Marcel Feige:

"Fantasy-Lexikon"

- Xena, Conan, Artus & der kleine Hobbit -
Mythen, Legenden und Sagen der Fantasy
D 2000
(379 Seiten, Taschenbuch, Lexikon Imprint Verlag, ISBN 3-89602-267-9, DM 29,80)
- erschienen: April 2000 -

Wie stellt man den Inhalt eines Lexikons dar? Am besten eigentlich gar nicht, aber man kann ein paar Worte darüber verlieren, was so in den ganzen Randtexten steht. Und so glänzt dieses Buch vor allem durch sein Vorwort und seinen Einführungsessay über die Geschichte der Fantasy. Vor allem stellt Marcel Feige hier dar, daß besonders sein Werk hier der ultimativen Subjektivität unterworfen ist und daß andere vielleicht andere Einteilungen und Bewertungen gemacht hätten. Eine Annahme, wie man sie aus Flash bereits kennen sollte.
In dem Teil über die Geschichte zieht er auf ein paar Seiten einen großen Rahmen über den Beginn des Phantastischen, und er fängt mit niemand geringerem als Homer an, zieht dann allerdings doch recht schnell den Schritt in die moderneren Zeiten - auch wenn ich seinem Schluß über Tolkien nicht zustimme, aber das ist halt das Leid mit der Subjektivität. Er erläutert einige wichtige Strömungen und macht einen kleinen Ausblick auf das Kommende.
Alles in allem ein schöner Artikel über ein Medium, das hier versuchsweise in einem einzigen Band zusammengefaßt werden soll.
Die Stichwörter umfassen Bereiche von Literatur, Film, Karten bis hin zu Brettspielen, von allgemeinen Begriffen wie Rollenspiel bis hin zu detaillierten Begriffen, wie z.B. FanPro oder Rübezahl. Alles in allem verliert sich das Buch nicht in überflüssigen Details und versucht nicht, jedes Werk bis ins Kleinste darzustellen, was auch wohl kaum in einem einzigen Band zu verwirklichen wäre, sondern für so ziemlich jede Bibliothek eine Herausforderung darstellen würde. Am Ende gibt es eine recht umfangreiche Übersicht über verschiedene Serien aus dem Bereich der Fantasy, wie z.B. die Abenteurer, Zamorra oder Bezaubernde Jeannie und eine kleine Liste über verschiedene Fantasy- und Comic-Läden in Deutschland - eine kleine Werbeaktion für die Phantastik in Deutschland.
Stellt sich die nächste Frage: Wie liest man ein Lexikon, das man bewerten soll? Ein Lexikon soll ein Nachschlagewerk für Dinge sein, über die man sich informieren will, wo man Dinge nachschlagen kann, wenn man sich weitergehende Infos besorgen will.
Genau das liefert dieses Werk auch. Ich maße mir nicht an, es in seinem kompletten Umfang zu bewerten oder zu korrigieren. Ich habe mir einige ausgewählte und andere zufällig ausgewählte Begriffe angesehen und versucht, herauszufinden, ob die Lektüre dieser Begriffe für irgendjemanden Gewinn hätte.
Ich muß sagen, daß ich keinesfalls enttäuscht worden bin. Wie erwähnt, niemand ist perfekt, und so gibt es auch hier mal einen Fehler. Aber alles in allem hat das "Fantasy-Lexikon" seinen Praxistest absolut bestanden. Es gibt eine Menge Querverweise, auf denen man sich durch das Buch hangeln kann, aber nicht so viele, daß man den Überblick verliert.
Die einzelnen Artikel sind sehr verständlich gehalten und deuten von einem tiefen Sachverstand des Autoren, der sich (zumeist) einer Bewertung enthält.

Aber zu ebenjener muß ich nun langsam kommen.

Fazit:
Es gibt vermutlich nicht viele Begriffe, die man hier auf Anhieb vermissen wird. Optisch schlicht, aber übersichtlich gehalten. Allein die Qualität der Bindung kann man ein wenig bemängeln, denn einen wirklich stabilen Eindruck macht dieses Buch nicht.
In meinen Augen uneingeschränkt empfehlenswert für alle, die sich regelmäßig mit der Fantasy beschäftigen.
13 Punkte

Alexander Haas


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