Wie
stellt man den Inhalt eines Lexikons dar? Am besten eigentlich gar
nicht, aber man kann ein paar Worte darüber verlieren, was so in
den ganzen Randtexten steht. Und so glänzt dieses Buch vor allem
durch sein Vorwort und seinen Einführungsessay über die
Geschichte der Fantasy. Vor allem stellt Marcel Feige hier dar,
daß besonders sein Werk hier der ultimativen Subjektivität
unterworfen ist und daß andere vielleicht andere Einteilungen
und Bewertungen gemacht hätten. Eine Annahme, wie man sie aus
Flash bereits kennen sollte.
In dem Teil über die Geschichte zieht er auf ein paar Seiten
einen großen Rahmen über den Beginn des Phantastischen,
und er fängt mit niemand geringerem als Homer an, zieht dann
allerdings doch recht schnell den Schritt in die moderneren Zeiten -
auch wenn ich seinem Schluß über Tolkien nicht zustimme,
aber das ist halt das Leid mit der Subjektivität. Er
erläutert einige wichtige Strömungen und macht einen
kleinen Ausblick auf das Kommende.
Alles in allem ein schöner Artikel über ein Medium, das
hier versuchsweise in einem einzigen Band zusammengefaßt werden
soll.
Die Stichwörter umfassen Bereiche von Literatur, Film, Karten
bis hin zu Brettspielen, von allgemeinen Begriffen wie Rollenspiel
bis hin zu detaillierten Begriffen, wie z.B. FanPro oder
Rübezahl. Alles in allem verliert sich das Buch nicht in
überflüssigen Details und versucht nicht, jedes Werk bis
ins Kleinste darzustellen, was auch wohl kaum in einem einzigen Band
zu verwirklichen wäre, sondern für so ziemlich jede
Bibliothek eine Herausforderung darstellen würde. Am Ende gibt
es eine recht umfangreiche Übersicht über verschiedene
Serien aus dem Bereich der Fantasy, wie z.B. die Abenteurer, Zamorra
oder Bezaubernde Jeannie und eine kleine Liste über verschiedene
Fantasy- und Comic-Läden in Deutschland - eine kleine
Werbeaktion für die Phantastik in Deutschland.
Stellt sich die nächste Frage: Wie liest man ein Lexikon, das
man bewerten soll? Ein Lexikon soll ein Nachschlagewerk für
Dinge sein, über die man sich informieren will, wo man Dinge
nachschlagen kann, wenn man sich weitergehende Infos besorgen
will.
Genau das liefert dieses Werk auch. Ich maße mir nicht an, es
in seinem kompletten Umfang zu bewerten oder zu korrigieren. Ich habe
mir einige ausgewählte und andere zufällig ausgewählte
Begriffe angesehen und versucht, herauszufinden, ob die Lektüre
dieser Begriffe für irgendjemanden Gewinn hätte.
Ich muß sagen, daß ich keinesfalls enttäuscht worden
bin. Wie erwähnt, niemand ist perfekt, und so gibt es auch hier
mal einen Fehler. Aber alles in allem hat das "Fantasy-Lexikon"
seinen Praxistest absolut bestanden. Es gibt eine Menge Querverweise,
auf denen man sich durch das Buch hangeln kann, aber nicht so viele,
daß man den Überblick verliert.
Die einzelnen Artikel sind sehr verständlich gehalten und deuten
von einem tiefen Sachverstand des Autoren, der sich (zumeist) einer
Bewertung enthält.
Aber zu ebenjener muß ich nun langsam kommen.
Fazit:
Es gibt vermutlich nicht viele Begriffe, die man hier auf Anhieb
vermissen wird. Optisch schlicht, aber übersichtlich gehalten.
Allein die Qualität der Bindung kann man ein wenig
bemängeln, denn einen wirklich stabilen Eindruck macht dieses
Buch nicht.
In meinen Augen uneingeschränkt empfehlenswert für alle,
die sich regelmäßig mit der Fantasy beschäftigen.
13 Punkte