
aber sehr spaßig, und ihre Reaktion war ganz so, wie ich sie
von einer Vertreterin ihrer Position erwartet hätte.
Fazit:
Ein netter Roman, der gut zu lesen ist, aber doch nicht ganz zu
überzeugen vermag. Vieles ist nur im Ansatz vorhanden, und so
bleibt ein eher durchschnittlicher Eindruck.
8 Punkte
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Das war also nun der langerwartete Gastroman Han(n)s
Kneifels, der nach rund 17 Jahren Abstinenz noch einmal
zugeschlagen hat.
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Es sieht so aus, als würden der Serie die
Gastautoren bekommen. |