Professor Zamorra

Band 675: "Der Geist von Château Montagne"

In der Kneipe im Dorf ohne Namen unterhalb von Chateau Montage taucht ein Fremder auf, der sich als Luc Avenge vorstellt. Er ist der neue Besitzer eines heruntergekommenen Hauses am Dorfrand, in dem es schon bald zu spuken beginnt. Mit dem Auftauchen des Fremden tauchen auch weitere Schwierigkeiten auf: Bisher war es aufgrund der geringen Einwohnerzahl nicht nötig, daß ein Bürgermeister den Dorfbewohnern vorstand, was sich mit Avenges Zuzug geändert hat.
Durch das Auftauchen des Fremden - mit dem Zamorra schon bald Bekanntschaft macht - regt sich im Chateau auch etwas. Oder besser gesagt: jemand. der Geist des Selbstmörders Raffael Bois kehrt zurück und treibt als guter Geist seine Taten.
Zamorra und vor allem Fooly bekommen schon bald die magischen Kräfte Avenges zu spüren. Diese sind weder schwarz- noch weißmagisch. In jedem Fall aber haßt er Zamorra wegen eines Vorfalls vor rund fünfzehn Jahren. Und seine Augen können schockgrün aufleuchten.
Durch Inspektor Robin erfährt Zamorra dann, daß erst vor kurzem ein Mann namens Luc Avenge von einem Mafia-Killer erschossen wurde...

Die Rückkehr von Raffael Bois gefällt mir eigentlich gar nicht, um ehrlich zu sein. Erinnert mich ein bißchen zu sehr an "Hui Buh" - fehlt nur noch des Kettenrasseln und eine Zugbrücke...
Dafür aber ging es gleich ohne Umwege zum Einbau einer neuen, interessanten Figur: Luc Avenge. Ehrlich gesagt habe ich keinen blassen Schimmer, wer das sein könnte. Alles deutet auf einen Silbermond-Druiden hin, aber was war vor fünfzehn Jahren, also 1985?!

Befriedigend

Guido Latz

Das war dann doch schon wieder ein ganzes Stück angenehmer als der vorhergehende Band - wenn der vorliegende jedoch leider auch nicht als wirklich gut zu bezeichnen ist.
Gerade das Wiedererscheinen von Raffael Bois als guter Geist des Hauses kommt mir doch ein wenig lächerlich und kindisch vor - abgesehen davon, daß der Leser fast schon mit dem ersten Auftauchen des Geistes auf den Gedanken kommen mußte, daß es sich hierbei doch nur um Bois handeln kann. Da ist von unheimlicher Atmosphäre dann keine Spur mehr - nicht zuletzt, weil eben dieser Geist auch noch ein ziemlich kindgerechtes Verhalten an den Tag legt, für das Grundschulkinder eigentlich wohl das geeignetere Publikum wären...
Ganz anders jedoch verhält es sich mit der Figur des Luc Avenge. Dieser kommt schon um einiges geheimnisvoller daher und entwickelt sich im Lauf der Handlung zu einem wirklich geheimnisvollen Charakter. Allerdings habe ich noch keine Ahnung, wo man ihn denn nun einordnen könnte - wobei ich jedoch vor 15 Jahren auch Zamorra noch nicht gelesen habe und von daher eh' nicht auf die Lösung kommen könnte.
Zwei Fragen an den Autor seien jedoch erlaubt:
1. Auf S. 50 ist das Fenster von Foolys Zimmer offen - auf S. 48 hat er es jedoch extra noch geschlossen. Will der Autor uns hiermit sagen, daß der Drache das Fenster erst schließt, um es im nächsten Moment wieder aufzureißen und hindurchzufliegen???
2. Das "was will uns der Autor damit sagen" kann man auch gleich noch für S. 46 stellen, wo Zamorra William bittet, die ganze Gruppe (sich eingeschlossen) zum "Teufel" zu bringen, alle irgendwie im Cadillac Platz finden, Zamorra dann mit dem BMW(!) hinterher(!!) zum Château(!!!) hinauffährt. Also, wer da jetzt womit wohin fährt - diese Frage hätte ich wirklich gerne irgendwann einmal beantwortet... Seltsam, daß dies dem Lektor nicht aufgefallen ist...

Fazit:
Ein Roman mit Stärken und Schwächen. Raffael Bois' Auftauchen als Geist hätte man sich sicherlich sparen können, während mit Luc Avenge eine interessante Figur in der Serie auftaucht, die so schnell nicht einzuordnen ist. Nur gegen Zamorra hat er wohl was...
8 Punkte.

Winfried Brand

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