Ronald M. Hahn:

"Die Insel der Unsterblichen"

(T.N.T. Smith - Band 5)
D 2000
(123 Seiten, Paperback, Blitz-Verlag 1605, ISBN 3-932171-66-7, DM 16,80)
- erschienen: April 2000 -

Zum Inhalt:
Adolfs Versuch, Italo Gasponi wegen dessen Verbindungen zu Smith von seiner Verwandtschaft die Leviten lesen zu lassen, scheitert leider an Benitos Tante Giovanna, so daß das entsprechende Telefongespräch langsam zu einem Fiasko zu werden beginnt. Denn dummerweise weiß auch Mussolini, daß Hitlers Männer an der "L'Aigle" beteiligt waren, wobei leider auch Anna-Conda (* Ääh - Schlange??? ;-) Heike) Deauville ums Leben kam, wodurch bei den Italienern eine ziemlich schlechte Stimmung herrscht...
T.N.T. Smith hingegen reist von Macao über Sydney nach Brisbane und trifft sich dort mit einem jungen Playboy, dessen Erbonkel bei den Salomonen verschollen ist. Smith schließt sich der Expedition an, da er weiß, daß sich in dieser Gegend ein Versteck der Unsterblichen befindet.
Ebenfalls mit der ersten Expedition verschollen ist jedoch auch Grace, die sich auf einer Insel wiederfindet, wo sich der Unsterbliche Leopold von Kaunitz sein ganz privates Paradies geschaffen hat, wo er ungestört seinen perversen Neigungen frönen kann. Doch davon kann Smith noch nichts wissen, ebensowenig, welche Neigungen Poldi denn im Einzelnen so hat... (* ...er will Dir fressen? SCNR... ;-))) Heike)

Auch im mittlerweile fünften Band der Serie geht die gnadenlos trashige Handlung in gewohnter Form weiter. Gewürzt mit einer ordentlichen Prise Sex und Gewalt (bei ersterem sorgt der schon bekannte Italo Gasponi einmal mehr für Lachstürme beim Leser, wenn diese Szenen haarklein beschrieben werden - aber... naja, die Art und Weise, wie dies geschieht, das muß man schon selber gelesen haben.) schreitet die Jagd auf die Unsterblichen voran, bei der Hahn es hervorragend versteht, die abstruse Geschichte in das historische Umfeld zu setzen.
Gnaden- und respektlos zieht er alles durch den Kakao, was ihm zwischen die Finger kommt. Diese Serie dürfte dann auch so ziemlich die einzige sein, bei der man bei Auftritten Hitlers oder Mussolinis einfach nur noch herzhaft lachen kann; die beiden unter weiblicher Fuchtel stehend und als Pantoffelhelden geschildert - das zu beschreiben, kann wohl nur einem Hahn oder Pukallus gelingen, ohne daß es peinlich wird. Daß Hitler dann noch auf einen Kongreß der Los Angeles Science Fiction Society eingeladen wird, wo er aus seinem noch unveröffentlichten Roman "Der Herr des Hakenkreuzes" vorlesen soll, ist dabei nur einer der vielen Seitenhiebe und Anspielungen, die Hahn hier eingebaut hat.
Der Roman bleibt dabei der Zielsetzung eines absichtlichen Trash-Romans durchgehend treu - ein Genre, das gut zu schreiben so ziemlich eines der schwersten ist, da man hier sehr leicht auf der falschen Seite des schmalen Grats zwischen Genie und Blödsinn landen kann. Eine Gefahr, der Hahn geschickt ausweicht. Und wenn ich in einer früheren Rezension von einer "Mischung aus Indiana Jones und Ed Wood" geschrieben habe, so gilt dies auch für den vorliegenden Roman wieder in vollen Umfang.
Das rundweg positive Bild wird jedoch immer noch einzig und allein ein wenig vom doch recht happigen Preis/Leistungsverhältnis dieser Serie getrübt. Wobei die inhaltliche Qualität durchaus dem Preis angemessen ist, es hapert jedoch weiterhin an der Quantität des Inhalts. Denn bei gut 120 Seiten ist dies dann doch ein recht stolzer Preis, auch wenn das Buch in einer Kleinauflage bei einem Kleinverlag erscheint. Da könnte man das Zeug fast schon noch günstiger bei bod drucken lassen, ohne die Gewinnspanne zu schmälern... Allerdings befindet man sich hier wohl in einer Art Teufelskreis: Die kleine Auflage bedingt den hohen Preis, doch der hohe Preis hält die Auflage klein. Und daran wird sich wohl leider so schnell auch nichts mehr ändern. Schade, aber wohl unvermeidlich...

Fazit:
Action, Sex und Crime sind wohl selten so gekonnt und witzig zu Papier gebracht worden. Es macht einfach nur Spaß, diese Serie zu lesen - wenn man einen Sinn für Trash-Romane hat. Wem dieser abgeht, sollte tunlichst die Finger davon lassen, für alle anderen gilt jedoch: Dies gehört mit Sicherheit zum Besten, was in diesem Genre je veröffentlicht wurde.
14 Punkte.

Winfried Brand


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