Professor Zamorra

Band 674: "Der Wald des Teufels"

In einem Wald nahe Berlin verschwinden seit Jahrhunderten Menschen. Nachdem es einige Zeit ruhig war, dann aber drei kleine Kinder auf einmal verschwinden, alarmiert Ludmilla Yanakowa, eine alte Russin, Boris Saranow. Dieser wiederum informiert Zamorra und Nicole, die in den Spreewald fahren, um dort die Ermittlungen aufzunehmen.
Dort werden sie Zeuge, wie ein Waldarbeiter als mutmaßlicher Täter vorläufig festgenommen wird und wie ein leitender Polzeibeamter ziemlich grob mit dem geistig Behinderten umspringt.
Kurz darauf verschwindet Nicole spurlos. Oder besser: Sie wird von dem im Wald lebenden Naturgeist in dessen Existenz-Ebene entführt. Allerdings klappt es nicht so ganz, denn Nicole ist bewegungsfähig, sieht und hört alles, kann jedoch keinen Kontakt mit Zamorra aufnehmen. Für den ist sie unsichtbar...
Im Dorf paktieren gleich zwei Männer mit dem Teufel. Oder besser gesagt mit dem Unterteufel Cyarxon: der Bürgermeister Harry Bender und der Polizist Thomas Ahrens, der den Verdächtigen festgenommen hatte.
Mit der Zeit kommen die beiden dahinter, wie sie den Teufel etwas unter Druck setzen können. Zum Schein geht dieser darauf ein, will sie aber aus dem Pakt entlassen, als er sieht, daß der Dämonenkiller Zamorra vor Ort ist.
Ahrens erschießt Ludmilla, weil diese das Zauberbuch nicht herausgeben möchte, mit dem der Polizist mehr Macht über Cyarxon zu erlangen glaubt. Den Mord will er Zamorra unterschieben, der von Ahrens schon unter Druck gesetzt wurde, weil er sah, wie Zamorra und Nicole im Wald verschwanden, jedoch nur Zamorra wieder auftauchte.
Zamorra stößt auf eine Quelle im Wald, das Machtzentrum des Naturgeistes.
Dieser ist jedoch nur für die entführten Kinder verantwortlich. Er wollte sie so aus dem Gefahrenbereich holen, denn der eigentliche Übeltäter ist der Geist eines Mönchs, der vor Jahrhunderten starb, als der Naturgeist ein Kloster im Wald zerstörte.
Dieser wird nun von den beiden Dämonenjüngern beschworen - dabei wird einer der beiden von dem Geist getötet. Der Naturgeist entscheidet sich trotz seines Hasses auf die Menschen, die immer weiter in seinen Lebensraum eindrangen, Nicole und die Kindern in ihre Welt zurückgehen zu lassen. Dann wird der Naturgeist sterblich, als seine Machtquelle versiegt, und er kann gegen den bösen Geist antreten und diesen besiegen.

Ein ungewöhnlicher Zamorra. Nicht nur, daß er in Deutschland spielt, es geht auch noch um einen Naturgeist und einen weiteren Geist, der seit Jahrhunderten Menschen entführt und tötet.
Diese Storyline ging in Ordnung. Interessant zu lesen, weil es mal etwas Abwechslung war nach dem Zweiteiler in Baton Rouge.
Köstlich amüsiert habe ich mich über die beiden Dämonenbeschwörer und den armen Teufel - im wahrsten Sinne des Wortes. Wie man's macht, man macht's falsch. Erinnerte mich ein wenig an die ollen Romane von Rolf Michael.
Von mir aus könnten "solche" Romane öfters kommen - wann kommt eigentlich der nächste Sparks-Roman?!

Befriedigend Plus

Guido Latz

Oh jemine, was ist denn das für ein Zamorrra? Und das auch noch von meiner erklärten Lieblingsautorin der Serie? Muß das denn wirklich sein?!?
Dieser Roman liest sich durchgehend wie ein recycelter Hellmann - wenn auch die dort anscheinend serientypischen Logikfehler hier nicht vertreten sind (soweit ich das Viech gelesen habe: anfangs durchaus erfreut, dann jedoch immer verärgerter und oberflächlicher, bis es darin gipfelte, daß ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Heftroman schlicht und ergreifend zusammengeknüllt und durch die Gegend geworfen habe).
Man merkt, mit diesem Zamorra kann ich mich nun wirklich nicht anfreunden...
Über die komplette Länge (ja, ich habe das zerknitterte, fast in seine Einzelteile zerlegte [wie gut, daß ich das Cover vorher bereits gescannt habe] Heft zwei Tage später noch einmal zur Hand genommen und unter Qualen zu Ende gelesen....) wirkt dieses Viech wie ein mittelmäßiger "Höllmann" - man führe ein "suchen und ersetzen" einerseits mit den Begriffen "Mark Hellmann/Zamorra" sowie "Nicole Duval/Tessa Dingsda" durch, verändere ein paar Textstellen - und: voilá, fertig ist der Roman. Au weia!!!
Dabei spielt noch nicht einmal eine Rolle, daß dieser Roman in Deutschland spielt (zwar selten bei Zamorra, aber ich habe mir von Guido sagen lassen, daß er durchaus nicht der erste ist...), vielmehr deutet die ganze Atmosphäre hierauf hin.
Nicht nur, daß die Zamorra-typischen Elemente des Zusammenspiels zwischen dem Prof. und Nicole irgendwie nicht vorhanden sind, die ganze Handlung ist nicht nur für Zammi (* War Zammi nicht ein Gummibär? ;-) Heike) ungewöhnlich, sondern eher noch für Marky normal (soweit ich Ritchies Handlungszusammenfassungen zwangsweise verfolgt habe).
Da haben wir einen dämlichen SED-Bürgermeister, der verfilzt herumirrt und seine Kumpane in bester DDR-Manier auf Kurs zu bringen versucht. Da wären die beiden dämlichen Waldarbeiter, auf die man getrost hätte verzichten können, die aber das Höllmannsche Serienbild zuhauf bereits in den ersten vier Bänden, die ich persönlich gelesen habe, prägten, und die wohl auch später nicht auch der Serie verschwunden sind. Da hätten wir auch den mehr als dümmlich beschriebenen Aushilfs-Möchtegern-Teufel, der die Gegend unter seiner Fuchtel hat. Die zehennägelaufklappenden Beschreibungen der Beschwörungen kann der Leser eigentlich noch nicht mal mehr im besoffenen Zustand ertragen - wobei ich aus eigener Erfahrung spreche. Denn für die "Lektüre" dieses Hefte habe ich grob geschätzt rund einen Drittel Kasten Kölsch verbraucht - denn ohne den Alkoholpegel wäre dies überhaupt nicht mehr zu ertragen gewesen. (Und dabei hatte ich mir geschworen, nie wieder einen Höllmann zur Hand zu nehmen...)
Weiterhin annehmend, daß es sich um einen recycelten Hellmann handelt, der zwar fertig geschrieben, jedoch mangels Serie nicht mehr veröffentlichbar war, könnte man annehmen, daß Claudia Kern eine der MH-Autorinnen war - allerdings muß man dann wohl auch voraussetzen, daß bei Höllmann eine recht restriktive Verlagsvorgabe zur Qualität der Romane vorhanden war und die armen Autoren sich auf Mephisto komm raus daran halten mußten. Das entschuldigt dann schon fast manche Leistung innerhalb dieser Serie - allerdings nur für den Autor, nicht für den Verlag. Denn daß Claudia Kern bei weitem bessere Romane schreiben kann, wissen wir schon seit langem...
Allerdings möchte ich hier betonen, daß ich keineswegs behaupte, daß Claudia Kern eine Hellmann-Autorin war - für mich stellt sich hier nur der Eindruck eines recycelten Hellmanns in den Vordergrund! (Bevor hier wieder einer unqualifizierten Blödsinn von sich gibt, muß das wohl sein - gerade Bastei-Fans haben sich in der Vergangenheit ja als diejenigen gezeigt, die nun überhaupt keine Kritik an ihrer Lieblingsserie vertragen können - aber dies gehört nun wirklich nicht in eine Rezension - siehe dazu auch das Vorwort...)

Fazit:
Mark Hellmann war eine der schlechtesten Serien überhaupt. Dieser Zamorra liest sich wie ein recycelter Hellmann - ob er es nun wirklich ist, sei dabei dahingestellt. Wäre dies jedoch ein Hellmann, gäbe es den einen oder anderen Punkt mehr, da serienintern noch einer der besseren bis guten - da dies jedoch ein Zamorra ist, gibt's serieninterne
0 Punkte.

Winfried Brand

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