OT: Harry Potter and the Philosopher's Stone
Ü: Klaus Fritz
GB 1997
(335 Seiten, Hardcover, Carlsen, ISBN 3-551-55167-7, DM 26,-)
- erschienen: 1998 -
OT: Harry Potter and the Chamber of Secrets
Ü: Klaus Fritz
GB 1998
(352 Seiten, Hardcover, Carlsen, ISBN 3-551-55168-5, DM 26,-)
- erschienen: 1999 -
OT: Harry Potter and the Prisoner of Askaban
Ü: Klaus Fritz
GB 1999
(448 Seiten, Hardcover, Carlsen, ISBN 3-551-55169-3, DM 28,-)
- erschienen: 1999 -
Zum
Inhalt:
1) "Harry Potter und der Stein der Weisen":
Harry Potter lebt bei seinem Onkel und seiner Tante sowie deren Sohn
- seit seine Eltern, als er etwa ein Jahr alt war, angeblich bei
einem Autounfall ums Leben gekommen sind. Nunja, "Leben" kann man es
wahrscheinlich nur bedingt nennen, wenn Harry sein "Zimmer" in der
Kammer unter der Treppe hat und er von seinen Verwandten wie der
letzte Dreck behandelt wird. An seinem elften Geburtstag liegt jedoch
ein Brief für ihn in der Post - der erste Brief, den er
überhaupt bekommt. Aber dieser wird beschlagnahmt, ohne
daß Harry ihn lesen kann, und sein Onkel und seine Tante
geraten in helle Aufregung. Doch nicht genug damit: In den
nächsten Tagen werden immer mehr Briefe, teils auf die
unmöglichste Art, zugestellt, die alle an Harry adressiert sind.
Man versucht, Harry von ihnen fernzuhalten, doch der Absender gibt
nicht auf, und so erfährt Harry schließlich, daß er
eigentlich gar kein normaler Junge ist, sondern ein Zauberer - was
nebenbei auch diverse seltsame Begebenheiten erklärt, die ihm in
seinem Leben bisher widerfahren sind und aufgrund derer er schon so
manche Strafe aufgebrummt bekommen hat.
Die Briefe jedenfalls sollen ihn in Kenntnis setzen, daß er
sich an der Hogwarts Schule für Zauberei einfinden soll, was ihm
schließlich auch gelingt. Dort findet er zum ersten Mal in
seinem Leben Freunde und Gemeinschaftssinn. Doch er erfährt
auch, daß seine Eltern nicht bei einem Autounfall ums Leben
gekommen sind, sondern von einem bösen Zauberer getötet
wurden, der nur "Du-weißt-schon-wer" genannt wird, da es die
meisten Zauberer noch nicht einmal wagen, seinen Namen auszusprechen.
Harry hat als einziger den Angriff überlebt und es
offensichtlich geschafft, "Du-weißt-schon-wer" zu besiegen -
als Einjähriger. Doch gerade "Du-weißt-schon-wer" ist
nicht gänzlich besiegt, sondern sinnt auf Rache - und die
Wiedererlangung seiner Macht. Und so findet sich Harry im Lauf des
Schuljahres in immer gefährlicheren und mysteriöseren
Situationen wieder...
2) "Harry
Potter und die Kammer des Schreckens":
Harry Potters Sommerferien sind nicht gerade ein Zuckerschlecken -
denn er muß sie bei den Dursleys verbringen, den Verwandten,
die ihn aufgezogen haben, nachdem seine Eltern ums Leben gekommen
waren. Und diese sind ganz normale Muggels (wie die Zauberer die
Menschen nennen) und wollen mit Zauberei nichts zu tun haben. Zu
allem Überfluß darf Harry außerhalb der Schule in
den Ferien nicht zaubern, so daß er sich gegen seine Verwandten
nicht richtig zur Wehr setzen kann. Glücklicherweise wissen
diese nichts von dem Verbot, was sich jedoch leider ändert, als
der Hauself Dobby auftaucht, der Harry davon abhalten will, wieder in
die Schule zurückzukehren, da ihm dort eine schreckliche Gefahr
drohen würde. Harry läßt sich jedoch nicht
überzeugen, und so zaubert der Hauself ausgerechnet in dem
Moment herum, als die Dursleys einen wichtigen geschäftlichen
Besuch im Haus haben, vor dem sie Harry geheimhalten wollten. Doch
nicht nur dieses Ansinnen geht in die Hose, sondern die Zauberei des
Hauselfen wird auch noch Harry in die Schuhe geschoben, der prompt
eine ernste Verwarnung von Hogwarts bekommt, die ihm Fall der
Wiederholung mit Ausschluß aus der Schule droht. Dummerweise
fällt dieser Brief den Dursleys in die Hände, die nun
wissen, daß sie sich vor Harry nicht zu fürchten brauchen,
ihn prompt in sein Zimmer sperren und nur morgens und abends
herauslassen, so daß er zur Toilette gehen kann.
Aus dieser Situation rettet ihn sein Freund Ron, den er in Hogwarts
kennengelernt hat. Da dessen Briefe nicht beantwortet wurden, sieht
er zusammen mit zweien seiner Brüder nach dem Rechten und
befreit Harry, der den Rest der Ferien bei Rons Familie verbringt.
Und dies ist eine Wohltat für ihn, da er fast schon davon
überzeugt war, daß seinen Freunden von Hogwarts nichts an
ihm gelegen wäre - immerhin hat er weder die Briefe von Ron noch
von Hermine bekommen, seinen beiden besten Freunden auf der
Schule.
Und so freut sich Harry, daß die Schule wieder beginnt. Doch
als er das Gleis neuneinhalb auf dem Bahnhof betreten will, wo der
Schulzug nach Hogwarts unbemerkt von den Muggels abfährt, kommt
er nicht dorthin. Und so bleibt ihm und Ron nichts anderes
übrig, als das fliegende Auto von Rons Vater zu nehmen, um noch
rechtzeitig zum Schulbeginn dort anzukommen. Aber sie werden von
einigen Muggels gesehen, was einen ziemlichen Aufruhr in der Schule
verursacht, und da sie bei der Landung auch noch einen magischen Baum
auf dem Schulgelände beschädigt haben, steht Harry kurz vor
dem Rauswurf. Und zu allem Überfluß scheint die Warnung
des Hauselfs berechtigt gewesen zu sein, denn irgendetwas Seltsames
geht in Hogwarts vor. Die Kammer des Schreckens scheint nach langer
Zeit wieder geöffnet worden zu sein - und niemand ist bereit,
mit Harry über die Hintergründe zu reden. Harry sind mehr
oder weniger die Hände gebunden, denn er darf sich über
kein Schulgesetz mehr hinwegsetzen, ohne den Rausschmiß zu
riskieren.
3) "Harry
Potter und der Gefangene von Askaban":
Wieder einmal sind Sommerferien, und Harry kann es nicht erwarten,
daß die Schule endlich wieder anfängt. Denn seine
Verwandten setzen ihm immer mehr zu. Als er schließlich Tante
Magda an die Decke schweben läßt, da er sie wirklich nicht
mehr ertragen kann, befürchtet er das Schlimmste;
schließlich ist ihm Zaubern in den Ferien verboten.
Er flieht kurzerhand aus dem Haus und wird vom "Fahrenden Ritter"
aufgesammelt, einem Busdienst für Zauberer. Von diesem
läßt er sich in die Winkelgasse in London fahren, einer
Straße, die für die Muggels nicht zu sehen ist. Er nimmt
sich ein Zimmer im "Tropfenden Kessel" und erwartet das
Schlimmste.
Doch dazu kommt es nicht, denn als er auf den Zaubereiminister Fudge
trifft, ist dieser äußerst höflich und zuvorkommend,
obwohl Harry das Gesetz gebrochen und in den Ferien bei den Muggels
gezaubert hat. Dies könnte allerdings damit zu tun haben,
daß ein schrecklicher Verbrecher aus Askaban ausgebrochen ist
und es auf Harry abgesehen haben könnte. Denn Sirius Black war
der beste Freund seiner Eltern und hat diese an
"Du-weißt-schon-wen" verraten, und jetzt könnte er hinter
Harry hersein.
Harry wird in eine verflochtene Geschichte hineingezogen, die immer
undurchsichtiger zu werden scheint, in der sowohl Rache als auch
Verrat die Hauptrollen spielen. Und es scheint auch nicht besonders
viel zu nützen, daß die Dementoren von Askaban die Schule
vor dem Flüchtigen schützen sollen, denn es mehren sich die
Anzeichen, daß Black trotz allem in das Gebäude eindringen
konnte...
Joanne K. Rowlings "Harry Potter"-Jugendbuchreihe macht in letzter
Zeit vor allem auch durch die geplante Verfilmung auf sich
aufmerksam, in deren Umfeld sich die Informationen über die
Serie häufen und sie so langsam auch mir zu Ohren kamen. Und
wenn ein Buch in England nicht nur einen Erstverkaufstag, sondern
auch gleich noch eine Erstverkaufsstunde hat, damit die Schüler
die Schule nicht schwänzen, um sich den Roman zu besorgen, dann
ist dies durchaus ein Zeichen, daß man sich einmal mit diesem
Stoff beschäftigen sollte - nicht zuletzt, weil die Bücher
auch einen phantastischen Hintergrund liefern.
Dementsprechend war ich schon recht gespannt, als ich mir den ersten
Band von Amazon.de habe schicken lassen - doch was die Lektüre
dann ergab, übertraf meine Erwartungen noch um ein ziemlich
großes Stück.
Rowlings "Harry Potter" erweist sich als Suchtlektüre
allererster Sahne - auch für den erwachsenen Leser, der
eigentlich mit einem leicht skeptischen Gefühl an die Sache
herangeht. Die Geschichten sind durchweg dermaßen faszinierend
und sympathisch aufgebaut, daß man sich ihrer Magie gar nicht
entziehen kann, selbst wenn man es versuchen wollte. Eine
ähnliche Wirkung von Jugendbüchern auch auf Erwachsene habe
ich bisher bestenfalls bei Mark Brandis' "Weltraumpiraten" und mit
leichten Abstrichen bei Kai Meyers "Sieben Siegeln" feststellen
können.
Bei "Harry Potter" paßt einfach alles: Die Handlung (auch
für Erwachsene interessant und in hohem Maße spannend),
die Charaktere (die keineswegs flach, sondern durchaus interessant
geschildert daherkommen) und eine Erzählweise, die geschickt die
wirklich spannende Handlung mit witzigen Elementen auflockert.
All dies ist in einer durchaus jugendgerechten Handlung verpackt, die
jedoch auch den erwachsenen Leser zu jeder Zeit zu faszinieren in der
Lage ist, sollte sich dieser einen kleinen Sinn für die
Faszination seiner Jugend bewahrt haben. Es ist jedenfalls fast
unmöglich, einen Roman dieser Serie zur Seite zu legen, bevor
man am Ende angekommen ist. Bei mir hat dies dann für zwei
Nächte gesorgt, die ich mit Lesen verbracht habe - von den Tagen
erst gar nicht zu reden. Ich kann jedenfalls jedem nur raten, sich
den ersten Band zu besorgen und einen freien Tag in der Woche zur
Lektüre zu nutzen - denn nach Beendigung des ersten Bandes wird
man mit höchster Wahrscheinlichkeit zur nächsten
Buchhandlung rennen und sich die weiteren Bände zulegen wollen.
Wochenenden haben hier den Nachteil, daß die
Bücherläden geschlossen haben und man bis Montag warten
muß. Und dieses Warten sollte man nicht unterschätzen. Am
besten ist es immer noch, ein freies Wochenende einzuplanen, alle
drei Romane vorher zu kaufen und diese dann praktisch in einem Rutsch
durchzulesen - und am Erscheinungstag des vierten freizunehmen,
morgens in der Buchhandlung zu stehen und dieses Buch direkt
mitzunehmen, um es zuhause zu verschlingen.
Das mag jetzt alles recht enthusiastisch klingen - allerdings kann
ich nicht viel anderes hierzu schreiben. Immerhin gehört die
"Harry Potter"-Reihe zum interessantesten, faszinierendsten,
spannendsten und lustigsten, das ich in der letzten Zeit gelesen
habe. Und das will schon einiges heißen.
Noch eine Bemerkung zum Schuß: Angesichts des Umfangs dieser
Romane kann man eigentlich kaum glauben, daß die Jugendlichen
heutzutage kaum noch lesen. Diese Bücher sind doch im Vergleich
ziemliche "Brocken" - nach denen sich die Zielgruppe die
Füße plattläuft. Diese Romane sind das beste Beispiel
für Bücher, die auch "Nichtleser" dazu bringen, die Nase
zwischen zwei Buchdeckel zu stecken.
Fazit:
Suchtlektüre der allerersten Sahne. Wer sich diese Romane
zulegt, sollte auch gleich noch ein Wochenende in der Hinterhand
haben, an dem er sie an einem Stück lesen kann. Selten sind
Jugendromane dieser Qualität erschienen. "Harry Potter" kann
jetzt schon als zeitloser Klassiker gewertet werden. Absolut
empfehlenswert!
15 Punkte
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