OT: Aliens - Music of the Spears
Ü: Michael Nagula
USA 1996
(312 Seiten, Taschenbuch, Blanvalet 24926, ISBN 3-442-24926-0, DM
14,90)
- erschienen: März 2000 -
Von
diesem Roman habe ich mir eigentlich einiges erwartet: Die
"Alien"-Filme waren erstklassig. (* Naja... Heike)
Nervenzerfetzende Spannung, Splatter und Horror im All. (* Wenn
man's halt mag... Heike) Auch die ersten drei Romane der Reihe
(Autor: Steve Perry) konnten durchaus daran anknüpfen.
Umso mehr überrascht, daß die Handlung dieses Romans
ausschließlich auf der Erde stattfindet. Damon Eddington ist
ein (zweifellos wahnsinniger) Komponist, besessen von der Idee, eine
musikalische Komposition zu schaffen, die alle Grenzen hinter sich
läßt - eben die "Sinfonie des Schreckens". Nichts klingt
für ihn so perfekt wie die bösartigen Schreie der Aliens.
Und so verlangt er von Synsound, dem Musik-Konzern, für den er
tätig ist, ihm ein Alien zu besorgen. Aliens werden in diesem
Roman auf der Erde in hermetisch abgeschlossenen Labors zu
Studienzwecken gehalten, und so wird ein Ninja-Kommando ausgeschickt,
um aus dem Labor eines konkurrierenden Konzerns ein Alien-Ei zu
stehlen.
Das bald schlüpfende Alien muß artgerecht aufgezogen
werden, und so braucht es einen menschlichen Wirt. Man nimmt
schließlich einen Drogensüchtigen, den man irgendwo in den
Straßenschluchten von New York aufgegriffen hat. Damon
Eddington nennt das Alien passenderweise "Mozart". Doch Mozart will
nicht schreien. Aliens schreien (jedenfalls in diesem Roman) nur,
wenn sie kämpfen oder fressen. Man sperrt Katzen, Hunde und
immer größere Tiere zu dem Alien in den Käfig, aber
das Ergebnis ist für den Komponisten nicht zufriedenstellend. So
kommt man schließlich auf Menschen...
Mit dem, was ich mit dem Begriff ALIEN verbinde, hat der Roman leider
nicht viel gemeinsam. Die Grundidee der Handlung an sich ist nicht
schlecht, doch die Aliens in der Handlung sind austauschbar. Die
geschilderte (Zukunfts-)Welt ist es ebenfalls: Mächtige
Konzerne, Ninjas und was der Dinge mehr sind, das alles gibt es schon
anderswo. So wirkt das Ganze wie aus einigen Versatzstücken
zusammengestellt. Und das ist auch schon das eigentliche Manko. Das
Ergebnis ist wenig originell, und die Story wird leider, wenn man die
Hälfte des Romans hinter sich hat, immer durchsichtiger. Zudem
wirkt das Ganze relativ zynisch.
So taucht beispielsweise ein Polizist auf, der ein Alien auf dessen
Heimatwelt gefangengenommen hat und es nun als eine Art
"Spürhund" einsetzt. Das Alien trägt einen
Spezial-Maulkorb, ein Titan-Kettenhemd und eine Art Geschirr, damit
es nicht entkommen kann, und sein "Besitzer" hetzt es schon mal auf
ein paar Obdachlose, damit es sich "austoben" kann.
Dabei gibt es durchaus interessante Einfälle: So sondern
Alien-Königinnen bei der Eiablage eine Flüssigkeit ab, die
in aufbereiteter Form als "Geleé royale" Menschen
unwiderruflich abhängig macht und daher als Droge
reißenden Absatz findet. Auch die Idee von einer
religiösen Sekte, der "Kirche der Königinmutter", ist ganz
nett.
Doch das alles reicht nicht, um den Roman auf ein interessantes
Niveau zu heben. Zu viele Dinge wirken abgekupfert, ohne wirklich
einfallsreich in die Handlung eingebaut zu werden. Die Aliens sind
eher gefährliche Haustiere als die bedrohlichen Horror-Monstren,
mit denen man diese Wesen zwangsläufig auf Grund der Filme
assoziiert. (* Also, irgendwie erinnert mich das jetzt aber ganz
stark an einen Internet-Comic namens 'Sluggy Freelance'... Damit soll
jetzt aber nicht etwa gesagt sein, ich würde diesen - oder alles
andere, was mit 'Aliens' zu tun hat - auch nur ein ganz kleines
bißchen gut finden. Im Gegentum. Heike) Und vor allem
erscheint alles irgendwie auf den Alien-Hintergrund
zurechtgebogen.
Insgesamt hinterläßt dieser Roman einen schwachen Eindruck
beim Leser, obwohl er handwerklich gut umgesetzt wurde. An letzterem
Punkt liegt die mäßige Wertung daher mit Sicherheit
nicht.
Fazit:
Unbefriedigend, und vor allem: Die Handlung paßt nicht so recht
in den vorgegebenen Kosmos.
5 Punkte
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