(2. Roman der Schattenlied-Trilogie)
OT: The Burning Ground: Shadowsong #2
Ü: Walter Brumm
USA 1995
(352 Seiten, Taschenbuch, Heyne 06/9065, ISBN 3-453-16226-9, DM
14,90)
- erschienen: März 2000 -
Aus den
Sunflower Laboratories ist ein Desintegrator gestohlen worden - ein
Gerät, das Löcher in Energiefeldern erzeugen kann. Offenbar
kann sich der Dieb wie ein Chamäleon in mehrere Gestalten
verwandeln. Shadit, die mittlerweile ihren Arbeitgeber gewechselt
hat, erhält den Auftrag, den Desintegrator
zurückzubringen.
Ihre Spur führt sie bald auf den Planeten Ambela. Dort
kämpfen die Imprix gegen die Pixa, ein Krieg, der von den Ptak
als Touristenbelustigung inszeniert worden ist. Während Shadit
auf der Suche nach der Diebin Yseyl ist, kämpft Thann zusammen
mit dem Mädchen Isahoe um ihr Leben - ihr Ziel ist die heilige
Stadt Linojin, die bisher neutral im Krieg geblieben ist. Auch eine
Gruppe Imprix befindet sich auf dem Weg dorthin.
Währenddessen erfährt Shadit, das die Ptak - um den Krieg
mehr Würze zu geben - die Stadt Linojin in den Kampf
hineinziehen wollen. Kann Shadit diese Anschläge verhindern und
gleichzeitig den Desintegrator finden?
Der zweite Roman der Trilogie ist besser als der erste Band. Wenn
auch nicht bei weitem oder um Klassen, aber er ist durchaus
gelungener als der erste Roman.
Im ersten Drittel des Romans beschreibt Clayton den Krieg aus der
Sicht der Flüchtlinge. An und für sich eine
großartige Gelegenheit, in die Situation auf dem Planeten
einzusteigen. Leider verzettelt sich Clayton hier ein wenig. Ich als
Leser hatte Schwierigkeiten, den Perspektivenwechsel zwischen den
Flüchtlingen mitzumachen. Und obwohl man ahnt, daß die
Handlungen irgendwie zusammenhängen, werden einem diese
Zusammenhänge nicht so ganz klar.
Die Flüchtlinge bleiben zudem trotz ihrer Schicksale
schemenhafte Figuren. Dies ändert sich leider erst gegen Ende
des Romans, wenn Clayton die drei Handlungsstränge des Buches
zusammenführt. Bis dahin jedoch bleibt alles irgendwie
verschwommen und farblos.
Vielleicht liegt das auch daran, daß Clayton zwar die
Beweggründe ihrer Personen bis ins Kleinste darlegt, und der
Verstand des Lesers kann dies auch nachvollziehen. Leider nur der
Verstand, nicht das Herz.
Positiv überrascht hat mich die Charakterisierung von Shadit.
Blieb sie im ersten Roman doch etwas blaß und leblos, hat sie
in diesem Roman an Farbe und Lebendigkeit gewonnen. Ihre
Beweggründe und Reaktionen sind nachvollziehbarer, und endlich
hat man das Gefühl, einer wirklich greifbaren Person
gegenüberzusitzen.
Im Gegensatz zum konfusen ersten Drittel des Romans sind die letzten
Drittel spannend und fesselnd. Es macht Spaß, Shadit in Aktion
zu erleben, und das Finale ist zwar keine Überraschung, rundet
aber den Roman perfekt ab.
Fazit:
Wer das erste Drittel des Romans überstanden hat, den erwartet
eine durchaus unterhaltsame Geschichte.
11 Punkte