John Vornholt:

"Hinter feindlichen Linien"

(Der Dominion-Krieg 1)
(Star Trek: The Next Generation Band 65)
(269 Seiten, Taschenbuch, Heyne 06/5765, ISBN: 3-453-17089-X, DM 14,90)
- erschienen: Mai 2000 -

Es herrscht Krieg im Alpha-Quadranten. Das Dominion aus dem Gamma-Quadranten hat sich mit den Cardassianern verbündet und plant die Unterwerfung der Föderation. Für diese entwickelt sich die Situation ausgesprochen schlecht. Die Angreifer sind auf dem Vormarsch. Sie haben (was allerdings erst aus dem nachfolgenden Roman klar hervorgeht) DEEP SPACE NINE übernommen, doch der Weg durch das dortige Wurmloch ist vorher von der Förderation vermint worden. Um weiterhin Nachschub in den Alpha-Quadranten schaffen zu können, plant das Dominion die Errichtung eines künstlichen Wurmlochs. Captain Picard erfährt davon, als die ENTERPRISE einen bajoranischen Frachter (Captain: die Bajoranerin Ro Laren, ehemaliges Besatzungsmitglied der ENTERPRISE, später zum Maquis desertiert) vor einem Angriff der Jem'Hadar rettet. Die Errichtung des Wurmloches muß um jeden Preis verhindert werden. Da die ENTERPRISE bereits schwer angeschlagen ist, maskieren sich Picard, LaForge und einige andere Crew-Mitglieder als Bajoraner und fliegen an Bord des fast unbewaffneten Transporters in den Einsatz.
Dieses Himmelfahrtskommando läuft nach dem üblichen Schema ab. Die Erfolgschancen sind minimal, das Schiff ist auf Grund seines geringen Warp-Faktors nicht einmal in der Lage, feindlichen Kriegsschiffen zu entkommen, und die Jem'Hadar lauern überall. Ablenkungsmanöver, Finten und Tricks müssen her. Das ist an sich nicht schlecht, wirkt manchmal aber weit hergeholt. So täuscht man einige verfolgende Jem'Hadar-Schiffe dadurch, daß man einen Photonen-Torpedo abschießt, der auf dem ursprünglichen Kurs des Transporters weiterfliegt, und die Jem'Hadar verfolgen dessen Energie-Signatur, da sie ihn für den Transporter halten, während dieser entkommen und in den Badlands "untertauchen" kann. Nach einem Kontakt mit einigen Piraten beamen sich dann noch drei Romulaner an Bord und töten die gesamte Besatzung außer Picard, LaForge und Ro Laren.
Da Picard erkennt, daß man das eigentliche Wurmloch nicht zerstören kann, begnügt sich das Kommando schließlich damit, einen umgebauten cardassianischen Frachter zu vernichten, der an einem Schwarzen Loch Material schürft, das zur Konstruktion des Wurmlochs unbedingt benötigt wird. Dieser wird von einigen Kriegsgefangenen aus der Föderation gesteuert, die das Dominion in seine Dienste gepreßt hat. Die Gefangenen werden dann auch noch (eher nebenbei) befreit.

Der Roman ist solide Durchschnittskost, aber auch nicht mehr. Die Helden geraten von einer Schwierigkeit in die nächste und lösen jedes Problem SEHR souverän. Das ist man zwar gewohnt, doch insgesamt wirkt vieles sehr konstruiert, und die Protagonisten haben manchmal arg viel Glück. Zwischendurch eingestreute Nebenhandlungen um Data und Riker haben mit der eigentlichen Haupthandlung absolut nichts zu tun, und das Ende der Mission wirkt auch schwer nachvollziehbar: Da wird ein Kriegsschiff der Jem'Hadar dadurch vernichtet, daß Picard ein Asteroidenfeld mit einem Traktorstrahl einfängt und die Steinbrocken im Warp-Flug quasi auf das Feindschiff schleudert, das dann schwer getroffen wird und in das oben genannte Schwarze Loch stürzt. Das ist dann doch selbst für den heroischen Starfleet-Captain deutlich übertrieben.

Fazit:
Gut lesbar, aber doch eher einer der schwächeren Romane zur Serie.
6 Punkte

Hans-Joachim Kleimann


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